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Milch : Regionale Milch für den chinesischen Markt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Versammlung der Milcherzeugergemeinschaft Rieseby / Verhandlungen mit der Kappelner Cremilk GmbH dauern an / Gentechnikfreies Futter ein Jahr zurückgestellt

Gammelby | „Ein sehr bescheidenes Jahr liegt hinter uns“, stellte Gerd Feige, Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft Rieseby bei der Mitgliederversammlung im Hotel Gammelby fest. Im Laufe des Jahres war der Auszahlungspreis für das Kilogramm Milch von rund 20 Cent auf bis zu 37 Cent im Dezember gestiegen. Im Jahresschnitt gab es 26,31 Cent für die Betriebe.

Insgesamt gehören 58 Lieferanten (43 Rieseby, 15 Südtondern) zu der Milcherzeugergemeinschaft. 13 Lieferanten haben im Vorjahr die Gemeinschaft verlassen, sechs von ihnen haben die Milchproduktion bis zum 30. April ganz eingestellt. In seinem Bericht informierte Feige, dass der Liefervertrag mit der Cremilk Kappeln turnusgemäß zum Jahresende 2017 gekündigt wurde. Man habe schon Interesse an einer Fortsetzung, sagte Feige. Die Erzeuger schauen aber auch rechts und links nach weiteren Möglichkeiten. Bisher gestalteten sich die Gespräche mit der Cremilk über einen neuen Vertrag schwierig. Knackpunkt war bislang der Wunsch der Cremilk gewesen, dass die Lieferanten ihre Milchkühe gentechnikfrei füttern (GVO) sollen, so Feige. „So eine Umstellung ist nicht problemlos“, stellte er fest. Nach intensiven Gesprächen mit der Cremilk zog das Unternehmen dies zurück. Im Saal wurde zustimmend geklopft.

„GVO ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben“, machte Jens Ramsl, Geschäftsführer der Cremilk GmbH Kappeln, deutlich, dass GVO wieder Thema wird. Man habe etwas Zeit gewonnen, um mehr über GVO und seine Realisierung zu erfahren. Zwei Meiereien würden bereits teilweise GVO produzierten, so Ramsl. Er betonte, dass Cremilk als Dienstleister agiert. Wenn die Kunden nach Milchprodukten von gentechnikfrei gefütterten Tieren verlangen, dann müsse man dem nachgeben.

Details zu GVO stellte Prof. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge von der FH Kiel im Anschluss an die Versammlung in einem Vortrag vor. Derzeit werde weltweit zu 90 Prozent Soja als Eiweißlieferant im Futter verwendet. Es stammt zumeist aus den USA und ist gentechnisch behandelt. Diese Menge zu ersetzen sei eine Herausforderung. Für Deutschland sieht die Professorin eine Eiweißlücke von rund 65 Prozent.

In seinem Bericht sprach Ramsl davon, dass das vorherige Wirtschaftsjahr nicht nur für die Milchlieferanten schwer war, sondern auch für die Cremilk. So habe das Unternehmen, das zur Cafea Gruppe gehört, umfangreich investiert. Nun werde etwas defensiver an der Konsolidierung gearbeitet. Die größte Wertschöpfung wurde in 2016 durch Babynahrung erzielt. Rund 7000 Tonnen wurden produziert. China ist weiterhin ein sehr wertvoller Markt, sagte Ramsl. In Kürze wird auf Betreiben der chinesischen Partner ein Systemaudit im Kappeln Werk erfolgen. Sie seien etwas angespannt, wenngleich sie die hohen deutschen Vorgaben erfüllten. Wenn die Zulassung erfolgt, sei das eine Eintrittskarte für den chinesischen Markt, wo es für westliche Firmen schwer sei, Fuß zu fassen. Deutschlandweit gibt nur fünf Unternehmen, die für Babynahrung in China zugelassen sind, so Ramsl. Derzeit werden rund 1000 Tonnen nach China geliefert. Hinsichtlich der derzeit laufenden Vertragsverhandlungen betonte der Cremilk Geschäftsführer, dass man den Wunsch habe, mit den beiden Erzeugergemeinschaften weiter zu arbeiten. Dabei lobte Ramsl die hohe Qualität der erzeugten Milch in einem Wirtschaftsjahr, das nicht einfach war.

Bei den Vorstandswahlen wurden Bernd Knuth und Günther Lausen als Beisitzer verabschiedet. Zu ihren Nachfolgern wurden Lorenz Engelbrecht aus Grundhof und Markus Vagd aus Steinbergkirche.

Die Cremilk zeichnete wieder die Betriebe aus, deren Milch die geringsten Keimbelastungen aufwiesen. Die Messlatte liegt bei weniger als 130000 Zellen/Kilogramm Milch. Betriebe, die diesen Wert ein bis fünf Mal im monatlichen Mittel erreichten bekamen Bronze (11 Höfe). Wer im Mittel in sechs bis neun Monaten die Grenze unterschritt erhielt Silber (6 Höfe). Sieben Betriebe schafften dies in zehn bis 12 Monaten und wurden von der neuen Milcherzeugerberaterin Maren Schulze ausgezeichnet. Gold gab es für die Betriebe: Holger Thietje, Fleckeby, Geuenich & Scheben GbR, Holzdorf, Jens Erichsen, Dannewerk, Michael Petersen, Holzdorf, Alexander Schmidt, Brodersby (Schlei), Andreas Thiessen, Tolk und Klaus Kock, Sörup.

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erstellt am 11.Mär.2017 | 06:07 Uhr

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