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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 19:48 Uhr

interview : „Offenes Ohr für die Belange der Bürger“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Bürgermeisterkandidaten für Altenholz im Interview Teil 2: Carlo Ehrich kandidiert zum zweiten Mal und will Altenholz auf gutem Kurs voranbringen.

Altenholz | Im Dezember geht die erste Amtszeit von Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) zu Ende. Er wird wieder kandidieren, aber auch die Christdemokraten schicken mit Raoul Steckel einen Kandidaten ins Rennen. Ehrich ist optimistisch, dass er eine zweite Amtszeit vor sich hat – weil er eine erfolgreiche Bilanz ziehen kann und viel Zustimmung erfährt. „Einen Plan B habe ich nicht“, sagt er und beantwortet weitere Fragen im Interview mit Wohld-Redakteurin Doris Smit

Ihre erste Amtszeit geht zu Ende. Wie zufrieden sind Sie rückblickend?
Wir haben sehr viele Projekte abgeschlossen, andere sind auf einem guten Weg. Zum Beispiel die Kinderbetreuung: 20 neue Krippenplätze sind geschaffen worden, davon zehn in der ersten institutionellen Kindertagespflege. Wir haben es geschafft, seit 2015 rund 150 Flüchtlinge unterzubringen und, dank vieler Ehrenamtler, gut zu betreuen. Wir haben den Schuldenberg von 13,5 Mio Euro auf etwa 9,1 Mio Euro reduziert. Die Freiwillige Feuerwehr Knoop hat endlich ein neues Löschfahrzeug mit eigenem Wassertank erhalten. Wir sind mit dem Ortszentrum in Stift aufgenommen worden im Städtebauförderungsprogramm. Jetzt konzentrieren wir uns auf den Bau einer neuen Kindertagesstätte, auf die Erschließung eines Neubaugebietes, auf die Anschaffung von vier weiteren Fahrzeugen für unsere beiden Ortsfeuerwehren. Mit dieser Bilanz bin ich sehr zufrieden. Einziger Wermutstropfen ist die Nachfolge für die Stifter Ladenzeile. Trotz intensivster Bemühungen konnte hier noch kein neuer Supermarkt realisiert werden.

Was steht im Falle der Wiederwahl ganz oben auf Ihrer Agenda?
Die Entwicklung des Ortsteils Stift zu einem attraktiven Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität. Hier gilt es insbesondere, einen neuen Lebensmittelsupermarkt mit Frischeangeboten zu errichten. Zu keinem Thema habe ich in den letzten Monaten mehr Verhandlungen geführt. Die Gemeindevertretung, die Verwaltung und ich haben alles Mögliche unternommen, um diesen Prozess zu beschleunigen und zum Erfolg zu führen. Die Entscheidungen umsetzen, können aber nur andere: in erster Linie der Grundstücksbesitzer, der einen Investor und einen Betreiber finden muss, mit denen er den neuen Supermarkt realisieren kann. Ich werde mich weiterhin mit meiner ganzen Kraft dafür einsetzen, dass wir am Ostpreußenplatz wieder einkaufen gehen können.

Sie haben angekündigt, dass hier eine Lösung kurz bevor steht. Wie ist der Sachstand?
Es ist mir gelungen, einen Investor zu gewinnen, der sofort bereit wäre, für Edeka einen neuen Supermarkt mit Frischeangeboten zu errichten. Um dieses Vorhaben wirtschaftlich zu gestalten, wäre es Voraussetzung, den bestehenden Edeka-Markt im Erdbeerfeld zu erweitern. Dafür wurde nun ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Verträglichkeit der Erweiterung mit den Nahversorgungsbetrieben wie Famila in Klausdorf, Markant in Dänischenhagen und Sky in Schilksee prüft. Von dem Ergebnis dieses Gutachtens wird abhängen, ob die Gemeinde durch eine Änderung der Bauleitplanung eine Erweiterungsmöglichkeit für Edeka schaffen kann. Ich rechne damit, das Gutachten im September zu erhalten.

In den vergangenen Wochen gab es Diskussionen über die geplante Bebauung des Geländes am Stifter Herrenhaus. Wie sehen Sie die Situation?

