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Eckernförder Zeitung

27. April 2017 | 09:12 Uhr

Nooröffnung wird immer konkreter

vom

2013/14 soll mit den ersten Arbeiten begonnen werden / Östliches Ufer soll Eckernförder Bürgern angeboten werden / Mehr Parkplätze am Schulweg

Eckernförde | Im Kernbereich zwischen Noorstraße, Gaehtjestraße, Reeperbahn und Schulweg stehen große Veränderungen an - das Projekt Nooröffnung wird derzeit konkretisiert, vier Bebauungspläne sind in Arbeit. Am Mittwochabend stellte Heiner Sonderfeld, Beauftragter des Sanierungsträgers BIG Städtebau aus Kronshagen, den aktuellen Stand des ehrgeizigen Projektes zahlreichen Anwohnern und Interessierten im Ratssaal vor. Nach dem Abbruch mehrerer Gebäude - HaGe, Aldi, Markant, Reeperbahn 24 (Ecke Schulweg) - und dem Abbau des Parkdecks an der Noorstraße, sind zahlreiche Neubauten am Ufer der künftigen Wasserfläche sowie die gestalterische Aufwertung im Gebäudebestand des Sanierungsgebiets geplant.

Ein Kernpunkt der Planung wird die Verkehrsführung mit der Anbindung des Stadtteils Borby an die Innenstadt auf der Achse Gaehtjestraße, Steindamm, Noorstraße, Reeperbahn sein. Einige Bürger, darunter auch Verkehrsplaner Prof. Dr. Bodo Biedermann, sehen dort wegen der hohen Verkehrsdichte und der ihrer Meinung nach nicht ausreichend leistungsfähigen Knotenpunkte ein "Verkehrschaos" auf die rund 10 000 in Borby wohnenden Bürger zukommen. "Das geht so nicht", sagte Biedermann. Man könne nicht erst ein städtebauliches Konzept entwickeln und dann darauf hoffen, dass die Verkehrsprobleme "sich dann schon regeln. Das führt zu einem Desaster und die Leute fahren lieber woanders hin zum Einkaufen. Die Knotenpunkte sind nicht leistungsfähig", behauptete Biedermann. Sonderfeld trat dem entgegen: "Es ist alles gerechnet, die Kreuzungspunkte funktionieren, das steht fest. Wir machen doch kein städtebauliches Konzept, wenn so etwas vorher nicht geprüft ist", entgegnete er den Vorbehalten der Bürgerinitiative "Bauen in Eckernförde" und der Kritik des Verkehrsplaners. Der Ursprungsplan sei deswegen ja verändert worden und die Reeperbahn werde über den verbreiterten Steindamm als "klar definierte Straße" mit Bürgersteigen und einer Platzfläche zu den Noor-Terrassen hingeführt.

Der Markant-Markt soll als Neubau an die verkehrsberuhigte Reeperbahn vorgezogen werden, der Aldi-Markt an den Schulweg gegenüber der Eckernförder Zeitung verlegt werden. Zwischen den Märkten ist viel Platz für neue Stellplätze. Gespräche mit den Eigentümern laufen. Die Bauflächen am östlichen Ufer der Nooröffnung, die sich von der Süderhake bis zum Steindamm erstrecken soll, sollen interessierten Eckernförder Bürgern vorbehalten sein. Sie können die kleinen Grundstücke - Quadratmeterpreise zwischen 180 und 250 Euro - erwerben und dort bauen, sagte Sonderfeld. Geplant sind zweigeschossige Gebäude mit Dachgeschoss - eine Größe, die sich gut für Eigentümergemeinschaften mit drei bis vier Bauherren pro Gebäude eignen würde, sagte Sonderfeld. Es könnten bis zu 100 Wohnungen entstehen. Zum Wasser hin verläuft ein Fußweg, nach hinten raus befindet sich der Großparkplatz.

Als Ersatz für das noch zu demontierende Parkdeck an der Noorstraße soll auf der gegenüberliegenden Seite ein gebührenpflichtiges Parkhaus mit 230 bis 250 Stellplätzen durch die Stadtwerke gebaut und betrieben werden. Die Ein- und Ausfahrt erfolgt über die Noorstraße, der Bereich der Nooröffnung/Innenstadt wird über eine Fußgängerbrücke parallel zur Eisenbahnbrücke erschlossen. Das Parkdeck Aldi wird erst dann abgebaut, wenn das neue Parkhaus fertig ist. Eine Vielzahl neuer gebührenfreier Parkplätze soll indes auf dem Bahnhofsparkplatz am Schulweg entstehen, der um eine Ebene aufgestockt werden soll.

Die früher beidseitig und nach dem Abriss der wasserseitigen Häuserreihe in den 70er Jahren nur noch einseitig bebaute Gaehtjestraße soll baulich wieder ergänzt werden. 25 bis 30 Wohn- und Gewerbeeinheiten sind vom Steindamm bis zum Parkplatz neben der Lütten Werft am Vogelsang möglich. Geplant sind etwa acht Meter hohe Parkhäuser mit zwei Vollgeschossen mit gewerblicher Nutzung unten und Wohnungen im Obergeschoss. Utgard-Wirt Matthias "Hubi" Huber befürchtet wegen der Schallemissionen durch die gegenüberliegenden Kneipen in der Gaehtjestraße Probleme mit den Anwohnern: "Es ist Mumpitz da gegenüber zu wohnen". Front gegen die Wiederbebauung der Gaehtjestraße machten auch Vertreter der Bürgerinitiative.

Mit den Eigentümern im Sanierungsgebiet würden Gespräche über eine Aufwertung der Immobilien geführt. Bei Sanierungsinteresse sei mit einer öffentlichen Förderung von 30 Prozent zu rechnen. Um zu verhindern, dass im Sanierungsgebiet Fakten geschaffen werden, die der geplanten Entwicklung entgegen stehen, werden in allen Grundbüchern Sanierungsvermerke eingetragen, sagte Sonderfeld. Ausdrücklich erklärte er, dass kein Eigentümer zu einer Sanierung gezwungen werde. Ziel sei es, die Stadt im Einvernehmen weiterzuentwickeln.

Schon 2013/14 könnte Planungsrecht für das Parkhaus Noorstraße sowie die Gaehtjestraße bestehen und mit den Baumaßnahmen begonnen werden, sagte Sonderfeld. "Der Rest wird sich dann ergeben".

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erstellt am 01.Dez.2012 | 07:48 Uhr

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