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Eckernförder Zeitung

28. März 2017 | 04:34 Uhr

Schnittstelle : „Not kann jeden treffen, egal welche Hautfarbe er hat“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Friederike Hüsken hat die Koordination von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Altenholz übernommen.

Altenholz | „Ich sehe mich als Helferin der Helfer“, sagt Friederike Hüsken und lacht. Seit dem 16. November ist sie in Vollzeit in der Gemeinde Altenholz als Koordinatorin zur Betreuung von Asylbewerbern und Flüchtlingen beschäftigt. Sie sei die Schnittstelle zwischen den Asylbewerbern und den Ehrenamtlern, der Verwaltung, aber auch den Bürgern, die oftmals viele Fragen haben, aber auch den Wunsch zu helfen. „Und Helfer können wir immer noch jederzeit gebrauchen“, erklärt die 32-Jährige. Dabei sei es ganz egal, in welchem Bereich, die Menschen sich einbringen möchten. Ob es eine Spende ist, eine Fahrt zum Arzt, Kinderbetreuung oder Hilfe beim Sprachunterricht – es gibt viele Möglichkeiten. „Jeder kann helfen, und wir finden für jeden etwas Passendes“, ist sie überzeugt.

122 Flüchtlinge sind in diesem Jahr in Altenholz angekommen. Im Spätsommer kam eine besonders große Welle. Die Gemeindevertretung stimmte ohne zu Zögern der Einrichtung einer hauptamtlichen Koordinatorenstelle zu. Bürgermeister Carlo Ehrich ist dafür sehr dankbar. Und Friederike Hüsken lobt die Offenheit, mit der sich die Gemeinde, allen voran der Flüchtlingskreis Asyl, der Aufgabe stellt, und die Bürger, die die neuen Nachbarn überwiegend gut aufnehmen. Und das findet sie wichtig. „Not kann jeden treffen, egal welche Hautfarbe er hat“, sagt die Koordinatorin.

Friederike Hüsken hat ihr Studium zur Diplom-Sozialpädagogin an der Fachhochschule in Kiel absolviert. In den vergangenen 4,5 Jahren hat sie gern als Leiterin der sozialen Betreuung im Altenzentrum Sankt Nicolai in Kiel gearbeitet. „Das war auch schon Schnittstellenarbeit“, erklärt sie. Die interkulturelle Arbeit habe sich aber schon immer durch ihr Leben gezogen. Als sie die Ausschreibung für Altenholz sah, hat sie nicht gezögert. „Das passte einfach, das sollte so sein“.

„Sie musste gleich ins kalte Wasser“, berichtet Manfred Luckau, Fachbereichsleiter Amt für Bürgerdienste. In knapp drei Wochen musste Hüsken zum Beispiel einen Sprachkursus gemeinsam mit der Förde-VHS auf die Beine stellen oder kurzfristig ein Foto-Shooting für die Gesundheitskarte organisieren. Noch ist gar nicht ganz klar, welche Aufgaben noch auf sie zukommen werden. „Es ist spannend. Die Stelle gab es ja bisher nicht. Es muss alles erst wachsen“, berichtet die Pädagogin.

Wie ihr Arbeitsalltag aussieht? Eigentlich jeden Tag anders. „Ich bin viel unterwegs und darüber bin froh“, so Hüsken. Es sei notwendig, die Wohnungen und Wohngemeinschaften zu besuchen, um sich selbst ein Bild zu machen. Manchmal drehe es sich um banale Themen, wie Mülltrennung oder kleinere Konflikte untereinander. Aber oft brauche es viel Zeit und Fingerspitzengefühl. Sie höre Geschichten von der Flucht und spüre die Ängste, um die Angehörigen, wenn der Kontakt abgebrochen ist. „Man muss einfach kultursensibel sein“, sagt die Koordinatorin. „Die Menschen müssen das Gefühl bekommen, ernst genommen zu werden.“ Die Altenholzer Bürger hat sie dabei ebenfalls im Blick. „Manchmal prallen da Welten aufeinander, da muss man vermitteln“, sagt Hüsken.

Zum Ausgleich lässt Friederike Hüsken ihrer Kreativität freien Lauf. Sie singt im Ensemble inTakt und im Chor DeKiela Sunrise. Außerdem backt sie gern und bekommt beim Sport den Kopf frei.


>Koordinatorin zur Betreuung von AsylbewerberInnen und Flüchtlingen. Tel. 0431/3201-232; E-Mail: f.huesken@altenholz.de

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erstellt am 16.Dez.2015 | 06:00 Uhr

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