In erster Linie haben sich die direkten Nachbarn aus den Straßen Waldwinkel und Memeler Straße an dieser Diskussion beteiligt. Sie haben natürlich eine eigene Sicht auf die Entwicklung in diesem Bereich. Ich glaube, es liegt im Interesse der Gemeinde, wenn das Herrenhaus erhalten und darin ein kleines Café betrieben werden könnte. Auch wäre es eine Bereicherung, wenn das Grundstück rund um das Gutshaus aufgewertet, hier ein schöner Garten angelegt und öffentlich begehbar gemacht wird. Durch eine Wohnbebauung im hinteren Teil des Grundstücks könnten zusätzliche Einwohner und Kaufkraft für Stift gewonnen werden. Aufgabe der Gemeinde wird es sein, zwischen den wirtschaftlichen Zielen der Eigentümer, den privaten Interessen der Anlieger und den öffentlichen Belangen abzuwägen und zu einem ausgewogenen Kompromiss zu gelangen.

Wie sehen die Pläne aus, falls Altenholz weitere Asylsuchende zugewiesen bekommt? Wo könnten sie untergebracht werden?
Wir können noch 34 Menschen in den Modulbauten in der Danziger Straße unterbringen. Da inzwischen mehrere Flüchtlinge anerkannt wurden und sich eine eigene Wohnung suchen konnten, verfügen wir über weitere freie Wohnungen. Aber es kommen jetzt verstärkt Menschen im Rahmen des Familiennachzugs nach Altenholz, so dass wir diese Reserven gut gebrauchen können.


Der THW Kiel wird Stammgast in Altenholz. Haben Sie Einfluss genommen? Wie sehen Sie diese Entwicklung für die Gemeinde?
Ich war relativ früh über diese Pläne informiert und habe die Unterstützung der Gemeinde in Aussicht gestellt. Für die Gemeinde wäre das ein bereicherndes Projekt. Es würde Arbeitsplätze und zusätzliche Steuereinnahmen bringen, in erster Linie aber wird Altenholz als Handballhochburg profitieren. Die Kooperation unseres TSV mit dem THW wird gestärkt, die Herrenmannschaft des TSV wird hoffentlich noch mehr als Talentschmiede für Nachwuchsspieler wahrgenommen, die das Ziel haben, einmal beim THW in der Bundesliga zu spielen.


Sind Sie THW-Fan? Gucken Sie sich die Olympischen Spiele an? Für welche Sportarten interessieren Sie sich generell?
Die Spiele des THW verfolge ich mit großem Interesse, meist jedoch am Fernseher und aus der Zeitung. Beim TSV bin ich öfter in der Halle. Ich werde mir sicher einige spannende Wettkämpfe der Olympiade ansehen, Handball zählt dazu, aber auch Leichtathletik. Mein Hauptaugenmerk gilt dem Fußball. Als Fan des FC St. Pauli fasziniert mich diese Sportart immer noch am meisten.

Treiben Sie Sport? Haben Sie andere Hobbys?
Ich laufe gern, am liebsten durch das Kaltenhofer Moor, im Wald um Friedrichshof oder am Kanal entlang. Sechs Mal bin ich in Hamburg nach einem Marathon ins Ziel gekommen (Bestzeit 3:39, leider schon ein paar Jahre her). Der Beruf lässt mir nicht die Zeit, um hierfür entsprechend zu trainieren. Aber kleinere Läufe oder Radtouren zur Entspannung kann ich sehr genießen. Daneben höre ich gern Musik – von Jazz über Liedermacher, bis hin zu härterem Rock – und gehe mit meiner Frau gern in Konzerte, ins Kino oder Theater.


Waren Sie bereits im Urlaub? Wo würden Sie gern mal hinreisen?
Wir sind demnächst in St. Petersburg, fahren von dort nach Tallinn und Riga. Das wird bestimmt eine sehr interessante und spannende Reise. Föhr ist meine Lieblingsinsel, Italien, speziell die Toskana, unser Lieblingsurlaubsland. Neu und interessant wären für mich Schottland, Irland und die USA.

Warum sollten die Bürger der Gemeinde Altenholz Sie wiederwählen?
Weil sie erkennen und honorieren, dass sich ihr Bürgermeister für die Belange der Gemeinde einsetzt, dabei authentisch bleibt, es versteht, die Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung, den gemeindlichen Einrichtungen und dem Bauhof mitzunehmen, allen Gemeindevertretern mit Respekt begegnet und sie in ihrer Arbeit nach Kräften unterstützt, immer ein offenes Ohr für die Belange der Bürgerinnen und Bürger hat und so die Gemeinde Altenholz auf einem guten Kurs voranbringt.

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erstellt am 20.Aug.2016 | 06:48 Uhr

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