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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 15:25 Uhr

Kleingärten : Projektgärten und biologische Vielfalt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Bewertungskommission des Kreisverbandes hat die Eckernförder Kleingartenanlagen unter die Lupe genommen. Die Kolonie Pupke hat dabei mit Projektgärten und einer positiven Entwicklung gepunktet.

Eckernförde | „Wann war die Finanzkrise – 2006?“, fragt Birgit Weiske in die kleine Runde. Das Datum stimmt, da begann das Unheil mit den faulen Immobilienkrediten in den USA. Für die Eckernförderin die Initialzündung für den Obst- und Gemüseanbau auf eigener, wenn auch angemieteter Scholle.

Der Weltfinanz ein Schnippchen schlagen, ob das tatsächlich der entscheidende Grund oder nur der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, sei dahingestellt. Fest steht, dass Birgit Weiske seitdem zur Kleingärtnerin aus Leidenschaft geworden ist. Und davon profitieren nicht nur ihr Wohlbefinden und ihr Portemonnaie, sondern der gesamte Kleingärtnerverein Eckernförde: Birgit Weiske gehört als Beisitzerin dem erweiterten Vorstand an und kümmert sich vor allem um den Frauengarten direkt neben ihrer Parzelle in der Kolonie Pupke, der im vergangenen Jahr auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Katrin Christine Blum, angelegt worden ist. Sechs Frauen und Birgit Weiske als fachkundige Begleiterin kümmern sich seitdem mit viel Spaß und Geschick um Beete, Saat und Ernte. Und weitere Frauenhilfe wird gern gesehen, der Eckernförder Kleingarten-Chef Hermann Brütt steht als Ansprechpartner unter Tel. 04351/44401 oder 0173/4038101 zur Verfügung.

Jeden Donnerstagnachmittag ist Garten- und Arbeitszeit, wer nicht kann, holt die fehlende Schicht auch schon mal am Wochenende nach. Es gibt einen Gießplan, und es wird gewerkelt. Katrin Blum selbst hat als Antrittsgeschenk eine kleine Terrasse gebaut, neuerdings gibt es ein Hochbeet mit Salat und Fenchel. „Da steckt Frauenpower drin“, sagt Birgit Weiske. Dass es neben der Arbeit immer sehr nett und entspannt zugeht, zeigen unter anderem die zehn Schrifttafeln an Bäumen und Sträuchern mit Sinnsprüchen wie „Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt“. Und demnächst soll es sogar eine neue Hütte geben, die der Kleingärtnerverein spendieren und aufbauen will. Vorsitzender Hermann Brütt und Kreisvorsitzender Bernd Naujeck aus Rendsburg zeigten sich am Sonntag bei der Begehung durch die Bewertungskommission für den Kreiskleingartenwettbewerb jedenfalls sehr angetan von der Entwicklung auf der gut 600 Quadratmeter großen „Frauen-Parzelle“.

Mit knapp 1000 Quadratmetern noch um einiges größer ist der Projektgarten Nummer 2 in der Kolonie Pupke, der „Weltgarten“. Nachdem das begleitende Team des Vereins Umwelt-Technik-Soziales (UTS) die Vorarbeiten geleistet hat und weiterhin unterstützend zur Seite steht, betätigen sich dort seit kurzem sechs Flüchtlinge als Kleingärtner – gelebte Integration in der Kleingartenkolonie. Voraussetzung: Die Flüchtlinge müssen Deutsch sprechen. Zucchini, Paprika und Mais gedeihen dort bestens.

Während der Vorsitzende und der Kreisvorsitzende die Besonderheiten der Kolonie vorstellen, begutachtet die Bewertungskommission die gesamte Anlage – insgesamt zehn an diesem Wochenende in Eckernförde. Die Kolonie Pupke habe sich „gut entwickelt“, sagt Kreisfachberaterin Petra Neumann, die die dreiköpfige Kommission begleitet. Margrit Thießen (Bordesholm), Wilhelm Dittmer (Rendsburg) und Harald Böwes, stellvertretender Kreisvorsitzender in Schleswig-Flensburg, können dem nur beipflichten. Was zählt, ist vor allem der Gesamteindruck, die Entwicklung der Anlage und Details wie Brutmöglichkeiten für Bienen und Insekten, Stichwort Biodiversität. Darauf, so freut sich Fachberaterin Neumann, legten immer mehr Kleingärtner großen Wert. „Es muss nicht immer alles wie mit dem Lineal gezogen sein.“ Gerade die ökologische Ausrichtung sei für die naturbelassene Arbeit der Kleingärtner von großer Bedeutung. Dennoch: der Pflegezustand der Gärten, Lauben und der Gesamtanlage spielt nach wie vor eine wichtige Rolle für die Beurteilung durch die Experten. Und gepflegte und vielseitige Gärten wie der von Valentina und Valerius Mazur, die aus Kasachstan stammen, seit 20 Jahren in Deutschland leben und über zehn Jahre ihren Kleingarten beackern, bringen immer noch viele Punkte auf dem Bewertungsbogen. Die Ergebnisse der Bewertungen im Kreisgebiet werden in einigen Wochen bekanntgegeben.

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erstellt am 12.Jul.2016 | 06:35 Uhr

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