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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 15:33 Uhr

Umweltpreis 2016 : Preise für Streuobst und Bienenvolk

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Platz 1 und 3 des Umweltpreises der Stadtwerke Kiel gehen an Projekte aus dem Wohld. Solidarische Landwirtschaft und Bienenfreunde gewinnen.

Schinkel | Am Montag verliehen die Stadtwerke Kiel ihren Umweltpreis. Den Preis gibt es schon einige Jahre – 2016 startete die Aktion mit einem neuen Konzept, in dem sich die Öffentlichkeit im Internet an der Abstimmung beteiligen konnte. Unter den ersten drei Plätzen sind in diesem Jahr gleich zwei Teilnehmer aus dem Dänischen Wohld.

Die Solidarische Landwirtschaft Schinkeler Höfe (SoLaWi) hat sich beworben. „Eigentlich eine Woche zu spät, da lief die Aktion schon“, sagt Dieter Pansegrau. Er bewirtschaftet einen der vier Bioland-Betriebe, die gemeinsam mit inzwischen 111 Haushalten die SoLaWi bilden. Die Haushalte werden regelmäßig mit Gemüse, Milchprodukten, Eiern, Brot und Getreide versorgt. Durch diese langfristige Unterstützung der regionalen Bio-Betriebe wird für ihren Erhalt gesorgt, bedeutet für die Abnehmer aber auch eine selbstbestimmte Lebensmittelversorgung. „Wir gewinnen Autonomie und definieren die Qualität der Produkte selber“, erklärt Pansegrau. „Das Modell ist klasse.“ Durch den Umweltpreis haben die „SoLaWistas“ noch einmal neue Aufmerksamkeit gewonnen. Wichtig ist Pansegrau dabei, dass nicht Werbung für die Gemeinschaft der Schinkeler Höfe gemacht werden sollte, die haben bereits eine Warteliste, die stetig anwächst. „Wir wollen die Idee in die Welt hinaus tragen und andere ermutigen, selbst eine Solidarische Landwirtschaft zu gründen. Höfe gibt es genug“, sagt er.


Vorteile der Streuobstwiese


 

Der Preis von 3000 Euro soll die Arbeitsgruppe „Streuobstwiese“ für die Finanzierung ihres Projekt nutzen. Obst ist bei der SoLaWi bisher nicht im Programm. Eine Streuobstwiese sei aus mehreren Gründen eine tolle Sache. Neben der Versorgung der Mitglieder dient sie dem Erhalt alter Apfelsorten, die immer neu angepflanzt werden müssen, und sie tue etwas für die Landschaftsgestaltung: Es könne sich ein artenreiches Biotop bilden, das ästhetisch und schön anzusehen sei, so Pansegrau. Das Geld fließt in den Grundstückskauf, die Anpflanzung, außerdem muss etwas für die Obstlagerung her. „Vielleicht ein Erdkeller“, sagt Pansegrau. Weitere Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten werden geprüft. „Wir sind überrascht über den ersten Platz und freuen uns sehr“.

Ebenfalls überrascht über ihr gutes Abschneiden ist Silke Thomsen vom Zwergenhof in Altenholz. Sie hatte sich mit dem Projekt „Die kleinen Bienenfreunde“ beworben und war auf dem dritten Platz gelandet. 1000 Euro bekommt sie für ihr Vorhaben und freut sich riesig. „Das ist viel mehr als wir erwartet haben“.


Mit der Biene durchs Jahr


 

Thomsen fand den Wettbewerb zwar interessant, war aber erst gar nicht überzeugt, ob sie mitmachen sollte. „Mein Sohn Frederik hat zu mir gesagt: Bewirb dich mit deinen Bienen“. Dann war die Idee geboren. Auf dem Zwergenhof gibt es einen Naturkindergarten und zahlreiche Kursangebote, die alle eines gemeinsam haben: Sie widmen sich der nachhaltigen Umweltbildung von Kindern. Viele Tiere, wie Ponys, Enten, Minischweine, Kaninchen und mehr sind schon dabei und seit April diesen Jahres ist ein Bienenvolk in einem kleinen Wäldchen auf dem Hofgelände eingezogen.

Silke Thomsen leitet den Zwergenhof seit 2011. Mit Sorge hat sie die Entwicklung der Bienenpopulation beobachtet. Im Winter hat sie einen Imkerkursus an der Volkshochschule belegt. „Eigentlich hab ich eine Bienen- und Wespenphobie, aber ich wollte es ausprobieren“, sagt sie und lacht. Der erste Teil des Kurses war nur theoretisch, am Ende wurde eine Einraumbeute für ein Bienenvolk gebaut. Als im zweiten Kursus an die Praxis ging, stellte Thomsen erleichtert fest, dass ihr der Umgang mit der Wabe und „dem wimmelnden Geschehen“ darauf in Schutzkleidung gar nichts ausmachte. Ganz im Gegenteil: „Das war so toll“, erklärt sie und übernahm ihr erstes Volk. Ende Mai wurde in einer geliehenen Presse und unter Anleitung von Imker Sven Petersen aus Schwentinental der erste Honig gewonnen: immerhin zwölf Kilo.

Mit dem Projekt „Die kleinen Bienenfreunde“ soll ein Beitrag zum Schutz der Biene geleistet werden. Die Kindern erleben ein ganzes Bienenjahr und den „Werdegang“ des Honigs, beginnend von der Polle an der Blume, bis hin zum Honig im Glas. Die Prämie soll für eine eigene Honigpresse eingesetzt werden. Weiterhin werden Kinder-Schutzkleidung, Abfülleimer und -hilfen, Wachssiebe und -schmelzer benötigt. Auch ein paar Stauden und andere Pflanzen stehen auf der Wunschliste. Über den Winter habe sie genügend Zeit, die Anschaffungen zu planen. „Die Kinder sind schon ganz neugierig. Wir freuen uns alle sehr“, sagt die Jung-Imkerin.


>www.solidarische-landwirtschaft.org

 >www.schinkeler-hoefe.de

>www.zwergenhof-thomsen.de

 

 

 

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erstellt am 10.Nov.2016 | 06:28 Uhr

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