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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 19:33 Uhr

Baustelle : Reger Verkehr auf gesperrten Straßen

vom

Zahlreiche Autofahrer nutzen die nur für Anwohner vorgesehenen Ausweichwege um die Baustelle an der B 76 / Polizei kontrolliert stark befahrenen Möhlhorster Weg

Fleckeby | Der auf der B 76 fahrende weiße Kleintransporter biegt in die Zufahrt zum Möhlhorster Weg ein, hält dann aber vor dem Verbotsschild. Der Fahrer denkt vermutlich über den angebrachten Hinweis nach: „Anlieger frei“. Zwei aus der Straße kommende und an ihm vorbeifahrende Pkw erleichtern ihm die Entscheidung. Er befährt selbst die während der zurzeit laufenden Sanierungsarbeiten an der B 76 eigentlich gesperrte Route. Und ist damit bei weitem nicht der einzige.

Der zweite Bauabschnitt von der Einmündung der Kreisstraße in Götheby bis zur Mitte der Einmündung der Straße Schoolbek wurde in der vergangenen Woche am Dienstag begonnen und soll am kommenden Montag fertiggestellt werden. „Die Autos fahren ohne Rücksicht auf Verluste und viel zu schnell auf dem Möhlhorster Weg“, beschwert sich eine Radfahrerin. Mit teilweise mehr als 100 Stundenkilometern seien die Fahrzeuge auf der engen Strecke, auf der während der Bauarbeiten 30  Stundenkilometer erlaubt sind, unterwegs. Eine Bekannte, die sonst hier spazieren gehe, tue dies nun aus Angst nicht mehr. Ein anderer Anwohner sagt: „Manche Leute stellen sogar die Verbotsschilder zur Seite.“ Man müsse um die Kinder Angst haben, die auf dem Weg zum See sind.

Die Polizei bestätigt, dass der Verkehr auf dem Möhlhorster Weg erheblich angestiegen sei und beinahe die Dichte erreicht habe, die sonst auf der Bundesstraße üblich sei. Am Montag und Dienstag wurden deshalb Kontrollen durchgeführt und Verwarnungsgelder in Höhe von 20 Euro verteilt. „Auch aus unserer Sicht ist die Situation sehr unzufriedenstellend“, so Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Gestern trafen sich die Ordnungshüter deshalb mit dem für die Baustelle zuständigen Amt Schlei-Ostsee, um gemeinsam zu beraten, wie der Verkehrsfluss rund um die Baustelle verbessert werden kann.

Dabei ist die Nutzung des Möhlhorster Wegs als verkürzte Umgehungsstraße noch der weniger dreiste Weg. Nicht wenige fahren direkt über die Baustelle auf der B 76 weiter. Zwar dürfen auch hier Anwohner die Straße nutzen. André Christmann, Bauarbeiter auf der Strecke, meint aber: „Es sind verdächtig viele Fahrzeuge unterwegs.“ Und auch die Kennzeichen von Berlin, Leipzig und anderen fernen Städten lassen seiner Meinung nach Zweifel am vorgeblichen Ziel der Fahrer aufkommen.

Eine Autofahrerin, die auf dem verbotenen Pfad unterwegs war, versteht den Ärger der Anwohner. „Aber es ist die einzig praktische Möglichkeit. Die offizielle Umleitung würde ewig dauern.“

Ursula Schwarzer, Bürgermeisterin von Fleckeby, meint hierzu: „Manche halten sich offenbar nicht so gern an Regeln.“ Diese hätten aber ihren Sinn und sollten eingehalten werden. „Ich selbst habe erlebt, wie Fußgänger und Reiter auf dem Möhlhorster Weg wegen des Verkehrs in Schwierigkeiten gerieten.“ Sie verstehe den Ärger der Menschen über gesperrte Straßen und lange Umwege. Die Einschränkungen seien ärgerlich aber notwendig. Ich denke, für die drei Wochen müssen wir die Zähne zusammenbeißen. Hinterher haben wir eine schöne neue Straße.

Der letzte Bauabschnitt vom jetzigen Baustellenende  bis zur Mitte der Einmündung der Straße Schwansenweg wird laut Plan am kommenden Montag beginnen. Am Freitag, 19. August, sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

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erstellt am 04.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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