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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 22:28 Uhr

JUBILÄUM : Rock’n Roll wie zu Elvis Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Am Donnerstag fand die 50. Jam Night im Carls mit der Band „Chilkats“ als opener statt. 300 Nachwuchsmusiker traten in den vergangenen fünf Jahren im Carls auf.

Eckernförde | Seit fünf Jahren gehört die Bühne der Carls Eventlocation am dritten Donnerstag eines Monats bei den „jam nights“ unbekannten Künstlern. Sie wagen sich dort vor ein Kenner-Publikum. Dann gehört sie Musikern, Singer/ Songwritern, Lyrikern und Poeten. Bühne, Licht und das Notwendigste für den Auftritt stellt das Haus kostenlos zur Verfügung. Nur Instrumente, Ideen und Spaß an der Musik müssen die mutigen Künstler mitbringen sowie Können und Sicherheit.

Annähernd 300 Nachwuchs- und Hobbymusiker haben sich über die Jahre präsentiert, untereinander Kontakte geknüpft, sich vorgestellt und den Sprung ins Live-Musikleben gewagt. Der Rahmen ist einzigartig: Als „opener“ leitet die erste Gruppe den Abend. Immer ohne Honorar – außer einer kräftigen Stärkung vorab und freien Getränken gibt es Bühnenerfahrung. Fürs Publikum lohnt sich der Besuch, weil bei freiem Eintritt er eine gute Möglichkeit besteht, Talente zu entdecken, lebendige Musik zu erleben und das Erfahrene weiter zu empfehlen.

Mit den „jam nights“ hat der Hobby-Saxofonist Peter Jobst, hauptberuflich IT-Manager, mit Stefan Walter (Waldi) eine nachahmenswerte Form der Musiker-Förderung etabliert. Bemerkenswert ist diese, weil es nicht nur beim Auftritt unbekannter Musiker bleibt. Im zweiten Teil des Abends kann jeder mutige Musiker mitmachen. Um ein breiteres Publikum zu begeistern, erklären sich die Gäste der opener-Bands bereit, mit „Kollegen“ aus dem Publikum zusammen aufzutreten. Damit ergeben sich für alle neue Perspektiven: Ein interessanter Abend mit neuen Bekanntschaften. Auch neue Bands sind hier bereits entstanden. Fürs Publikum ist das an- und aufregend.

Viele Publikums-Musiker erwiesen sich auf der Bühne als Könner und Entdeckungen. So auch bei der 50. Jubiläums-„jam night“: Zusammen wurde improvisiert, was das Zeug hält. Beim „jammen“ ist den Musikern der Stil bekannt. Vorab werden Themen oder Titel besprochen. Der Reihe nach erhält jeder die Gelegenheit zu einem Solo.

Alles locker, frisch und frei nach amerikanischer Art an diesem Abend – wie es schon in den 50er Jahren, dem beginnenden Vinyl-Zeitalter, Elvis Presley oder Buddy Holly getan haben. Gespielt wurden Stücke, die in die Beine gingen. Die „Chilkats“, 2015 gegründet, hatten das Publikum sofort im Griff. Die vier spielten Jump Blues, Rock’n’Roll, Swing, R’n’B, Mumba. Hendrik Frommhold, Jol, Henning Kiehn und Boris Borisov zeigten allein und mit ihren Überraschungskollegen auf der Bühne solides Können. So kam Freude auf – nicht nur bei den Musikern auf der Bühne. Die Besetzung mit Kontrabass, die E-Gitarre im antiken Stil und die edel verstärkte „Blues-Harp“ (Mundharmonika) mit Rhythmen aus der Anfangszeit des Rock’n Roll, aber auch Swing-Nummern verfehlten ihre Wirkung nicht. Nach dem ersten Block und kleiner Pause spielte mit Könnern aus dem Publikum zeitweise eine Session-Band mit acht Musikern.

So gab es für E-Bass, -Gitarre und Saxofon reichlich Gelegenheit für Instrumental-Soli und sogar Gesangseinlagen. Alles wurde sofort mit Beifall vom Publikum gewürdigt. Spätestens als ein Herr mit grauen Haaren und Goldrand-Brille Rock’n-Roll-röhrte, war klar, wie sehr die populäre Musik aus den 50er Jahren in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.




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