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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 22:53 Uhr

Segler kosten hochprozentiges Lebenswasser

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Mindestens 40 Prozent Alkoholgehalt muss Whisky aufweisen, darunter schmeckt er wässrig“, lernten die Teilnehmer am vergangenen Wochenende beim Whisky-Seminar im Segelclub Eckernförde. Die Idee zur Veranstaltung hatte Prof. Dr. Christian Peifer, selbst SCE-Mitglied und Pharmaziedozent an der Uni Kiel. Zusammen mit Ulrich Lüning, ebenfalls Chemiefachmann vom Institut, informierten beide sehr kurzweilig über die Geschichte, Herstellung und Besonderheiten eines Getränks, das bis vor die Zeit der anglikanen Besatzungsmächte in Deutschland nahezu ohne Bedeutung und am ehesten vielleicht als Standardgetränk in den Saloons unzähliger Hollywood-Western bekannt wurde. Auf Eichenfässer gereift, gilt Whisky laut seines Wortursprungs als Lebenswasser, wenn man den Begriff „Uisge beatha“ richtig übersetzt. Es waren dann englische Soldaten, die den unaussprechlichen Begriff im 12. Jahrhundert durch „Whisky“ ersetzten.

Nicht nur geschmacklich wurden die Zuhörer an diesem Abend gefordert, sondern auch sehr ausführlich über die Herstellung des Getränks, dessen Basis ähnlich wie beim Bier Getreide ist, informiert. Glück hatten jene, die zu ihrer Schulzeit im Chemieunterricht aufgepasst hatten, denn diese konnten den Ausführungen Lünings folgen, der als Vollblutchemiker es sich nicht nehmen ließ, den Herstellungsprozess anhand von Molekülformeln etwas genauer, aber durchaus verständlich, zu erläutern. Zwischen den Vortragselementen gab es jeweils kleine Pausen zur Verköstigung, die Preisspanne der vier vorgestellten Sorten reichte von 19 bis 70 Euro pro Liter.

Peifer und Lüning beleuchteten die Besonderheiten des jeweiligen Inhalts näher. Mindestens drei Jahre muss Whisky (den schottischen und irischen erkennt man am einfachen „Y“ am Wortende) in Eichenfässer reifen, besondere Geschmacksrichtungen werden durch Ausbrennen, Verwendung von Sherry- oder Rotweinfässern erzielt. Auch erfuhren die Zuhörer, dass der Alkoholgehalt zwischen 40 und 45 Volumenprozent und das beste Geschmacksergebnis bei etwa 43 Volumenprozent liegt. „Ein leichtes Brennen im Mund ist bei mehr als 40 Prozent normal“, verrät Lüning, denn dann wird dem Mundraum Wasser entzogen. Es ist daher auch üblich und legitim, beim Genuss von Whisky etwas Wasser beizumischen. „Auch spielt die Temperatur eine wesentlich Rolle“, erläuterte Peifer – bei Handwärme entfaltet das Getränk sein bestes Aroma. Dazu gehört ein nach oben verjüngendes Glas mit Stiel, Kenner decken es sogar mit der Hand ab und schwenken es, wobei auch die Handfläche benetzt werden darf.

Fruchtig, rauchig, torfig, die Geschmacksrichtungen nach „The Famous Grouse“, „Auchentoshan“, „Glenmorangie“ und „Laphroaig“ spiegelten nur ein kleine Bandbreite dessen wider, was geschmacklich alles möglich ist. Dass das Gros der Anwesenden am Ende „Glenmorangie“ dem „Laphroaig“ vorzog, war wohl hauptsächlich dessen torfigem und rauchigem Geschmack geschuldet.

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