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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 08:53 Uhr

Kirchbau : Sanierungsbedarf an der Marienkirche

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gutachten listet umfangreiche Schäden am Bauwerk auf / Sanierungsabschnitte eins und zwei werden auf rund 512 000 Euro Kosten geschätzt / Morgen Infoabend in der Kirche.

Waabs | Die Marienkirche ist gut 600 Jahre alt. Die Zeit hat Spuren am Bauwerk hinterlassen. Zwar sind bereits eine Reihe von Arbeiten am Turm, an der Orgel und im Chorraum erfolgt, doch damit ist es nicht getan. Ein Gutachten des Kieler Architekturbüros Edgar Schwinghammer hat die Schäden an dem Gebäude erfasst und in Zusammenarbeit mit dem Kirchengemeinderat ein Sanierungskonzept erstellt. Aufgeteilt in vier Abschnitte stehen der Kirchengemeinde danach Kosten von 682  000 Euro ins Haus. Über das Vorhaben wird morgen ab 19.30 Uhr in der Marienkirche informiert.

„Erste Priorität hat der Turm“, sagt Arne Heinrich, Vorsitzender des Bauausschusses des Kirchengemeinderates. So haben Untersuchungen des Gebälks massive Schäden ergeben. Träger seien verrottet, Auflager zerstört, berichtet Heinrich. Im Mauerwerk sind starke Risse, die Feuchtigkeit eindringen lassen. Zudem sind Backsteine im Außenmauerwerk kaputt und es fehlen Mörtelfugen. Außerdem fehlen im Turmmauerwerk Maueranker, die den Turm stabilisieren. Unter dem Stichwort „Dach und Fach, Turm“ wird mit Kosten von rund 230  000 Euro gerechnet.

Ganz ähnlich die bauliche Situation im Kirchenschiff und dem Dachgebälk. Auch dort sind viele Träger und Balken morsch und müssen ersetzt werden. Schäden weist auch das Außenmauerwerk auf. Besonders im Traufbereich sorgt auftreffendes Wasser für Schäden am Mauerwerk, berichtet Heinrich. Der Bereich „Dach und Fach, Kirchenschiff“ sieht Kosten von rund 282  000 Euro auf.

Abschnitt eins und zwei sollen idealer weise in 2017 zusammen ausgeführt werden, sagt Pastorin Peggy Kersten. Sie hofft, dass die Streitereien der vergangenen Jahre um die nötigen Arbeiten an der Marienkirche überwunden sind. Alle bisherigen Investitionen, so in die Orgel und die Freskenfreilegung im Chorraum, hätten keinen nachhaltigen Bestand, wenn nicht das Gebäude der Kirche gesichert werde, macht sie deutlich. Der Kirchengemeinderat habe überhaupt nichts dagegen, dass weitere Fresken freigelegt werden und eine spezielle Beleuchtung installiert wird. Spendengeld dafür liege auf einem Konto bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bereit.

Die Arbeiten im Innenraum gliedern sich auch in zwei Abschnitte, werden aber erst nach den ersten Abschnitten umgesetzt. So sollen im Abschnitt drei die Wandbilder im Chorraum umlaufend bis zu einer einheitlichen Höhe freigelegt werden. Zusätzlich sollen die Rippen im Dachgewölbe, bislang weiß, auch freigelegt werden, sagt Heinrich. Auch der Altar wird aufgearbeitet. Details soll ein Gutachten noch in diesem Jahr ergeben. In diesem Abschnitt wird mit 70  000 Euro Kosten gerechnet. Im vierten Abschnitt geht es um Maler- und Wandarbeiten im Kirchenschiff. Außerdem sollen sämtliche Objekte wie Bilder, Holzarbeiten und auch das Stiftergestühl gereinigt werden. Hierfür wird mit rund 100  000 Euro gerechnet.

Bevor im Innern der Kirche etwas gemacht werden kann, müsse die Hülle in Ordnung gebracht werden, stellt Kersten fest. „Als bei der Orgel Schimmel festgestellt wurde, war das doch ein Zeichen“, sagt sie. Und auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz machte dem Kirchengemeinderat deutlich, dass sie weitere Zuschüsse für eine mögliche Freskenfreilegung nur dann befürworten könne, wenn der Erhalt der Wandbilder gesichert sei. Dafür müsse das Gebäude aber erst ertüchtigt werden, sagt Kersten.

Mit dem Gutachten an der Hand hat der Kirchengemeinderat zahlreiche Anträge auf Fördermittel und Zuschüsse für die Bauphasen eins und zwei gestellt, zählen Kersten und Heinrich auf. So prüfe der Kirchenkreis derzeit die Unterlagen und stellte bis zu 70 Prozent Zuschüsse in Aussicht. Ein Antrag wurde an die Stiftung Kirchenbau-Denkmäler gestellt, Ergebnis noch offen, so Heinrich. Positive Signale hätten sie von der Stiftung Denkmalschutz erhalten. Darüber hinaus wurde auch die politische Gemeinde Waabs um Unterstützung gebeten. Bereits für 2016 zugesagt hat der Förderverein Marienkirche 2000 Euro. Überaus positiv seien auch die Rückmeldungen vieler Bürger, sagt die Pastorin. So hätten sie gut 100 persönliche Briefe mit Einladung zu dem Infoabend am Sonnabend verteilt. Viele hätten ihr bereits Spenden zugesagt.

Auch wenn die Aussicht auf Zuschüsse gut sei, so hat die Kirchengemeinde noch eine große Hürde zu schaffen. Bedingung des Kirchenkreises für eine 70-prozentige Bezuschussung sei, so Kersten, dass die Kirchengemeinde die verbleibenden 30 Prozent in Eigenmitteln aufbringt. Das könnten andere Spenden oder Zuschüsse sein, Hauptsache es reicht zu der Kofinanzierung. „Das ist jetzt unser Ziel“, sagt Heinrich. Sie seien auf einem guten Weg, aber eine deutliche Lücke gebe es noch.

Die Arbeiten für die Neugestaltung des Abschiedsraums sind fertig geplant und auch finanziert, sagt Heinrich. Da im Zuge der Dacharbeiten an der Kirche auch die Decke im Abschiedsraum geöffnet wird, es werden auch dort Holzschäden vermutet, kann der Umbau des Raumes erst nach Abschluss von Abschnitt eins und zwei erfolgen, so leid es ihnen auch tue, so Kersten.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 06:49 Uhr

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