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stand der dinge : Nooröffnung mit unbekannten Variablen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wie ist der aktuelle Stand der Planungen bei der Nooröffnung? Im Bauausschuss wurde deutlich, was fest ist und was noch veränderbar: Die Wasserfläche mit Bebauung, die Häuser am Innenhafen und die Reeperbahn-Verschwenkung zum Beispiel sind gesetzt.

Die Nooröffnung beschäftigt die Politik seit Jahren. Ein städtebaulicher Wettbewerb wurde ausgeschrieben, der Siegerentwurf zwischenzeitlich überarbeitet und angepasst. Und auch jetzt muss er wieder unters Messer, denn der Weggang von Markant und Aldi aus dem Plangebiet müssen ebenso wie der Aufschlag eines anderen Supermarkts eingearbeitet werden. Es gibt also noch unbekannte Variablen bei der Planung, gesetzt sind jedoch die zu schaffende Wasserfläche zwischen Norderhake und Innenhafen mit Uferbebauung. Und auch die Bebauung der Hafenkante entlang der Gaehtjestraße und die Verschwenkung der Reeperbahn wurden schon in den städtischen Gremien beschlossen.

Entsprechende Gegenwehr gab es von den Mitgliedern des Bauausschusses, als ihr Vorsitzender Matthias Huber (Bürger-Forum) jede Fraktion aufforderte, eine „Wunschliste“ für die Nooröffnung zu erstellen. „Die bisherigen Planungen sind von der Ratsversammlung beschlossen worden und mit dem Innenministerium abgestimmt“, erklärte Bürgermeister Jörg Sibbel. Jetzt alles über den Haufen zu werfen, ist demnach nur möglich, wenn die Mehrheit es wünscht – und das auch nur mit viel Ärger und Aufwand und verbunden mit der Gefahr des Verlustes von Fördergeldern. Sofort zog Huber den Vorschlag zurück, fragte: „Wer hat den denn auf die Tagesordnung gesetzt?“.

Hubers Fraktionskollege Herbert Kreis machte keinen Hehl daraus, dass er das Projekt für komplett überflüssig hält. Er nannte die Nooröffnung stets nur „Teich“ und stellte sowohl die Sinnhaftigkeit eines Bootsverleihs als auch die Bebauung der Hafenkante in Frage. Seiner Meinung nach seien viele wichtige Dinge nicht berücksichtigt worden. Das bracht Georg Bicker (CDU) auf die Palme: „Sie diskredetieren das ganze Projekt mit ihrer herablassenden Art.“ Auch Oliver Fink (FDP) reagierte erbost: „Wir haben die Planungen nicht im Blindflug in einem Hinterzimmer beschlossen. Wenn man bei den öffentlichen Sitzungen nicht anwesend war oder nicht zugehört hat, kann man sich hinterher auch nicht beschweren.“

Einige Kritikpunkte konnte Alexandra Dahmen von der BIG Städtebau, die die Planungen begleitet, ausräumen: Zum Beispiel die Sinnhaftigkeit eines Restaurants mit Bootsverleih an der Nooröffnung. „Es handelt sich um eine Angebotsplanung. Man muss es nicht umsetzen, aber sollte ein Interessent kommen, müsste man nicht erst wieder eine langwierige B-Plan-Änderung vornehmen.“

Ob die Bebauung an der Noorkante einer Wohn- oder Mischnutzung unterliegen soll, wird noch geklärt. „Ein Beschluss wäre verfrüht“, so Alexandra Dahmen. Eventuell könne man beides in unterschiedlichen Teilen zulassen.

Auf der Fläche von Markant inklusive Parkplatz soll eine Wohn- oder Mischnutzung entstehen, südlich davon soll nach derzeitigen Überlegungen ein Supermarkt angesiedelt werden. „Wir sind außerdordentlich zuversichtlich, dass wir dort einen Einzelhandel platzieren werden“, sagte Bürgermeister Sibbel. „Ein anderer Händler soll im Bahnhofsgebäude unterkommen.“

Bei der Bebauung zwischen Gaehtjestraße und Hafenkante sollen die Flächen eventuell kleinteiliger gestaltet werden, so dass Sichtachsen zum Wasser entstehen. Auf Anfrage von Jochen Hillers bestätigte Bürgermeister Sibbel, dass sowohl für dieses Gebiet als auch für die Bebauung an der Nooröffnung ein Gestaltungswettbewerb vorgesehen ist. Die Höhe der sogenannten Packhäuser sei noch nicht festgelegt. Und: „Oberstes Gebot ist die Verträglichkeit mit der städtebaulichen Qualität, nicht der Verwertungserlös.“

Das südliche Gebäude direkt am Steindamm könnte dabei noch wegfallen. „Es ist durchaus im Gespräch, auf diese Bebauung zu verzichten“, so Bauamtsleiter Roy Köppen. Unter anderem wegen eines ganz einfachen Grundes: Es fehlt sonst der Platz für eine Bushaltestelle.

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erstellt am 04.Jul.2014 | 05:44 Uhr

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