zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 20:52 Uhr

Neugründung : Neuer Verein für den Seeadlerschutz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

15 Gründungsmitglieder haben Verein Seeadlerschutz Schlei gegründet / Vorsitzender ist Frank Dreves / Ziel: Dokumentation und Information zu Großvögeln in der Region.

Barkelsby | Der Schutz und die Dokumentation von Seeadlern, Greifvögeln, Kranichen, Störchen und Singschwänen ist das Ziel eines am Donnerstagsabend neu gegründeten Vereins. 15 Gründungsmitglieder hat der neue Verein Seeadlerschutz Schlei. Dem Vorstand gehören Frank Dreves (Rieseby) als Vorsitzender, Jörg Thiede (Holzdorf) als zweiter Vorsitzender, Diana Lenk (Holzdorf) als Kassenwartin und Karl-Christoph Jensen (Brodersby) als Schriftwart an. Die Eintragung des Vereins als gemeinnützig wird in der kommenden Woche über einen Notar beim Vereinsregister beantragt.

Fast 20 Besucher waren der Einladung von Frank Dreves zu der Gründungsversammlung in seine Gewerberäume in Barkelsby gefolgt. Bevor die Besucher aber zu Mitgliedern wurden, stellte Dreves seine Bewegründe für einen Verein vor. Seit gut zwei Jahren beobachte er nun schon intensiv Seeadler und andere Großvögel in Schwansen (wir berichteten). Fast 300 Tage im Jahr sei er unterwegs, zähle und dokumentiere seine Sichtungen. Doch er komme an seine Grenzen, das Gebiet sei zu groß und auch die Zahl der Vorkommen überfordere ihn. Gleichwohl sehe er aber die Notwendigkeit, die Vorkommen und Bestände der genannten Vögel zu dokumentieren. Die Gefahren für sie seien einfach zu groß. Auslöser für ihn, sich intensiv um Seeadler und Großvögel zu kümmern, waren Vergiftungen von Seeadlern und abgesägte Horstbäume. Darüber hinaus liege ihm die herrliche Natur in Schwansen am Herzen.

Ein Argument, das in der Vorstellungsrunde der Teilnehmer wiederholt genannt wurde war der Wunsch, aktiv etwas zum Schutz und Erhalt der Landschaft in Schwansen und an der Schlei zu tun.

Ob der Verein das Ziel habe auch Windkraftanlagen zu verhindern, wollte der Waabser Bruno Kruse wissen. Nein, das sei kein Ziel, so Dreves, es gäbe schon zahlreiche Initiativen, die sich um Windkraft kümmerten. Der Verein solle viel mehr dazu beitragen, die Bestände zu erfassen und die Bürger über die noch vorhandenen Vogelpopulationen zu informieren. Auch die im Publikum aufgetauchte Frage, warum denn ein neuer Verein gegründet werden müsse, der Naturschutzbund Deutschland, Ortsgruppe Kappeln-Nordschwansen, verfolge doch ganz ähnliche Ziele, wies Dreves zurück. Karl-Christoph Jensen, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Nordschwansen betonte, dass er den neuen Verein speziell als Greifvogelschutzverein sehe. Als Konkurrent nehme er den Verein nicht wahr, eher als eine gute Ergänzung im weiten Feld des Umwelt- und Naturschutzes.

Zu den Aufgaben des Vereins zählen die Beobachtung, einheitliche Dokumentation und Erfassung der genannten Hauptvogelarten. Gerade die Dokumentation der Sichtungen durch einen Verein könnte die Aussagekraft gegenüber Behörden verbessern, sagte Dreves. Darüber hinaus will der Verein seine Sichtungen auf entsprechenden Internetplattformen von Ornithologen melden, damit auch landesweit Entwicklungen und Veränderungen der Vogelbestände festgestellt werden könnten.

Der Verein möchte seine Mitglieder mit Fachvorträgen, beispielsweise zur Beringung, zur Art- und Altersbestimmung schulen. Ein weites Feld ist auch die Öffentlichkeitsarbeit. Hierunter fallen die Erstellung von Infobroschüren, Erstellung und Aufstellung von Infotafeln an Plätzen und Wegen, aber auch Vorträge und Infoveranstaltungen, um den Menschen die Tiere und ihre Lebensräume vorzustellen. Angedacht seien auch Führungen in Kleingruppen, ohne allerdings die genauen Standorte von Adlerhorsten bekannt zu geben. Einen Überblick über die Arbeit und auch Ergebnisse können auf einer Internetseite des Vereins einem großem Publikum zugänglich gemacht werden.

Finanziert werden soll der Verein unter anderem durch Mitgliedsbeiträge. Die Versammlung beschloss zwölf Euro im Jahr für Aktive und 36 Euro für Förderer. Außerdem möchte der gemeinnützige Verein öffentliche Fördergelder einwerben, Spenden sammeln und auch Gemeinden und Firmen um Unterstützung bitten. Die Mittel sollen satzungsgemäß nur für die Aufgaben des Vereins eingesetzt werden, dessen Mitglieder ehrenamtlich tätig sind.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 30.Apr.2016 | 06:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen