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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Radliebhaber im Bieterfieber

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gut besucht wie jedes Jahr: Die Aussicht auf Schnäppchen zog gestern wieder reichlich Kundschaft zur Fundsachenversteigerung bei der Stadthalle. Drinnen gab es von Kleidung über Schmuck, Bücher, Portemonnaies (leer), Spielzeug und Bügeleisen von allem, was Menschen so verlieren können, etwas. Schlagartig nach draußen verlagerte sich das Gedränge, als es dort an die Versteigerung der Fundräder ging.

Etwa 100 Schnäppchenjäger versammelten sich um 25 zum Angebot stehende Räder – heiße Bieterkämpfe waren vorprogrammiert. Auktionator Klaus Kaschke, Leiter des Ordnungsamtes, erklärte zunächst die Regeln: Vom Startgebot geht es in Fünf-Euro-Schritten weiter, Bieter heben bei Interesse den Arm. Das Rad wird direkt mitgenommen. Der Erlös wandert in die Stadtkasse.

Ein Junge machte gleich bei einer der ersten Versteigerungen den Fehler aller unbedarften Auktionsbesucher schlechthin und streckte sich zu auffällig – Zack, hatte er 20 Euro geboten. Sein Glück, dass einem anderen Bieter das Stück noch wertvoller erschien.

Für beste Laune sorgten die nicht zu knapp vertretenen rostigen Klappergestelle. Eckernförder Rainer Senne (47) schnappte sich ein belachtes dreck-silbernes Jugendrad mit ausgeleiertem Federrahmen für das Mindestgebot von 5 Euro. „Eigentlich suche ich eines für den Sohn meiner Freundin. Das hier taugt zum Ausschlachten“, sagte er und: „Entschuldigung, muss schnell weiter bieten.“ Recht hatte er: Zwei rostige Rahmen ohne fast alles waren bereits wieder weggegangen: für schwer erklärliche 30 Euro.

Aber längst nicht jedes Angebot war besserer Schrott. Klaudia Froese (48) aus Riesby ergatterte für lächerliche 20 Euro mit einem alten KTM einen kleinen himmelblauen Schatz. Glück gehabt, dass Auktionator Kaschke ein höheres Gebot übersehen hatte. „Ist das nicht ein Kultfahrrad?“, freute sich die neue Besitzerin. Zwar Platten hinten wie vorn, ein bisschen Putzen ist nötig, und an die Schaltung muss Sohn Benno (16) einmal ran. Der hätte am liebsten den feinen Ledersattel für sein eigenes Rad.

Rainer Senne ging am Ende mit abklingendem Bieterfieber und drei Rädern nach Hause: Zwei zum Ausschlachten und eines für den Sohn der Freundin.


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erstellt am 16.Jul.2016 | 06:14 Uhr

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