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Eckernförder Zeitung

01. Oktober 2016 | 05:12 Uhr

Marcussen-Orgel : Raumfüllende Töne in der St.-Jürgen-Kirche

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Konzerte in der Festwoche in St.-Jürgen gut besucht / Weitere interessante Angebote bis zum Sonntag

Gettorf | Das Hauptportal der St.-Jürgen-Kirche war gesperrt, Zugang erhielt man durch den Seiteneingang und im Inneren waren die Bänke auf die Orgel ausgerichtet. Dieses ungewohnte Bild hat einen guten Grund: Die Festwoche zum 150-jährigen Bestehen der Marcussenorgel (wir berichteten) ist im vollen Gang. Und da sie im Mittelpunkt steht, ist es klar, dass alle Augen auf sie gerichtet sind. Nach dem ersten Konzert am Freitagabend, bei dem es Musik für Orgel und Trompete zu hören gab und das laut Kantorin Julia Uhlenwinkel, die auch die Idee zur Festwoche hatte, ein „tolles Eröffnungskonzert“ war, ging es am Sonntag mit Musik für Orgel und Chor weiter. Bei dem Konzert, bei dem ausschließlich geistliche Musik dargeboten wurde, lauschten die Zuhörer Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901), Franz Schubert (1797-1828) und dem irischen Komponisten Charles Wood (1866-1926), der vor allem durch seine Kirchenmusik, darunter die Sechzehn Präludien für Orgel von 1912, bekannt wurde.

Und irgendwie hatten alle Werke etwas mit der Zahl 150 zu tun. Zum einen handelte es sich um Musik der Romantik, ergo um Musik, die um die Zeit des Baus der Orgel entstanden ist, von Rheinberger gab es das „Abendlied“ op. 150.2 und „Elegie“ op. 150.5 zu hören und Charles Wood wurde vor 150 Jahren geboren, just in dem Jahr, als auch die Orgel in Gettorf errichtet wurde. Bei dem gebotenen Repertoire – von Mendelssohn-Bartholdys „Präludium G-Dur op. 37“ oder seiner „Sonate II op. 65 c-Moll“ über Woods „Magnificat c-Moll“ und Rheinbergers „Trio op.49.4 Des-Dur“ bis hin zu Schuberts „Messe Nr. 2 in G-Dur D 167“ – konnte Torsten Plaß, Organist in der Krusendorfer Kirche, zeigen, was in dem Instrument steckt. Die Bandbreite von leise daherkommenden Klängen bis hin zu kraftvollen, fulminanten, raumfüllenden Tönen. Nicht nur Plaß bewies Virtuosität, auch der Chor der Kantorei Gettorf und das Collegium Vocale Dänischer Wohld sowie das Streichquartett aus Gettorf standen dem in nichts nach. Und auch die Solisten Julia Uhlenwinkel (Sopran), Gabriele Ismer (Mezzosopran), Benno Borchert (Tenor) und Philipp Struve (Bass) überzeugten mit teils glasklaren, teils kraftvollen Stimmen. Auch wenn Orgel und geistliche Musik nicht jedermanns Sache ist, bewies das Konzert, dass die Kombination aus Orgel, Chor und Streichern das Publikum begeistern kann. Hatte Julia Uhlenwinkel vorab darum gebeten nicht nach jedem Stück zu applaudieren, fielen die Ovationen am Ende des Konzerts in der gut besuchten Konzertkirche umso andauernder aus.

Drei weitere Angebote stehen noch auf der Agenda: Heute, 20. September, gibt es um 9.30 Uhr und um 11 Uhr den „Katzenkrimi“ für junge und junggebliebene Konzertbesucher; am Sonnabend, 24. September, ab 20 Uhr steht die „Gospel-Folk-Jazz-Orgel-Nacht“ an und am Sonntag, 25. September, heißt es um 19.30 Uhr „Spuk im Schloss“, bei dem die Marcussenorgel als Begleitinstrument zu einem Stummfilm herhalten wird.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 06:54 Uhr

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