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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 23:25 Uhr

Sanierung oder nicht: Bürger sollen’s richten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Soll die Stadthalle saniert werden oder nicht? Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten. Die Ratsversammlung hat Ja gesagt und 3,5 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre freigegeben. Damit ist das Thema eigentlich erledigt – Mehrheitsentscheidung.

Nicht so in Eckernförde. Da werden Beschlüsse gerne mal wieder hervorgekramt und neu in die Diskussion geworfen. In die Stadthalle haben sich besonders das Bürger-Forum und die Grünen verbissen. Am liebsten würden sie keinen Cent mehr in die 44 Jahre alte Stadthalle stecken, sie abreißen, das freiwerdende Sahnegrundstück zwischen Strand und Fußgängerzone für viel Geld an einen Investor verkaufen, um mit dem Erlös im weitläufigen Bahnhofsumfeld für 7 bis 15 Millionen – da gehen die Berechnungen weit auseinander –, eine neue, moderne Stadthalle mit oder ohne Touristik und Stadtbücherei und eventuell mit angedocktem Kino zu bauen. Große Gedanken, deren Realisierungschancen derzeit aber gegen Null tendieren: Es gibt weder eine Mehrheit noch Baurecht. Insofern muss zumindest die Kinofrage davon abgekoppelt und separat gelöst werden, weil Eckernförde sich keinen weiteren Zeitverzug leisten kann.

Der Vorwurf der Grünen, von der Stadtverwaltung nicht ausreichend mit Entscheidungsgrundlagen versorgt worden zu sein, klingt ein wenig bizarr. Schließlich läuft die Debatte seit Monaten, es wurden konkrete Berechnungen vorgelegt und Sanierungsvarianten vorgestellt. Auf entsprechende Intervention wäre die Verwaltung sicher in der Lage gewesen, zusätzliche Informationen zu geben. Jetzt schlagen die Grünen basispolitische Purzelbäume, beantragen eine Einwohnerversammlung und die Durchführung eines Bürgerbegehrens zur Sanierung der Stadthalle und damit zu einer Frage, die locker in der Ratsversammlung entschieden werden kann und auch schon entschieden worden ist. Was sollen die Einwohner, die noch viel weniger über den Zustand der Stadthalle wissen als die informierten Ratsmitglieder, denn mitentscheiden? Das sieht eher nach einem Rückpass aus, der das Spiel, in diesem Fall die notwendige Sanierung und Aufwertung der Veranstaltungsstätte Nr. 1, unnötig verzögert. Die geforderte Bedarfsanalyse und Erarbeitung eines Nutzungskonzepts vor einer Sanierung sind grundsätzlich nachvollziehbar. Bleibt nur die Frage, womit sich das Stadthallenmanagement in den letzten 44 Jahren befasst hat?

Klar ist: Eckernförde braucht eine moderne und top-ausgestattete Stadthalle für Konzerte, Theater, Tagungen, Messen, Kongresse und Bälle. Jetzt sind räumliche Lösungen gefragt, die dies im Bestand ermöglichen. Sollte sich dann herausstellen, dass dies nicht möglich oder zu teuer ist, müsste tatsächlich über einen Neubau nachgedacht werden.

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erstellt am 11.Nov.2016 | 10:20 Uhr

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