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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 12:43 Uhr

THEATERPREMIERE : Schrill, böse, sarkastisch – plattdeutsch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Am Sonnabend, 10. September, feierte das Schauspielerduo Thomsen & Greve Premiere von „Gerungel im Dschungel“. Rund 60 Zuschauer erlebten ein herrliche Parodie auf moderne TV-Formate.

Eckernförde | Wer glaubt, Elvis sei tot, der irrt gewaltig – Stephan Greve als Erik Glitter schwingt derart sexy die Hüften, dass nicht nur die Frauen im Publikum ins Schwärmen geraten und ihn mit Pfiffen anfeuern. Der Elvis des Nordens gibt sich alle Mühe, gilt es doch, den ersten Preis im Dschungelcamp zu gewinnen. Aber obwohl das Publikum eindeutig zugunsten des Elvis-Imitators klatscht, verkündet die Stimme aus dem Off, dass Kandidat Nummer zwei, Gernot van Fantastico, Sieger des Wettbewerbs ist. Er (Joachim Thomsen) mimt den Mozart des Nordens, „singt“ „Der Vogelfänger bin ich ja“ und stapft wunderbar einfältig über die Bühne im Carls. Das neue plattdeutsche Stück „Gerungel im Dschungel“ von Stephan Greve und Joachim Thomsen steckt voller bitter-süßer sarkastischer Anspielungen auf das zeitgenössische Fernsehformat „Das Dschungelcamp“ und enttarnt die moderne TV-Welt. Die plattdeutsche Sprache und eine böse Parodie – passt das zusammen? Es passt. Wortwitz gelingt Greve, der das Stück geschrieben hat, und Thomsen allemal – auch als sie die bayrische Volksmusik vom Oktoberfest nebenan in ihr Spiel einbeziehen. Am Sonnabend feierten die beiden Schauspieler mit ihrem Dreiakter Premiere im Carls. Jeder von ihnen verkörpert zwei Rollen, was angesichts der Garderobe teilweise ein äußerst schnelles Umziehen hinter den Kulissen erfordert. Für die Kandidaten des Dschungelcamps ist die Glamourwelt schon längst vorüber. Gernot van Fantastico (Thomsen) war einmal die beste Mozartverkörperung, Erik Glitter der beste Elvis-Imitator im Land. Geldsorgen treibt die beiden ins Camp. Trotzdem wahrt jeder von ihnen anfangs den Schein. Aber auch die Moderatoren, Renzo Brenner (Thomsen) und Larin Lager (Greve) haben ihre besten Tage hinter sich. Für sie heißt es zu lächeln, bis die Kieferschmerzen, vor allen Dingen, wenn man keine Ahnung hat. So ist bis zum Schluss nicht klar, was der erste Preis ist, der sich als ein einfacher Teller entpuppt. Wie im echten TV-Format gibt’s auch hier Schlangen, Maden, Käfer und Spinnen als Begleiter, die für ein Chaos auf der Bühne sorgen.

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Weitere Aufführungen: 22. Oktober (20 Uhr), 23. Oktober (17 Uhr), jeweils im Carls. Karten für 11 Euro bei der Schuhmacherei Thomsen, Kieler Str. Süd, Tel. 04351/2397, und an der Abendkasse

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erstellt am 12.Sep.2016 | 05:27 Uhr

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