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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 05:19 Uhr

Abschied : Pflegeleichte Ruhe unter Rasen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kirchengemeinde Sieseby erweitert Friedhofsangebot / Friedhofsbetrieb läuft wirtschaftlich

Thumby | Die Zahl der Bestattungen sinkt und vor allem die Bestattungskultur hat sich stark verändert. Eine Beobachtung, die die Kirchengemeinderäte in fast allen Kirchengemeinden feststellen und in vielen Fällen zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Betrieb der Friedhöfe führen. Neue Wege geht die Kirchengemeinde Sieseby, die künftig Bestattungen in Urne oder Sarg in einer gepflegten Rasenfläche mit Blick auf die Schlei anbietet. Auf Wunsch können die Namen der Bestatteten auf einer Gemeinschafts-Stele verewigt werden, erklären Pastorin Kirsten Erichsen und Birgit Clausen-Radeck für den Kirchenvorstand.

Schon seit Jahren beobachten sie, dass die Zahl der Bestattungen sinkt. So zählte Pastorin Erichsen vor 15 Jahren, als sie in Siesby ihre Stelle antrat, rund 25 Beisetzungen im Jahr. Inzwischen seien sie bei 20 angekommen. Deutlich schwerer wiege die Verschiebung vom Sarg-Grab hin zur Urne. Die Urne mache heute schon fast dreiviertel der Bestattungen aus, so Clausen-Radeck. Für den Kirchengemeinderat Anlass, sich um den Erhalt des Friedhofs zu kümmern. „Der Friedhof ist ein Stück Gemeinde und wertvoll, zu erhalten“, sagt Pastorin Erichsen. Man wolle mit dem Friedhof keinen Gewinn machen, wie alternative Angebote zur Bestattung, stellt sie fest. Bislang wirtschaftete der Friedhof noch auskömmlich, aber sie müssten langfristig denken und handeln, erklärt die Pastorin.

Der Trend gehe zu pflegeleichten oder -losen Gräbern, da oft keine Angehörigen mehr vor Ort seien. Genau dies sei in Sieseby jetzt möglich. Neben dem Grab in Gemeinschaftslage unter dem sattgrünen Rasen oberhalb der Schlei können auch Baumbestattungen erfolgen. Auch Familienbäume sind möglich, ergänzt Clausen-Radeck. Es gäbe quasi keine Bestattungsform, die sie nicht ermöglichten. Und alles ist leicht fußläufig oder mit Gehhilfe erreichbar.

Begleitet wurde die Neuanlage des Feldes, eingefasst von neuen Hecken und unter neugepflanzten Kirschbäumen durch die Erstellung einer Friedhofs-Broschüre. „Die Idee hatte schon der vorherige Kirchengemeinderat“, berichtet Clausen-Radeck. Nun sei er 2000 mal gedruckt worden, und biete einen Überblick. Zugleich hätten sie eine Kostenübersicht beigelegt, denn die Frage komme natürlich auch, so Erichsen. Die Resonanz sei positiv, sagen sie. Mit ihrer Broschüre würden sie auch Konfessionslose und Auswärtige ansprechen, die natürlich auch in Sieseby beigesetzt werden können.

Als nächste Idee arbeitet der Kirchengemeinderat an einer Obstbaumwiese, auf der Erinnerungsbäume gepflanzt werden können. Ob zur Taufe, zur Konfirmation oder zur Heirat, so ein Erinnerungswald sei eine Bereicherung, sind sie sicher.

Infos bei den Friedhofsgärtnern unter Tel. 04644/381 sowie www.kkre.de.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 06:13 Uhr

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