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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 22:47 Uhr

20 Jahre SBDZ Eckernförde : Soziales Netzwerk für Jung und Alt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Beratungs- und Dienstleistungszentrum Eckernförde (SBDZ) hilft Ratsuchenden seit 20 Jahren. Über 20 Einrichtungen im Ostseebad bündeln ihre Kräfte.

Eckernförde | Es ist eines der größten Netzwerke in Eckernförde und braucht dabei keinen Vergleich mit den weit verbreiteten Tuschel-, Kuschel- und Pöbelplattformen im Internet zu scheuen, nur verdient es im Vergleich zu Facebook & Co tatsächlich das Attribut „sozial“. Das Soziale Beratungs- und Dienstleistungszentrum Eckernförde, kurz SBDZ, besteht in diesem Herbst 20 Jahre. Der Zusammenschluss von mehr als 20 sozialen Diensten und Einrichtungen mit haupt- und ehrenamtlicher Kompetenz in vielen Bereichen des sozialen Lebens ist die Anlaufstelle für alle Rat- und Hilfesuchenden in der Region. Das SBDZ Eckernförde berät, vermittelt, und koordiniert Hilfen in engem Kontakt zu den vielfältigen Angeboten der ambulanten und stationären Dienste. Erste Anlaufstellen für alle Ratsuchenden sind das Diakonische Werk des Kirchenkreises in der Rendsburger Straße, Tel. 04351/ 893110, und die Bürgerbegegnungsstätte (BBS) am Rathausmarkt, Tel. 04351/3132. Träger des SBDZ sind das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde und der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die die soziale Netzwerkarbeit gemeinsam mit 11  100 Euro pro Jahr finanzieren.

Awo, Diakonie, DRK, Stadt, Sozialverband, Kirchengemeinden oder der Verein Umwelt-Technik-Soziales, um nur einige der mehr als 20 SBDZ-Mitstreiter zu nennen, sind im Kuratorium vertreten, in dem Erfahrungen ausgetauscht, Ideen entwickelt und die Projekte, Hilfen und Angebote koordiniert werden. Der Beratungs- und Hilfebedarf sei enorm groß, betonten die Kuratoriumsvertreter gestern vor ihrer halbjährigen Sitzung. Abgebildet wird dabei die gesamte Lebenswirklichkeit von der Kita, über die Schule, Jugend, Familie, Finanzen bis hin zur Armut und Einsamkeit im Alter. „Der Bedarf zieht sich von Jung bis Alt durch alle Schichten“, sagt Pastor Dirk Homrighausen von der Kirchengemeinde St. Nicolai, „obwohl wir ein reiches Land sind.“ An der ungleichen Verteilung der Finanzmittel kann das Kuratorium nichts ändern, wohl aber dabei helfen, die ärgste Not zu lindern und Wege in eine vielleicht etwas bessere Zukunft aufzuzeigen. Das SBDZ arbeitet dabei wie ein eng geflochtenes Netzwerk. Es gibt kaum eine Frage, die nicht beantwortet und kaum ein Problem, das nicht gelöst werden kann. Entweder gibt’s Hilfe direkt oder es werden die Fachleute aus anderen Einrichtungen oder Verbänden kontaktiert. „Es gibt ein eng gesponnenes Netz aus sozialen Leistungen, man muss nur wissen, wo sie sind“, beschreibt Pastor Homrighausen den großen Vorzug des SBDZ-Verbundes für die Ratsuchenden.

Seit eineinhalb Jahren ist die Flüchtlingshilfe das Hauptthema. Deutschkurse, Ämterbegleitung, Lebensmittelausgabe bei der Tafel, Näh- oder Fahrradreparaturkurse fordern die haupt- und ehrenamtlichen Helfer. „Aber wir sind für alle Hilfebedürftigen da“, sagt Annette Giencke, Leiterin der BBS, in der viele Fäden zusammenlaufen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schulsozialarbeit in der Grundschule. Dort ist seit Anfang des Jahres Sozialarbeiterin Rebecca Satgunarajan engagiert, die sich um die Betreuung und Förderung von Erst- und Zweitklässlern kümmert. Da sie nur eine halbe Planstelle hat, die auch noch die Sozialberatung bei der Diakonie umfasst und auf ein Jahr befristet ist, stehen ihr dafür rechnerisch maximal zehn Stunden pro Woche zur Verfügung. Planungssicherheit für alle Beteiligten sowie eine stärkere Nachhaltigkeit bei allen Maßnahmen und Projekte n wäre in diesem und in vielen anderen Fällen wichtig, betont Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Schule und Soziales bei der Diakonie. Und es läuft ein weiteres großes Thema auf die haupt- und ehrenamtlichen Sozialdienstleister zu: die zunehmende Altersarmut.

Insgesamt verzeichnet das SBDZ eine dynamische Zunahme der Hilfsangebote. Um die große Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer zu erhalten, werden sie gezielt durch hauptamtliche Kräfte betreut und gefördert. „Eine klare Begrenzung und Aufgabenstellung ist notwendig“, hat Pastor Homrighausen beste Erfahrungen mit den 30 Ehrenamtlern beim Carlo Club der Gorch-Fock-Schule gemacht. Diese Arbeit sei für sie „sehr erfüllend und bereichernd“.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 06:54 Uhr

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