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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 11:10 Uhr

Trinkwasser : Sicherheit für das Trinkwasser steigt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wasserbeschaffungsverband Mittelschwansen startet Einfahrphase für neuen Frischwasserfilter / Kostenrahmen von 850 000 Euro eingehalten

Waabs | Bis zu 35  000 Menschen bekommen im Sommer ihr Trinkwasser aus den Brunnen des Wasserbeschaffungsverbands Mittelschwansen. Um die Versorgungssicherheit für die rund 6550 Haushalte und Kunden zu erhöhen und auszubauen, hat der Verband einen neuen, fünften Filter samt Reinwasserbehälter am Wasserwerk in Waabs gebaut. Auch wenn bereits frisches Brunnenwasser in die neue Anlage einfließt, so können Wassermeister Carsten Boldt und seine sieben Mitarbeiter das Wasser noch nicht in das Verbandsnetz einpumpen. Es fehlt noch das Ok des Gesundheitsamtes.

Wann das kommt, könne man nicht genau abschätzen, sagt Wasserbauingenieur Gert Soll vom gleichnamigen Büro in Rendsburg, der den Verband berät. Grob rechne man damit, dass die Wasserwerte im Spätsommer bis frühen Herbst den Vorgaben des Gesundheitsamtes entsprechen, ergänzt Boldt. Der Grund für die längere Warte- und Einfahrzeit liegt an der Dauer der Besiedlung des neuen Quarzkiesfilters. Dort müssen sich erst Bakterienkulturen und Mikroorganismen ansiedeln und in entsprechend großer Zahl vermehren, um damit mögliche Keime sowie Nitrat aus dem Wasser zu entfernen. Gibt das Gesundheitsamt, das regelmäßig Proben analysiert, grünes Licht, wird die neue Anlage zugeschaltet. Dann können die anderen Filter nach Bedarf zur Reinigung abgeschaltet werden.

Im Filter wurden rund 60 Tonnen Quarzkies eingebracht. Dabei wurden organische Bestandteile im Kies, der aus einem Tagebau stammt, entfernt und teils mit einem Kescher abgefischt. Vor etwa 14 Tagen sei mit der Besiedlung des Filters begonnen worden, erläutert Boldt. Dazu leiten die Wasserwerker regelmäßig das Wasser in den neuen Filter, welches beim Spülen der bestehenden Filter anfällt. Es enthält die „guten“ Bakterien und Mikroorganismen, die die künftige Wasserfilterung vornehmen.

Die Kosten des Vorhabens belaufen sich auf 850  000 Euro, wobei sie rund drei bis vier Prozent unter dem Finanzrahmen bleiben, wie Soll feststellt. „Am Wasserpreis ändert sich dadurch auch nichts“, stellt Verbandsvorsteher Horst Böttcher fest. Die Investition wird aus einer Rücklage getragen und dient der Verbesserung der Versorgungssicherheit.

Parallel zum Neubau des Filters und des Frischwasserbeckens samt Technik wird die Steuerung des Wasserwerks optimiert und auf den aktuellen Technikstand gebracht, berichtet Wassermeister Boldt. Dies sei auch nötig, damit das Wasserwerk die Auflagen der Zertifizierung Iso 50  001 zum Energiemanagement erfüllt. Ziel sei es, innerhalb von fünf Jahren den Energieverbrauch von rund 825  000 Kilowattstunden in 2015 um etwa 20 Prozent zu senken, erklärt Martha Kraft, die die Verwaltung des Verbands leitet. Über die neue Steuerung sei es möglich, für jede Pumpe und jeden Motor den Energieverbrauch zu dokumentieren und die Anlagen bequem vom PC, beziehungsweise I-Pad, zu steuern und zu kontrollieren. Dank der Daten könne dann auch festgestellt werden, welche Pumpen und Anlagen sinnvoll sind, ersetzt zu werden. Im Grunde erwirtschaften die Energieeinsparungen die Investition, stellt Boldt fest.

Jede Ausgabe werde dennoch auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft, versichert Böttcher. Ganz oben auf der Ersatzbeschaffungsliste steht ein Notstromaggregat, das 1971 gebaut wurde. „Es wird nur wenige Stunden gebraucht“, räumt Boldt ein, aber wenn der Strom ausfällt, in letzter Zeit in Folge der Arbeiten an den Stromtrassen häufiger, dann laufe im Wasserwerk nichts mehr. Über den Ersatz muss die Verbandsversammlung aber noch beschließen.

Der Verband habe außerdem den Bau einer Ringleitung in den beiden neuen Mitgliedsgemeinden, Osterby und Windeby , geplant, erklärt Verbandsvorsteher Böttcher. So ist vorgesehen, die jetzigen Leitungsenden in Osterby und Kochendorf, Gemeinde Windeby, zu verbinden. Durch den drei Kilometer langen Ringschluss soll die Versorgungssicherheit deutlich erhöht werden. Mehrkosten sind für die Anschlussnehmer damit nicht verbunden, so Böttcher. Es wird mit vier Wochen Bauzeit gerechnet, sagt Soll.

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erstellt am 07.Mai.2016 | 06:12 Uhr

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