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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 22:26 Uhr

Sig Sauer nimmt neue Großaufträge ins Visier

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförder Waffenhersteller möchte 167 000 Sturmgewehre für die Bundeswehr bauen / Mitarbeiterzahl steigt

Der Eckernförder Waffenhersteller Sig Sauer strebt Großaufträge der Bundeswehr an. „Wir gehen davon aus, dass es zu Ausschreibungen eines Sturmgewehres für das Kommando Spezialkräfte kommen wird und auch für den Rest der Bundeswehr“, sagte Geschäftsführer Franz von Stauffenberg. „Details weiß man erst bei der Öffnung der Unterlagen.“ Er sei optimistisch, dass Sig Sauer in einem fair geführten Wettbewerb bestehen könne.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte 2015 entschieden, 167  000 G36-Gewehre wegen unzureichender Treffsicherheit bei Dauerfeuer oder großer Hitze auszumustern. In einem Schadensersatz-Prozess setzte sich aber der Hersteller Heckler & Koch im September vor dem Landgericht Koblenz gegen das Verteidigungsministerium durch. Das Ausmustern der G36-Gewehre sollte ab 2019 beginnen. Noch im laufenden Jahr dürfte nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums das aller Voraussicht nach internationale Vergabeverfahren für das neue Sturmgewehr starten.

Der Standort Eckernförde, der früher bis zu 600 Mitarbeiter Beschäftigte hatte und zuletzt auf unter 100 schrumpfte, wächst wieder. Er sei optimistisch, dass die Zahl der Mitarbeiter von zurzeit 90 „in naher Zukunft“ auf 120 steigen werde, sagte von Stauffenberg. „Wir haben ehrgeizige Ziele im Sportbereich wie für das Behördengeschäft.“ Eine Zielgröße hinsichtlich der Mitarbeiterzahl für den Standort Eckernförde gebe es nicht. „Die räumlichen Kapazitäten sind nach unserer Modernisierung hier am Standort mehr als ausreichend für die doppelte Anzahl an Beschäftigten.“

Derzeit werden in Eckernförde Pistolen „in großer Stückzahl“ für den Sportbereich gefertigt sowie für den Service Anschlussversorgungen von Dienstpistolen und Sportgewehren angeboten. „Zukünftig soll das Portfolio der Fertigung um weitere Produkte für den Behördenmarkt erweitert und ergänzt werden. Im Schwerpunkt handelt es sich um Pistolen, Maschinenpistolen und vor allem Sturmgewehre für den europäischen Markt“, sagte von Stauffenberg. Weitere Produktgruppen seien angedacht, aber noch nicht spruchreif. „Unsere Investitionen haben mit der Herstellung großer Stückzahlen für Behörden zu tun. Mehr möchte ich dazu momentan nicht sagen.“ Sig Sauer sei im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt: „Wir sind wirtschaftlich sehr gesund und verfügen über die notwendigen Mittel, um neue und qualitativ hochwertige Waffensysteme zu entwickeln.“

Angesichts des Terrorismus und der aktuellen Bedrohungslage geht von Stauffenberg davon aus, dass die Behörden über eine zeitgemäße Ausrüstung der Sicherheitskräfte intensiver diskutieren: „Es ist schlecht, wenn man von der Reichweite und dem Kaliber her nicht mithalten kann. Daneben erwarten wir aber auch zahlreiche Ausschreibungen zur Ergänzung wie Aktualisierung von bestehenden Ausrüstungen bei den Sicherheitsbehörden in Deutschland wie im befreundeten Ausland. Beides bietet für uns gute geschäftliche Optionen.“

Auch in der Führungsetage ist Wachstum angesagt. Neben Till Hake, zuständig für Technik und Finanzen, und Franz von Stauffenberg, verantwortlich für die Sparte Behörde, übernimmt ab heute Tim Castagne die Leitung des Bereichs Sport und komplettiert damit die Geschäftsführung. Castagne kehrt nach sieben Jahren bei Heckler & Koch und Carl Zeiss Sports Optics zurück zu Sig Sauer.

Das Unternehmen möchte seine Position als Technologie- und Marktführer für Sportwaffen in Europa weiter auszubauen und mit erstklassigen Produkten, einer hochmodernen Produktion und wettbewerbsfähigen Angeboten auch in der Sparte Behörde und Militär eine führende Stellung einzunehmen. Sig Sauer strebt in Europa ein deutlich zweistelliges Umsatzwachstum an.

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