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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 23:29 Uhr

Ostwind : Ostsee flutet den Schwansener See

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wasser- und Bodenverband Schwansener See dichtet defektes Schleusentor ab / Ostseewasser drückte bei Ostwind in den See.

Dörphof | Fast einen Meter ist der Wasserspiegel des Schwansener Sees gestiegen. Zahlreiches Grünland in der Niederung des Sees wurde überflutet. Nur ein Tag mit starkem Nord-Ostwind reichte aus, um Ostseewasser durch ein defektes Schleusentor nördlich des Campingplatzes Schubystrand in den See zu drücken. Volker Starck und Dirk Henrici, Mitglieder des Wasser- und Bodenverbands Schwansener See, erkannten die Situation und dichteten Mitte der Woche das Schleusentor behelfsmäßig mit einem Betonbauteil ab. Wäre das Einströmen des Wassers nicht unterbunden worden, „das Wasser wäre bis zur Kreisstraße angestiegen“, sagte Starck. Die Schleuse gehört zum Aufgabenbereich des Wasser- und Bodenverbands Schwansener See.

Nur einen Tag vor dem Hochwasser fand ein Ortstermin des Verbands mit einem Mitarbeiter des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt, und ländlicher Raum (LLUR) statt, wie Werner Henrici, stellvertretender Vorsitzender des Verbands berichtete. Bei dem Treffen war das fehlende Tor festgestellt und eine zügige Reparatur ins Auge gefasst worden. Dass dann aber bereits am Folgetag das Wasser so massiv durch die Schleuse in den See drückte, war unterschätzt worden. Nun hat der Verband umgehend einen Fachmann geholt, der über Möglichkeiten der Reparatur Auskünfte geben soll, wie Starck berichtete. Je nach dem, ob das alte Tor noch installiert werden kann, kommen größere Kosten auf den Verband zu. Die letzten Schleusentore kosten rund 15  000 Euro, berichtete Werner Henrici.

Der Siel hat die Aufgabe, bei Hochwasser in der Ostsee das starke Eindringen des Wasser zu verhindern, beziehungsweise nur begrenzt zu ermöglichen. Dieses ist gewünscht, um im Strandsee einen Wasseraustausch mit frischem, salzigem Ostseewasser zu erreichen. Dies sieht auch der Managementplan vor, den das Umweltministerium 2012 vorstellte. Bei Hochwasser im See, beispielsweise durch viel Niederschlagswasser, soll das Siel zur Ostsee offen sein, um einen Rückstau auf die landwirtschaftlichen Flächen zu vermeiden.

In den rund 110 Hektar großen flachen See entwässern zahlreiche Gräben und drei Schöpfwerke Oberflächenwasser aus Nordschwansen. 580 Grundeigentümer sind Mitglieder des Verbandes. „Alle entwässern sie in den See, aber nur ein paar wenige müssen für die Kosten des Siels aufkommen“, stellten Werner Henrici und Starck fest. Selbst etwas Niederschlagswasser der B 203 würde über Gräben in den Schwansener See gelangen, ergänzte Starck. An den Sielkosten dürften aber nur die Unterlieger beteiligt werden, deren Flächen bis zur 2-Meterlinie über Normal Null liegen. Ihr Kostenanteil wird nach Quadratmetern berechnet, so Werner Henrici. Alle anderen zahlten nur 10 Euro im Jahr für die Freihaltung der Entwässerungsgräben und der Übergabepunkte. Diese Regelung ärgere sie, denn letztlich hätten ja alle gut von dem Siel, nicht nur die Nutznießer der Ländereien am See.

Vor rund drei Jahren hatte Claus Andresen, damals stellvertretender Vorsitzender des Verbands und Mitarbeiter auf dem Campingplatz Schubystrand das Siel täglich im Blick. Er öffnete und schloss das Tor und sorgte so für regelmäßigen Wasseraustausch. Er ging in Ruhestand, sein Einsatz schlief ein, wie Starck berichtete.

In Rücksprache mit dem LLUR werde nun nach einer Lösung gesucht, berichtete Dörphofs Bürgermeister Frank Göbel, der an dem Treffen ebenfalls teilnahm. Wie auch immer die Lösung aussehen soll, aus Sicht des Verbandes reiche es, wenn das Siel bei Hochwasser im See, das Wasser abfließen lasse und einen zu hohen Wasserstand bei Ostwind verhindere, so Werner Henrici, das sei die Aufgabe des Verbands. Wenn ein verstärkter Wasseraustausch zwischen See und Ostsee vom Land gewünscht sei (Managementplan), dann sei aus Sicht der Anlieger auch das Land für die Realisierung einer solchen Anlage zuständig, sind sie sich einig.

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erstellt am 08.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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