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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 21:50 Uhr

Bauausschuss : Nooröffnung wird langsam greifbar

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bürgermeister und Planer haben den aktuellen Planungsstand im Bauausschuss vorgestellt. Die Wasserfläche soll 2017 nach dem Aldi-Abzug angelegt werden.

Eckernförde | Langsam wird’s konkret – das große Stadtentwicklungskonzept Nooröffnung nimmt allmählich Gestalt an und befindet sich an der Schwelle von den Planungsbüros in die Vermarktungs- und Umsetzungsphase. Der Bauausschuss hat am Dienstagabend einstimmig der vorgestellten Planung zugestimmt und der Fortschreibung des Bebauungsplan Nr. 62 „Reeperbahn – Noorstraße – Schulweg“ sowie den damit einhergehenden Änderungen des Flächennutzungsplans zur Annahme durch die Ratsversammlung am 29. September empfohlen.

Bürgermeister Jörg Sibbel beleuchtete den bisherigen Planungsverlauf von der Entwicklung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) im Jahr 2006 über die Aufnahme ins Programm „Stadtumbau West“, die Grundstückankäufe und die Ratsbeschlüsse bis zum angeschobenen Markterkundungs- und Vermarktungsverfahren für die Bauflächen an der neuen Wasserfläche. Man habe bestimmte Vorgaben für die Investoren beschlossen und sei nach den Vorgaben des beteiligten Innenministeriums auch gehalten, beim Verkauf der Grundstücke „Verkaufserlöse in angemessener Höhe“ zu erzielen. Und da Wasserlagen immer einen höheren Preis erzielen, soll zunächst die Wasserfläche angelegt werden oder zumindest das Satzungsrecht dafür auf dem Tisch liegen, sagte Sibbel. Die Gewässergröße beträgt rund 0,7 Hektar (7000 Quadratmeter) – 170 Meter lang und bis zu 60 Meter breit bei einer Wassertiefe von 1,5 bis 2 Meter. Ziel der Stadt sei es, die Wasserfläche 2017 anzulegen, sagte der Bürgermeister auf EZ-Anfrage. Dafür muss der Aldi-Markt den Reeperbahn/Noorstraße-Standort geräumt haben. „Uns ist in Aussicht gestellt worden, dass Aldi den Standort im Frühjahr oder Sommer geräumt hat“, sagte Sibbel. Ein Alternativstandort in der Innenstadt sei nicht gewünscht, stattdessen aber eine Vergrößerung des Aldi-Markts im Hörst neben Famila.

„Ich bewundere Ihren Mut“, lobte Architekt Klaus Petersen vom siegreichen Architektur- und Stadtplanungsbüro „petersen pörksen partner“ aus Lübeck das Vorhaben der Stadt, „die idealtypische Lage“ wieder herzustellen. „Sie sind schon weit gekommen, zehn Jahre ist für so ein großes Projekt keine lange Zeit.“ Die Nooröffnung habe eine „große Bedeutung für Eckernförde“. Petersen erläuterte den derzeitigen Stand der Planungen, die jetzt immer konkreter werden. Martin Keßler vom Flensburger Büro „kessler.krämer.landschaftsarchitekten“ ging auf die Gestaltung der einzelnen Bereiche ein:

>Steindammplatz/Noorterrassen: Vom Steindamm fällt die Anlage terrassenförmig von zwei Meter auf 0,4 Meter über dem Wasserspiegel ab, ein barrierefreier Zugang wird über Rampen gesichert, für sehbehinderte Menschen werden Leitlinien verlegt.

> Ostuferweg: Abgesichert durch eine Steinkante und eine Rasenböschung wird im unteren Bereich ein 3,5 Meter breiter Geh- und Radweg entlang der Wasserkante angelegt.

>Brücke Noordurchlass: ca 1,5 Meter breiter Durchlass in die Süderhake, auch als eine mögliche, spätere Option für Freizeitboote gedacht. Die Brücke verbindet den Westuferweg und den Weg vom Pferdemarkt mit dem neuen Weg Richtung Schulweg/Bahnhof.

>Westufer: Weiche, begrünte und bewachsene Uferlinie mit Flachwasserzone und Holzdeck., auch eine schmale Wiesenfläche könnte entstehen.

In der südlichen Noorstraße gegenüber dem Parkhaus sollen Gebäude für eine freizeitorientierte Nutzung entstehen, auf dem Steindammplatz ein Gebäude für gewerbliche Nutzung. Es werden Fuß- und Radwege entstehen sowie zwei Brücken – eine über die Noorstraße, eine über die Nooröffnung. Die wasserseitige Bebauung in der Gaehtjestraße wurde in der Vorstellung ausgeklammert. Die Planer haben den Lärm- und Grundwasserschutz berücksichtigt und Festsetzungen hinsichtlich der Nutzung und der Baugestaltung entwickelt. Berücksichtigt worden seien auch die Anrückzeiten der Feuerwehr, die sich durch die Nooröffnung nicht verschlechtern sollen, der Busverkehr sowie der Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten. Die Nooröffnung wird durch einen schmalen Kanal bis zum Steindamm geführt, der als Barriere den ungeregelten Wasseraustausch verhindert und vor Hochwasser schützt. Der Zu- und Abfluss wird über ein Wehr und ein Stemmtor reguliert. Dem Wunsch nach einer offenen, fließenden Wasserverbindung von Noor und Hafen erteilte ein Wasserbauingenieur aus finanziellen, wasserwirtschaftlichen und städtebaulichen Gründen eine Absage.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 06:57 Uhr

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