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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 15:19 Uhr

Erweiterung : Neuer Firmensitz im Schutzgebiet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Es hat viele Momente gegeben, da hätten die beiden Geschäftsführer Hans-Jürgen Plöhn (57) und sein Sohn Philipp (32) am liebsten die ganze Planung wieder über den Haufen geworfen. „Das wird nie was“, hätten ihnen viele gesagt. So unmöglich erschien das Bauvorhaben, den Familienbetrieb aus dem Dorfzentrum Holzbunges in den Außenbereich und dann noch in ein Landschaftsschutzgebiet zu verlegen. „Vier Jahre hat die Planung für den Standort Gehrland-Koppeln gedauert“, sagt Hans-Jürgen Plöhn. Das Genehmigungsverfahren habe alle auf eine große Geduldsprobe gestellt. Am 5. Juli erhielten sie die Baugenehmigung, am 6. Juli gab es den ersten Spatenstich auf der 25  000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Kreisstraße 2 und B 203. Bis zum 30. Juni 2017 soll der neue Firmenstandort fertig sein.

1946 gründete Hans-Jürgen Plöhns späterer Schwiegervater Fritz Rüchel den Betrieb in Elsdorf. 1996 übernahm Hans-Jürgen Plöhn mit seiner Frau Traute dann das Lohnunternehmen am Standort in Holzbunge. Winterdienst, Wegesanierung und landwirtschaftliche Arbeiten sind die Aufgaben der Firma, die in ganz Schleswig-Holstein tätig ist. Man sehe sich als Dienstleister im ländlichen Raum. „2009 begannen wir uns erstmals nach einem neuen Standort umzusehen“, berichtet Philipp Plöhn, seit 2010 Agrarservice-Meister. Denn für eine neue Halle auf dem Grundstück im Ort gab es keine Baugenehmigung. Das Unternehmen stieß mittlerweile an seine Kapazitätsgrenzen. Fahrzeuge müssen außerhalb Holzbunges geparkt werden, weil auf den 8500 Quadratmetern der Platz fehlt. Und auch in der Werkstatt ist es zu eng. Viele im Dorf atmen auf, dass der Betrieb aus der Ortsmitte zieht. Es sei schon eine Belastung gewesen, da die großen Fahrzeuge und Maschinen sich den Weg durch die Gemeinde bahnen mussten. Aber dennoch: „Wir haben hier eine tolle Nachbarschaft“, sagen die Plöhns.

Mit großer Unterstützung der Gemeindevertretung und der Amtsverwaltung ist es dann nach vier Jahren Planung endlich gelungen, Baurecht zu schaffen. „Die Landesplanung forderte uns auf, 17 Standorte in den Hüttener Berge zu prüfen“, berichtet Hans-Jürgen Plöhn. Erst dann gab es grünes Licht für die Fläche, die zunächst aber aus dem Landschaftsschutzgebiet entlassen werden musste. „Die Planungskosten stiegen immens“, so Philipp Plöhn. Mit vielen Auflagen war das Bauvorhaben verbunden. Auf dem Neubau sollte ein Grasdach angelegt werden, eine Solaranlage war nicht zulässig. Im Gegenzug musste die Firma eine Fläche am Bistensee von rund 1,6 Hektar aus der Nutzung nehmen. Außerdem wird als Sichtschutz ein Wall um das Firmengelände gezogen.

„Wir sind froh, dass wir den Betrieb in der Gemeinde halten können“,so Bürgermeister Ole Bening auf EZ-Nachfrage. Das Unternehmen gehöre einfach nach Holzbunge. Auch er erinnere sich gut an die Planung, an die vielen Gespräche mit den Behörden und reichlich Überzeugungsarbeit.

Rund zwei Millionen Euro investierte die Familie Plöhn in den neuen Firmensitz. Auf dem Gelände entsteht eine Betriebsleiterwohnung, Werkstatt mit Bürogebäude, Parkflächen, Fahrzeughalle, Maschinenhalle sowie eine Hackschnitzelanlage und ein Regenrückhaltebecken. „Mitte Oktober soll der Hochbau beginnen“, so Hans-Jürgen Plöhn. Rund 20  000 Kubikmeter Boden müssen bewegt werden, das Geländeprofil entsprechend angepasst werden. Die Tiefbauarbeiten werden in Eigenleistung erfolgen Nicht die gesamte Fläche wird sofort bebaut werden. „Wir haben jetzt unseren Betrieb zukunftsorientiert aufgestellt und die Chance, uns noch weiter zu entwickeln, auch für die nächste Generation“, betont Hans-Jürgen Plöhn. Die neue Adresse der Firma Rüchel& Plöhn lautet dann Gehrland 1-3.

Die Nutzung des alten Standortes steht noch nicht fest. Ein Teil wird zurückgebaut werden müssen. „Lautes Gewerbe darf hier aber nicht mehr entstehen“, sagt der 74-Jährige.

Derzeit arbeiten 15 Fachkräfte bei Rüchel & Plöhn sowie vier Auszubildende. Gut möglich, dass im Zuge des Neubaus auch weitere Arbeitsplätze geschaffen werden.  

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erstellt am 24.Aug.2016 | 06:08 Uhr

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