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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 14:44 Uhr

Pilzflaute : Schwache Pilzsaison in Schwansen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ungünstiges Wetter in September und Oktober sorgt für Flaute in den Pilzkörben der Sammler / zweite Oktoberhälfte verspricht Aufschwung

Weseby | Im schattigen Dickicht schluckt das Moos den verräterischen Klang der Schritte. Doch immer wieder knackt Geäst unter den Füßen und warnt das Waldleben vor dem Vordringen Frank Dreves’. Macht nichts. Seine Beute kann nicht fliehen, sich nur verstecken – das allerdings ziemlich gut. Hinzu kommt, dass Butter-, Steinpilz und Co. dieses Jahr wegen ungünstiger Wetterverhältnisse nur spärlich aus dem Boden schießen.

Frank Dreves, der 42-jährige Vorsitzende des Seeadlerschutzvereins Schlei, ist nicht nur Vogel- sondern auch Pilzfreund. Solange er denken kann, sammelt er regelmäßig, seit 20 Jahren in der Schlei-Region – solange wohnt er bereits in Sönderby. Wo genau er an diesem Nachmittag zum Sammeln unterwegs ist, bleibt geheim. „Ein Pilzsammler verrät seine Plätze nicht“, sagt Dreves. Heute stromert er mit dem Reporter durch die Wälder um Weseby, soviel sei enthüllt. Doch allzu verborgen scheint der Platz nicht zu sein. Bloß liegende Pilzstiele verraten den Erfolg vorheriger Sammler. „Ärgerlich“, kommentiert Dreves.

Um erfolgreich zu sammeln, begibt sich der Pilzjäger am besten ab vom Wegesrand, hinein in den Kiefer-, Fichten-, Buchen- oder Eichenwald. „Nadelwälder wie dieser sind besonders geeignet“, erklärt Dreves. Und: „Wo viel Moos, da auch viele Pilze.“ Eigentlich also optimale Bedingungen hier – doch: „Wir hatten einen sehr trockenen September. Pilze mögen es feucht.“ Im Oktober wurde es dann zwar nasser, dafür aber kälter – auch das gefällt den launischen Nicht-Tier-nicht-Pflanze-Gewächsen wenig. „Das ergibt dann ein nicht so tolles Pilzjahr“, schlussfolgert Dreves.

Sein geübtes Auge entdeckt dennoch hier und da einen Butterpilz. Schneiden oder Herausdrehen, Herr Dreves? „Ich schneide die Pilze am Stiel ab. Das habe ich so gelernt.“ Tatsächlich ist es dem Pilz ziemlich egal, ob er zerschnitten oder verdreht wird. Was stehen bleibt, verfault ohnehin früher oder später. Will man den Pilz aber später bestimmen, sind Stiel und Stielbasis wichtige Erkennungsmerkmale.

„Wir sind bereits am Ende der Pilzsaison“, so Dreves. Was man jetzt noch findet: Maronen, Birkenpilze, Steinpilze und natürlich die leicht an ihrem großen Schirm zu erkennenden Parasolpilze, die häufig auch am Straßenrand zu finden sind. Wie die fünfköpfige Parasol-Familie gleich vor Dreves Haustür. „Lamellenpilze sammle ich aber nicht so gern. Diese hier bringe ich vielleicht später einem Freund mit.“

Das Ergebnis nach einer Stunde Sammeln: Ein gutes Dutzend kleiner bis mittelgroßer Butterpilze, zwei, drei Maronen-Röhrlinge und ein angefressener Steinpilz – zusammen bedecken sie kaum den Boden des optimistisch großen Korbes. „Letztes Jahr hatte ich hier jedes Mal locker einen Korb voll bekommen“, sagt Dreves. Doch er bleibt zuversichtlich: „Wenn es jetzt noch ein bisschen wärmer bleibt, könnte noch einmal einiges kommen.“

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erstellt am 20.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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