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Eckernförder Zeitung

27. Mai 2016 | 00:24 Uhr

Sig Sauer in Eckernförde : Pistolen für Kasachstan: Waffenhersteller durchsucht

vom

Staatsanwaltschaft und Polizei haben Betriebsräume des Waffenherstellers Sig Sauer in Eckernförde durchsucht. Der Grund ist eine Lieferung von rund 70 Pistolen an die Garde des Präsidenten von Kasachstan.

Eckernförde | Es geht um fragwürdige Geschäfte: Wegen des Verdachts auf unerlaubte Waffenlieferungen an die Garde des Präsidenten von Kasachstan haben Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch Betriebsräume des Waffenherstellers Sig Sauer in Eckernförde durchsucht. Zwölf Kripobeamte und ein Sondereinsatzkommando haben unter anderem Unterlagen, Festplatten und PCs beschlagnahmt. Der Staatsanwaltschaft in Kiel zufolge bestehe der Verdacht des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz und gegen das Waffengesetz.

Nachdem das Unternehmen für eine Lieferung nach Kasachstan keine Genehmigung bekommen habe, habe eine Niederlassung in den USA das Geschäft im Jahr 2010 mit amerikanischer Genehmigung abgewickelt, hieß es. Für die Genehmigung zur Ausfuhr in die USA sei der amerikanische Zivilmarkt als Endabnehmer angegeben worden. Die Pistolen seien dann aber nach Kasachstan gegangen. Sollte dies zutreffen, käme der Tatbestand eines sogenannten Umgehungsgeschäfts infrage. Sig Sauer wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. „Wir können Ihnen dazu derzeit keine Auskunft erteilen“, sagte ein Sprecher.

Aus Unternehmenskreisen wurde bestätigt, dass das Eckernförder Werk einen Auftrag zur Fertigung von extrem kurzen Scharfschützengewehren mit Schalldämpfern aus Kasachstan erhalten hatte. Unklar war jedoch, ob es sich dabei auch um die beanstandeten Waffenlieferungen handelt. Auslöser für die Durchsuchung in Eckernförde war ein Ermittlungsverfahren gegen eine andere Firma in Baden-Württemberg. Dort haben unter anderem auch die Mauser Jagdwaffen GmbH und Blaser ihren Sitz, die genau wie Sig Sauer im Besitz der L&O Holding sind. Ob es sich bei einer von ihnen um die Firma handelt, gegen die das Ermittlungsverfahren läuft, konnte zunächst nicht bestätigt werden. Ein Großteil der Produktion in Eckernförde ist für den US-Markt vorgesehen. Dort hat die Schwesterfirma Sig Arms in Exeter während der vergangenen Jahre stark expandiert und zuletzt sogar um ein zweites Werk erweitert. Während das Personal in den USA immer weiter aufgestockt worden ist, wurde es in Eckernförde zurückgefahren. Gegenwärtig sind rund 160 Mitarbeiter bei Sig Sauer beschäftigt. Unterdessen zählt Sig Arms zu den am schnellsten wachsenden Herstellern von Feuerwaffen auf dem US-Markt.

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erstellt am 29.Jan.2014 | 16:27 Uhr

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