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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 21:19 Uhr

Roald Amundsen : Rauf in die Rahen und ran an die Leinen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rund 600 Besucher waren beim Open Ship auf der Roald Amundsen. Die Crewmitglieder zeigten den Interessenten die richtigen Handgriffe an Bord.

Eckernförde | Einmal die Schiffsplanken eines echten Rahseglers unter den Füssen spüren, am Tag der Deutschen Einheit war es in Eckernförde zum „Open Ship“ auf der Brigg „Roald Amundsen“ möglich. Rund 600 Besucher ließen es sich nicht entgehen, das traditionelle Segelschiff mit Heimathafen Eckernförde hautnah zu erleben und dabei auch ein wenig der Seefahrerromantik nachzuspüren, aber auch das harte Leben an Bord kennenzulernen.

Löste allein die Höhe der Masten mit den Rahen schon Bewunderung für diejenigen aus, die dort bei Seegang die notwendige Seemannschaft verrichten, wirkten die unendlich vielen Leinen, Strecker und Fallen aus den Masten an Deck für den Laien extrem verwirrend. Gehört man allerdings zur Stammbesatzung, ist es Grundvoraussetzung, jede Leine mit Namen und Funktion zu kennen. Bevor es allerdings soweit ist, startet das Besatzungsmitglied in spe zunächst als Trainee und darf im Laufe des Werdegangs einen umfangreichen Fragenkatalog abarbeiten, bis es das ersehnte „Matrosenticket“ gibt.

Vielfältig waren die Fragen, die geduldig durch Angehörige der Stammbesatzung beantwortet wurden. „Dass hier überhaupt jemand durchblickt, ist fast nicht zu glauben“, befand Klaus Gebhardt, Urlauber aus Süddeutschland. Er interessiert sich schon seit seiner Kindheit für Segelschiffe, freut sich darüber hier auch mal etwas anfassen zu dürfen.

Mal ein Selfie oder auch nur ein interessantes Detail, optisch festzuhalten gab es reichlich, da hinter vielen museal anmutenden Details noch volle Funktion und Authentizität steht. Fragt man nach der Herkunft der Stammbesatzung, kommt diese aus ganz Deutschland und auch aus der Schweiz oder Österreich. So auch Dr. Vera Stock (40) aus Hannover. Sie schätzt das Für- und Miteinander an Bord, mag die Kameradschaft und ist sich auch nicht zu schade, oben in der Takelage Pflegearbeiten mit Farbe oder Fett auszuführen.

„Das Schiff braucht ständig Pflege“, bestätigt auch Birgitt Lüeße, Vorsitzende des Betreibervereins „Lebenlernen auf Segelschiffen e.V“. So bot es sich am Montag für die Besucher geradezu an, die für Pflegearbeiten auf die Pier herabgelassene Rah mit angeschlagenem Segel selbst einmal anzufassen und Segel und Holz in den Händen zu spüren. Wie es sich anfühlt, im sogenannten „Fußpferd“ stehend über die Rah gebeugt das eher unhandliche Segel festzuzurren, konnten die Gäste auf diese Weise – bis auf die Höhe – realitätsnah ausprobieren.

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