zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

29. Juni 2016 | 07:38 Uhr

Seebataillon treibt es nach Holland

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Laut einer neuen Kooperation zwischen deutscher und niederländischer Marine soll das Seebataillon bis 2018 in die niederländische Marine „integriert“ werden. Der Stützpunkt bleibt aber in Eckernförde.

Eckernförde | Die deutsche und die niederländische Marine wollen stärker miteinander kooperieren. Deshalb werden die Verteidigungsministerinnen beider Länder, Ursula von der Leyen und Jeanine Hennis-Plasschaert, am Donnerstag, 4. Februar, in Amsterdam eine Absichtserklärung (Letter of Intent) über die weitergehende Zusammenarbeit der Streitkräfte unterzeichnen. Gegenstand des Schriftstückes ist unter anderem die Integration des Seebataillons in Eckernförde in die Königliche Marine der Niederlande bis zum Jahr 2018.

Unter „Integrieren“ versteht das Bundesverteidigungsministerium, dass das deutsche Seebataillon die niederländischen Schiffe mitbenutzen kann, um Trainingseinheiten durchzuführen, Übungen zu absolvieren und Prozeduren zu erarbeiten. „Integration heißt ein reger Personalaustausch zwischen den Ländern“, erklärt Fregattenkapitän Frank Fähnrich, Sprecher für Angelegenheiten der Marine im Bundesverteidigungsministerium, auf Anfrage der Eckernförder Zeitung. „Im Marinekommando in Rostock sitzt schon der ein oder andere Austauschoffizier.“ Gleichzeitig macht Fähnrich deutlich: „Der Stützpunkt des Seebataillons bleibt in Eckernförde. Von einer Verlegung kann keine Rede sein.“

Hintergrund der Kooperation ist die gemeinsame Nutzung von Ressourcen. Die Deutschen haben Fähigkeiten und Kenntnisse, die für die Niederländer interessant sind, während die Niederländer Schiffe haben, die der deutschen Marine fehlen. Während die holländische Marine auf eine Erfahrung von 350 Jahren auf dem Gebiet der Marineinfanterie zurückgreifen kann, befindet sich diese Fähigkeit in der Bundeswehr erst wieder im Aufbau. Nach dem Ende des Kalten Krieges hat die deutsche Marine fast sämtliche amphibischen Truppen und Landungsboote außer Dienst gestellt. In heutigen Krisenszenarien ist es jedoch wieder notwendig, gesicherte militärische Transporte auch über See durchführen zu können, etwa für die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus dem Ausland oder für humanitäre Hilfeleistungen.

Deshalb wurde im April 2014 das Seebataillon in Eckernförde aufgestellt mit dem Ziel, neue Fähigkeiten unter anderem im Bereich der sogenannten „gesicherten militärischen Seeverlegefähigkeit“ aufzubauen. Um derartige Evakuierungsoperationen künftig weltweit durchführen zu können, bedarf es neben der Ausbildung aber auch eines sogenannten Joint Support Ships (JSS), also eines größeren Docklandungsschiffs, wie es die Niederlande bereits nutzen. Über Jahre hinweg war immer wieder die Anschaffung zweier solcher Schiffe für die deutsche Marine geplant, was aber aus finanziellen Gründen immer wieder verschoben und zuletzt aufgegeben wurde.

Bei der Kooperation geht es deshalb um die multinationale Entwicklung amphibischer Fähigkeiten unter der Mitnutzung des JSS „Karel Doorman“ der Niederlande. Es hat einen großen Hubschrauberlandeplatz, eine Rampe für Landungsboote und sehr viel Laderaum.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 02.Feb.2016 | 05:29 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen