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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 07:55 Uhr

Praktisches Lernen mit neuester Technologie

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mercedes, BMW, VW, Audi, Opel – die Fahrzeugflotte in der Werkstatt des Berufsbildungszentrums des Kreises in Eckernförde (BBZ) an der Fischerkoppel kann sich sehen lassen. Acht Autos stehen in den beiden Hallen, natürlich fahrbereit, aber – ebenso natürlich – nicht zugelassen. Denn die Autos der führenden deutschen Hersteller sind nicht etwa für die Dienstfahrten von Schulleiter Bernt Wellhausen oder seines Kollegiums da, sondern dienen ausschließlich dazu, die KfZ-Mechatroniker und Absolventen der technischen schulischen Angebote vom Berufsgrundbildungsjahr bis zum Technischen Gymnasium fit für den Arbeitsmarkt und die schulische Laufbahn zu machen. Als jüngster Neuzugang kam vor vier Tagen ein schwarzer Audi A 1 mit Direkteinspritzung, 1,4 Liter, 122 PS, einer Laufleistung von rund 15  000 Kilometern und feinster Ausstattung vom Glashebedach bis zum Navi hinzu. Schade nur, dass auch dieser A 1 modernster Prägung nicht einen Kilometer auf der Straße fahren wird. Aber zumindest in der Werkstatt erfüllt er seinen Zweck und ist bei den Fachlehrern Metall und KfZ, Jürgen Hoffmann und Harald Schumacher, sowie bei Studienrat Sven Vondracek höchst willkommen. Ganze Jahrgänge von Auszubildenden und Schülern sollen an dem neuen Fahrzeug den Umgang mit modernster KfZ-Technik lernen.

Ganz umsonst war das sehr gut ausgestattete Fahrzeug aus Ingolstadt nicht, aber die 4000 Euro für ein Auto im Gesamtwert von vielleicht 25  000 Euro sind ein „Schnäppchen“, auch wenn es nie im Straßenverkehr unterwegs sein wird. Das tut beim Blick in den Motorraum und auf den kompakten kleinen Flitzer zwar ein bisschen weh, ist aber für die KfZler des BBZ praktischer Berufsschulalltag. Sie sind es gewohnt, mit ihren Schülern fast neue Autos mechanisch und diagnostisch zu untersuchen. Der Neuzugang wurde zunächst von außen auf Hochglanz gebracht. In den nächsten Tagen und Wochen wird der A 1 dann vor allem wegen seiner modernen Motortechnik mit Benzin-Direkteinspritzung und Bus-Datenübertragungstechnik mit rund 50 Steuergeräten im Blickpunkt der Ausbildung stehen. „Wir müssen unseren Fahrzeugbestand immer wieder runderneuern, weil wir den Auszubildenden und Schülern der technischen Klassen KfZ-Technik auf neuestem Stand vermitteln möchten“, sagt Schulleiter Wellhausen. Insgesamt sind drei der acht Fahrzeuge mit Bus-Steuerungstechnik ausgestattet, die älteren Autos kommen mit erheblich weniger Elektronik aus. Das BBZ Eckernförde hat weitere Anfragen bei Mercedes Benz und BMW laufen, „bei BMW stehen wir weit oben auf der Warteliste“, sagt Wellhausen. Die Eckernförder hoffen auf ein Fahrzeug mit neuester Common-Rail-Dieseltechnologie, um das Thema Abgasreinigung nicht nur – im Zusammenhang mit den Manipulationen durchaus kritisch – im Theorieunterricht, sondern auch praktisch am Objekt behandeln zu können. „Ein Traum wäre es, in die Elektromobilität einzusteigen“, sagt der BBZ-Chef.

Neben den hochtechnischen Aufgaben mit dem Einsatz von Analysegeräten, die auch bei Gesellenprüfungen in der Fehlersuche eingesetzt werden, geht es bei Fachlehrer Jürgen Hoffmann und Harald Schumacher aber auch darum, den Azubis und Schülern mechanisch-technische Fertigkeiten zu vermitteln. Mit anderen Worten: Es soll auch geschraubt werden – Hecklappe, Kotflügel oder Türverkleidung abbauen, Sitze, Scheinwerfer oder Audiogerät ausbauen – alles will gelernt sein. Im zweiten Werkstattraum stehen noch zwei besondere Fahrzeuge: ein rechtsfahrender BMW und ein AMG-Sechszylinder-Diesel von Mercedes.

BBZ-Leiter Bernt Wellhausen und das KfZ-Team halten ihren Fahrzeugpark mitsamt gut ausgestatteter Werkstatt für absolut konkurrenzfähig. Sie hoffen, dass der Beruf des KfZ-Mechatronikers weiterhin stark nachgefragt wird und dass auch die anderen technischen Vollzeitschularten von der KfZ-Infrastruktur an der Fischerkoppel weiterhin in so hohem Maße profitieren. Dringend gesucht werden vom BBZ übrigens Fachleute aus der KfZ- und Metalltechnik, die Lust haben, ihre Kenntnisse als Fachlehrer jungen Menschen zu vermitteln.

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erstellt am 27.Mai.2016 | 06:00 Uhr

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