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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 11:45 Uhr

Neues Bahn-Kapitel und frischer Wind

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförde und die Bahn, das ist ein Kapitel für sich, und beileibe kein spannungsfreies. Das Ostseebad verfügte einst über ein imposantes Bahnhofsgebäude, das in den 70er-Jahren – allzu leichtfertig? – abgerissen und durch den schmucklosen Flachbau ersetzt wurde. So etwas wäre heute undenkbar. Heute allerdings gäbe es wohl kaum einen Einspruch, wenn ein Investor das Bahnhofsgebäude kaufen, plattmachen und durch einen schicken, multifunktionalen Neubau ersetzen würde, der aus dem Bahnhof ein attraktives Entrée für die südliche Innenstadt machen würde. Bisher hat die Bahn 890  000 Euro als Kaufpreis aufgerufen – ob sie da jemand rantraut?

Die Stadt jedenfalls hat während der Verkaufsverhandlung genug Federn gelassen, die Wunde ist noch nicht ganz verheilt. Und deshalb ließ der Satz von Staatssekretär Frank Nägele gestern bei der Einweihung des barrierefreien Bahnhofs – „Die Deutsche Bahn ist in Eckernförde immer ein gern gesehener Gast“ – die Eckernförder Vertreter um Bürgervorsteherin Karin Himstedt zumindest innerlich ein wenig zusammenzucken.

Nun gut, nur schwarzmalen bringt einen auch nicht weiter. Und vielleicht wird’s ja wirklich noch was mit dem guten Verhältnis. Die Sanierung des Übergangs Domstag nun doch schon ab 30. Mai – 2016 – ist neben der geschaffenen Barrierefreiheit am Bahnhof ein Schritt in die richtige Richtung. Der Verkauf von Gleis 3 zu einem für die Stadt annehmbaren Preis könnte ein weiterer sein.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? Das wäre sicher zu hoch gegriffen und muss auch nicht sein – ein fairer, verständnisvoller und lösungsorientierter Umgang würde schon reichen und beiden Seiten das Leben erleichtern.

Im Museum hat Dorothee Bieske das Zepter übernommen. Nach ihrem ehrlichen, aber auch ziemlich mutigen Auftritt kurz nach ihrem Amtsantritt am 1. März im Ausschuss für Jugend, Kultur, Bildung und Sport, bei dem sie Politik und Verwaltung einen ganzen Katalog von Verbesserungsvorschlägen und Wünschen für das Museum ins Stammbuch geschrieben hat, eröffnet sie morgen ihre erste Ausstellung in neuer Umgebung. Dass sie dabei auf einen alten Bekannten zurückgreift, den sie schon in ihrer Zeit auf dem Flensburger Museumsberg schätzen gelernt hat, ist nur klug. Peter F. Piening, Jahrgang 1942, ist ein großer Künstler mit der Laubsäge. Hört sich irgendwie niedlich an – Laubsäge –, ist aber in hohem Maße künstlerisch ansprechend und mit einer großer Portion Humor und (Selbst)Ironie gesegnet, die auch vor ihm selbst und der sonst so empfindsamen Kunstszene nicht halt macht.

Erfrischend.

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erstellt am 20.Mai.2016 | 15:26 Uhr

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