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Eckernförder Zeitung

28. März 2017 | 04:29 Uhr

Vor dem Workshop : Nooröffnung: Bürgerinitiative hat noch Gesprächsbedarf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ beklagt vor dem nicht-öffentlichen Workshop eine unzureichende Bürgerbeteiligung. Auch bei der Bebauung der Gaehtjestraße gibt es Gesprächsbedarf. Parallel hat die Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren vorbereitet.

Eckernförde | Die Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ kann sich nach wie vor nicht mit dem Planungsprozess zur Nooröffnung und insbesondere der Vorbereitung des Investorenwettbewerbs anfreunden. Sie beklagt vor allem eine unzureichende Bürgerbeteiligung und die Bauhöhen in der Gaehtjestraße mit einer Traufhöhe von 11,20 Metern über Normal Null plus Dachgeschoss.

Am Sonnabend, 25. April, wird sich die interfraktionelle Arbeitsgruppe unter Leitung von Katharina Heldt (CDU) in ihrer zweiten Sitzung mit der Nooröffnung befassen. Von 10 bis 13 Uhr werden 27 Akteure aus Politik, Verwaltung, Unternehmen, Institutionen und Verbänden den Investorenwettbewerb inhaltlich in den Arbeitsgruppen „Soziales/ Gesellschaft“, „Wirtschaft/Ökonomie“, „Ökologie“ und „Städtebau/Gestaltung“ vorbereiten. Der Workshop ist nicht-öffentlich. „Wir haben viele Gäste eingeladen, mit denen wir uns offen und frei von der Leber weg austauschen möchten“, begründet Heldt die Erarbeitung der Positionen ohne Publikum. Im Anschluss werden die Ergebnisse um 14 Uhr im Rathaus präsentiert – öffentlich.

Das ist Dr. Falk Buettner, einem der vier Sprecher der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ mit weit über 200 Mitgliedern, zu wenig. Er selbst wird im Workshop seine Stimme als Delegierter der Bürgerinitiative zwar erheben können, aber „was soll in den drei Stunden verhandelt werden, wenn die Ausschussmitglieder zu Beginn durch einen Vortrag in den Stand der Dinge eingewiesen werden sollen? Nur noch zwei Stunden?“, fragt Buettner. „Die immer wieder betonte breite Beteiligung der Bürger verkommt zu einer Scheinveranstaltung, wenn man davon ausgeht, dass ganze drei Stunden Workshop mit einer zu hinterfragenden Besetzung von der Politik als breite Beteiligung angesehen wird“, sagt Buettner. Von den 28 Sitzungen zur Nooröffnung seit der Vorstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) im Juni 2005 bis heute habe es nur in zehn Sitzungen öffentliche Aussprachen von und mit Bürgern außerhalb von Einwohnerfragestunden gegeben, rechnet Buettner vor. „Bauen in Eckernförde“ hätte sich eine intensivere Bürgerbeteiligung gewünscht.

Arbeitsgruppenleiterin Katharina Heldt sieht das anders. „Wir fangen doch nicht bei Null an.“ Die „Leitplanken“ seien in den vielen Sitzungen gesetzt, das weitere Vorgehen im Hauptausschuss am 17. Februar ohne Gegenstimme beschlossen worden. Jetzt werde der Investorenwettbewerb vorbereitet und das ganze Paket am 2. Juni um 18.30 Uhr in einer Einwohnerversammlung vorgestellt, bevor es dann nach einer vierten Arbeitsgruppensitzung am 2. Juli abschließend im Hauptausschuss und in der Ratsversammlung beraten wird. Die Stadt möchte die Ergebnisse des Investorenwettbewerbs für den Bau von 50 bis 70 Wohnungen an der Nooröffnung Ende des Jahres vorstellen. Das sei ein abgestimmtes Verfahren, mit dem die bestmöglichen Lösungen für die Nooröffnung gefunden werden sollen, erklärte Heldt. Irgendwann müsse auch entschieden werden.

Falk Buettner hingegen würde im Falle der Gaehtjestraße gerne ohne Zeitdruck über die Bebauung diskutieren. Die vorgelegte Planung findet nicht die Zustimmung der Bürgerinitiative, weil sie zu hoch sei und durch die hafenseitige Bebauung eine „Straßenschlucht ergeben würde, in der der Lärm des Verkehrs in seiner Lautstärke verdoppelt und die abgerissenen früheren Häuser an Höhe weit übertroffen werden.“

Für den Fall, dass sich die Fronten in der Gaehtjestraße verhärten sollten, hat die Bürgerinitiative bereits ein Bürgerbegehren in der Schublade. „Wenn wir uns vernünftig unterhalten, brauchen wir das nicht“, sagt Falk Buettner. Aber wenn kein Kompromiss mehr möglich ist, will die Bürgerinitiative diese Option ziehen und die Bürger über die Bebauung bzw. deren Höhe entscheiden lassen.

 

 

 


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erstellt am 22.Apr.2015 | 06:32 Uhr

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