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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 08:59 Uhr

Meerwasserwellenbad : Sanierungsfall Wellenbad: 1,5 Millionen in drei Jahren

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Salz, Chlor und Sanierungsstau sorgen im Meerwasserwellenbad für einen hohen Investitionsbedarf. In drei Jahren werden 1,5 Millionen Euro investiert. Das Land beteiligt isch mit der Hälfte der Kosten.

Eckernförde | Salzwasser, Chlor, Verschleiß und ein erheblicher Investitions- und Sanierungsstau setzen dem Anfang der 1970er Jahre gebauten Meerwasserwellenbad arg zu. Die finanziellen Folgen bekommen die Stadtwerke Eckernförde als Betreiber jetzt zu spüren: 1,5 Millionen Euro sind in drei Jahren zu investieren. Bleibt dies aus, ist der Betrieb nicht mehr gewährleistet, das Bad wird von Jahr zu Jahr maroder und kann im Wettbewerb nicht mehr bestehen. Und das kann sich das Ostseebad Eckernförde als beliebtes Urlaubsziel nicht leisten.

Das Land greift den Stadtwerken bei der Finanzierung kräftig unter die Arme, hat bereits 500  000 Euro als Kostenzuschuss für die energetische und technische Sanierung bewilligt und dürfte auch weitere 250  000 Euro für 2017 freigeben. Begründet wird dies mit der intensiven Nutzung des Bades für das Schul- und Vereinsschwimmen und der Schwimmausbildung von Kindern als Teil der Daseinsvorsorge an der Küste.

Das Meerwasserwellenbad ist also eine dauerhafte Großbaustelle, in die laufend investiert werden muss. In den 90er Jahren gab es eine Generalinstandsetzung, danach wurde das Bad weitgehend auf Verschleiß gefahren. Erst seit einigen Jahren wird dort wieder investiert, saniert und modernisiert. In diesem Jahr ist das meiste bereits während der dreiwöchigen Schließungsphase im Juni saniert, repariert und erneuert worden, einiges muss noch gemacht werden. So sollen sämtliche WC-Anlagen inklusive der Technik und Armaturen erneuert werden, die Beleuchtung wird von Halogen auf LED umgestellt, die Trapezbleche an der Fassade Preußerstraße werden gegen Isothermelemente ausgetauscht, der veraltete Hubsteg, ohne den das Schul- und Vereinsschwimmen nicht möglich ist, muss erneuert werden, die verschlissene Lüftungs- und Wellenanlage ebenfalls, das Tauchbecken erhält eine Aufbereitungsanlage für die drei Kubikmeter Ostseewasser, die stündlich durchlaufen, diverse Pumpen und Klappen sind korrodiert und müssen ausgewechselt werden, und in der feuchten Salzgrotte der Sauna müssen Teile der Technik und Ausstattung erneuert werden.

Die Fülle der Maßnahmen schrecken Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens, Bauleiterin Marion Huber und Badleiterin Kirsten Frotscher keineswegs. Stück für Stück werden die Projekte abgearbeitet, teilweise bei laufendem Betrieb, ohne das die Gäste spürbar darunter leiden. Gearbeitet wird teilweise nachts, wie beim Abbruch der WCs im Hallenbereich ab dem 4. September.

Nächstes Jahr soll die Fassade zur Seeseite hin erneuert werden, im Saunabereich sollen die Umkleide- und Ruheräume erweitert werden, die Tragfähigkeit der Hallendecke und der abgehängten Verkleidung müssen geprüft und die Deckenträger im mittleren Bereich möglicherweise ausgewechselt werden.

„Wenn wir 2017 abgeschlossen haben, werden wir die Gesamtsituation erheblich verbessert haben. Aber wir werden nie ganz fertig sein“, sagt Dietmar Steffens angesichts der notwendigen laufenden Instandsetzungen und der starken Belastung der Technik, der Ausstattung und des Gebäudes durch Salz, Chlor und Witterung direkt an der See. Wichtig sei es, den Standard und die Betriebsfähigkeit zu erhalten, das sei in den vergangenen Jahren teilweise nur sehr knapp möglich gewesen.

Bis zu 1400 Gäste strömen pro Tag ins Meerwasserwellenbad, berichtet Badleiter Kirsten Frotscher. 2015 waren es exakt 136  809 Badegäste plus 80  000 bis 90  000 Vereinsschwimmer. Auch die Sauna „hot spot“ war gut besucht und verzeichnete 23  791 Besucher. 22 Mitarbeiter kümmern sich um einen geregelten Ablauf und die Sicherheit der Gäste.

Trotz der guten Besucherzahlen fahren Wellenbad und Sauna ein jährliches Defizit von rund 1,8 Millionen Euro ein, das dank des steuerlichen Querverbunds auf 1,3 Millionen gesenkt werden kann. Steffens kündigte an, dass die Schwimmzeiten für die DLRG wegen deren Bedeutung für die Ausbildung und den Wachdienst erweitert werden sollen, was zu Lasten anderer Vereine gehen dürfte.

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erstellt am 04.Aug.2016 | 06:41 Uhr

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