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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 03:21 Uhr

Militär-Vorträge : Sorge vor militärischen Aggressionen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Louisenlund-Schüler reden mit Generälen über die sicherheitspolitischen Krisen der Welt / Thema künftig Teil des Unterrichts

Güby | Die heutige Zeit ist von Krisen und politischen Verwicklungen gekennzeichnet. Diese sind im normalen Schulunterricht nur schwer zu fassen. Aus diesem Grund eröffnete die Stiftung Louisenlund ihren Schülern die Möglichkeit, in der Schule Vorträge zum Thema „Globales Krisenmanagement und Landesverteidigung – Herausforderungen und Risiken deutscher Sicherheitspolitik“ zu besuchen. 120 Schüler der Fächer Wirtschaftspolitik und Geschichte folgten dem Ruf. Auch 40 Externe hatten sich angemeldet. Organisiert wurde die Veranstaltung von Frank Dallmeyer, Generalmajor a. D. Christian Trull und Dr. Rolf Wenzel.

Zu Beginn der Veranstaltung hörten die Teilnehmer drei Impulsvorträge von hochdekorierten Militärs. Anschließend wurden fünf Workshops angeboten, die auf die Vorträge eingingen und mit speziellerem Wissen vervollständigten. Hier wurde von den Schülern gefordert, über das gehörte kritisch zu reflektieren und Thesen zur Sicherheitspolitik aufzustellen. Über diese Thesen wurde abschließend zusammen mit den Militärs diskutiert. „Mit aktiven Generälen über ihre Gedanken zur sicherheitspolitischen Lage zu sprechen, ist eine einmalige Möglichkeit“, sagte Sven Meier von der Stiftung Louisenlund. Auch im Unterricht soll die Veranstaltung in den kommenden Wochen thematisiert und über die Inhalte kritisch gesprochen werden.

Schon die Vorträge von Generalleutnant a.D. Rainer Korff, Generalleutnant Manfred Hofmann und Generalmajor Stephan Thomas gaben den Schülern genug Material zum Nachdenken. „Wir sind und waren auf die neuen Anforderungen nicht vorbereitet“, sagte Korff in seinem Vortrag. Seiner Meinung nach könne militärische Macht nur stabilisieren, aber nicht heilen. „Wir verschaffen den Politikern Zeit, um eine diplomatische Lösung zu finden“, sagte er. Ein militärischer Einsatz sei seiner Meinung nach nur das letzte Mittel einer bis dahin verfehlten Politik.

Manfred Hofmann richtete seinen Blick gen Osten. „Für uns waren bewaffnete Konflikte innerhalb Europas lange unvorstellbar. Die Vorgänge auf der Krim haben das geändert“, sagte er. So würden die baltischen Staaten fürchten, von Russland „überrollt zu werden“. Stephan Thomas kritisierte den Einsparkurs, unter dem die Bundeswehr leide. „Laut NATO-Vorgabe sollen wir 2 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) für die Streitkräfte aufwenden. In Deutschland sind wir bei 1,2 Prozent“, betonte er.

Anschließend wurde in Workshops über präzisere Fragestellungen gesprochen. So sprach Fregattenkapitän Arne Krüger mit den Schülern über Hybride Kriegsführung, während Generalmajor a.D. Christian Trull über seine persönlichen Lehren aus Afghanistan sprach. Die Schülerin Lotta fragte den Fregattenkapitän, ob man als Gesellschaft überhaupt auf die neue Art der Kriegsführung vorbereitet sei. Dies musste der Fregattenkapitän verneinen. Besonders die Workshops verdichteten das Wissen der Schüler. „Es macht schon einen Unterschied, ob man die Infos von einem Militär oder einem Lehrer bekommt“, sagte Johannes. Krüger schärfte den Jugendlichen ein, dass sie keine Angst haben müssten, Vorbereitung jedoch absolut wichtig sei. Zusammen mit den Referenten stellten die Schüler Thesen zusammen, die sie anschließend im Plenum vorstellten und angeregt diskutierten. Das Thema wird die Schüler auch im Unterricht noch länger begleiten.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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