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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 10:40 Uhr

ERFOLGREICHE KINDERSTADT : Schluss mit Skandalen und täglichen Bränden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kinderstadt Eck-Town-City wurde am Freitag, 2. September, nach einer Woche beendet. 200 Kinder und 80 Helfer sind mit dem Projekt zufrieden.

Eckernförde | Jetzt beginnt wieder der Ernst des Lebens: Die Kinderstadt Eck-Town-City auf dem Gelände des Schulzentrums hat am Freitagnachmittag wieder für ein Jahr ihre Pforten geschlossen. 200 Bewohner müssen jetzt wieder ins reale Leben zurückkehren. Sie zeigten sich gestern rundum zufrieden.

„Das Zusammenspiel von Kindern und Erwachsenen war toll“, sagte zum Beispiel die zwölfjährige Emma. „Auch dass wir bestimmen konnten, was in der Stadt passiert.“ Da sie im kommenden Jahr zu alt sein wird, um als Bewohner zurückzukehren, hat sie eine Alternative gesucht – und gefunden: „Ich komme als Helferin im Fotostudio wieder.“ Auch Finn (12) lobte die Kinderstadt. Er fand es sogar gut, dass zwischenzeitlich wegen Warenknappheit die Preise im Famila-Markt anstiegen. „So wurde gut das Verhältnis von Angebot und Nachfrage verdeutlicht. Das habe ich vorher nicht gewusst.“

Und noch etwas wurde deutlich: Wahlversprechen müssen eingehalten werden. Mit deutlicher Mehrheit hatte Felix die Wahl zum Bürgermeister gewonnen. Er hatte im Wahlkampf ein Konzert mit dem Musiker Cro oder einer anderen Größe versprochen. Nach der Wahl zog er sein Versprechen zurück, was für Aufsehen sorgte. Stattdessen versuchte er die Lücke selbst zu schließen: Mit der typischen Pandamaske trat er am Freitag selbst als das „beste Cro-Double der Welt“ auf die Bühne und lieferte eine Show mit Tänzerinne auf und Sicherheitskräften vor der Bühne.

Das war ein krönender Abschluss für eine Woche, die es in sich hatte: Ob im Rathaus, bei der Polizei oder bei der Post – die Kinder konnten sich täglich neue Jobs aussuchen, für die sie auch in der stadteigenen Währung „Ecki“ bezahlt wurden. 20 Prozent gingen als Steuern ab. Davon wurden zum Beispiel die Rathaus-Mitarbeiter, die Müllabfuhr, Polizei und Feuerwehr bezahlt.

Und die wurden auch gebraucht: Täglich „brannte“ es in einem der Zelte von Eck-Town-City, mehrmals wurden die Banken überfallen, es gab einen Trickdiebstahl im Famila-Markt und den Verdacht auf Geldwäsche im Casino. Um eine tote Ringelnatter errichtete die Polizei eine Absperrung, einige Bewohner erlitten eine Lebensmittelvergiftung, schließlich wollte der Bürgermeister die Berichterstattung der „Ecktown City News“ beeinflussen – alles natürlich nur im Spaß.

Neben den Kindern waren aber auch die 80 Helfer zufrieden. Und auch die Organisatoren Simone Staack-Simon vom Lokalen Bündnis für Familie im Rathaus und Wilfried Lüthge von der Verkehrswacht zogen ein positives Fazit. Mehr als 200 Kinder werde man im kommenden Jahr allerdings nicht aufnehmen können. „Da stoßen wir auch vom Platz her an unsere Grenzen.“

Rund 10  000 Euro kostet die Kinderstadt in jedem Jahr, auf Spenden und Sponsoren sei man angewiesen. Deshalb war es gut, dass gestern Nachmittag noch alle Erzeugnisse aus der Stadt – vom Vogelhaus bis zur Sitzbank – bei einer Versteigerung ihre Abnehmer gefunden haben.

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