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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 04:54 Uhr

sport in Schinkel : Parkour in Schinkel: Keine Angst vor großen Sprüngen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sportart Parkour erfreut sich beim 1. FC Schinkel großer Beliebtheit. Neue Kästen für die Turnabteilung.

Schinkel | Sie springen von Kasten zu Kasten, laufen die Wände hoch und machen Rückwärts-Salti oder Flic-Flacs am Boden. Eindrucksvoll und – wenn jemand die Jungs und Mädchen im Alter von zehn bis 22 Jahre nicht kennt – auch ziemlich aufregend. Passiert da nie etwas? „Nein“, sagt die Übungsleiterin Silke Wichmann, die die Sportart vor knapp zwei Jahren in den Verein brachte. „Sie wissen genau, was sie sich selbst zutrauen können“, beschreibt sie. „Beim Parkour probierst du Sachen aus. Jeder legt seine Grenze selbst fest, tastet sich ran und entwickelt dabei seinen eigenen Stil“, beschreibt Michel Tews (17) aus Schinkel. Er ist seit Februar in der Gruppe, vorher hatte er draußen mit anderen trainiert. Genau wie Paul Helfer (15) aus Gettorf, der erst vier Mal nach Schinkel gekommen ist. „Jede Mauer eignet sich zum Üben“, sagt er. Gemeinsam etwas zu machen, das bringt sowieso mehr Spaß, findet Marvin Jaschari: „Wir tauschen uns untereinander aus“, berichtet der 13-jährige Mazedonier, der auch noch Hip-Hop, Breakdance, Karate und Kung-Fu macht und viele Elemente daraus einbauen kann.

So eine Gruppe, wie die Parkour-Gruppe bei 1. FC Schinkel, gibt es in der näheren Umgebung nicht noch einmal. Deshalb kommt die bunt gemischte Teilnehmerschar aus vielen Gemeinden, wohnt über den ganzen Wohld verteilt. Manchmal kommen bis zu 25 Kinder und Jugendliche zu der Stunde am Montagabend, darunter viele unterschiedliche Nationalitäten. „Andere Vereine sind schon ganz neidisch. Für diese Altersgruppe gibt es ja sonst kaum was“, erklärt Wichmann. Sie hatte mit den Jungs, die an und auf der Halle geübt hatten, Kontakt aufgenommen. Da die Neuwittenbekerin selbst nicht nur Übungsleiterin beim Kinderturnen, sondern auch Abteilungsleiterin für Turnen und stellvertretende Jugendwartin im FC Schinkel ist, war die Idee, mit Parkour ein neues Angebot zu schaffen, schnell geboren.

„Es sieht gefährlicher aus, als es ist. Aber draußen, wo es auch mal nass ist, ist das Risiko, sich zu verletzen, viel größer“, sagt sie und schwärmt von der Vielseitigkeit der Sportart. Koordination, Konzentration und das gesamte turnerische Spektrum – Parkour beinhalte alles davon. „Ich lerne dabei auch viel von den Jungs dazu“, berichtet die Übungsleiterin, die alle schon richtig gut kennt und deshalb auch keine Bedenken bei den teilweise doch waghalsigen Sprüngen hat. „Ich weiß genau, was sie können und sie machen auch nichts, was sie nicht können“, ist sie sicher.

Deshalb wurde der Wunsch nach neuen Turnkästen von der Gemeinde auch schnell erfüllt. Zwei große, fünfteilige Kästen, die mit Stangen oder Bänken erweitert werden können, stellt Wichmann vor. „Den Deckel kann man auch als Rollbrett verwenden“, sagt sie und ist dankbar für die Investition, die sich die Gemeinde (1000 Euro) mit der Bürgerstiftung Dänischer Wohld (775 Euro) und der Eckernförder Bank (250 Euro) geteilt hat. Ebenso wie Florian Wilkereit, stellvertretender Vorsitzender des FC Schinkel: „Inzwischen ist die Turnabteilung die größte bei uns im Verein“, berichtet er. „Ja, jetzt hab ich auch die Fußballer geknackt“, sagt Silke Wichmann und lacht.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 05:42 Uhr

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