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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 06:57 Uhr

Festival in Eckernförde : Neue Leitung bei Green Screen: Geralt Grote übergibt an ZDF-Moderator Dirk Steffens

vom

Das größte Naturfilm-Festival Europas hat einen neuen Leiter: Dirk Steffens. Der Rückzug von Grote kommt für viele überraschend.

Eckernförde | Er ist das Gesicht von Green Screen und der kreative Geist: Gerald Grote. Zur Überraschung vieler hat Gerald Grote am Freitag nach zehn Jahren die Festivalleitung abgegeben, um den Weg zu einem weiteren, bundesweiten Entwicklungsschub freizumachen. Er hätte es nicht getan, wäre sein Nachfolger nicht der wohl profilierteste und bekannteste deutsche Naturfilmkenner: Dirk Steffens.

Mit dem 48-jährigen Wissenschaftsjournalisten und Moderator der ZDF-Doku-Reihe „Terra X“ präsentiert Green Screen einen neuen Festivalleiter, der als Naturfilmer nicht nur die Branche bestens kennt, sondern auch über glänzende mediale Kontakte verfügt und eine bundesweite Strahlkraft besitzt.

Mit ihm an der Spitze möchte das in der internationalen Naturfilmszene hoch angesehene Festival seinen bundesweiten Bekanntheitsgrad deutlich verbessern, um im Sinne der Sache noch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und den Natur- und Artenschutz zu fördern. „Vielleicht kommen ja auch eventuell größere Förderer“, merkte Grote an. 

Was ist Green Screen?

Green Screen präsentiert Naturfans aber auch der Fachwelt Dokumentationen über Natur und Tiere. Es ist mit rund 30.000 Besuchern das größte Naturfilmfestival in Europa und lockt jedes Jahr Naturfans und Filmer nach Eckernförde. Zahlreiche Premieren gehören während der fünf Festivaltage in das Programm der Spielstätten, sowie eine offizielle Eröffnungsgala und eine Preisverleihung. In Kooperation mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag veranstaltet Green Screen im Vorfeld des Festivals eine Naturfilmtournee durch 15 schleswig-holsteinische Städte. Aus einer Auswahl von drei Filmen können die Zuschauer ihren Favoriten wählen. Das Abstimmungsergebnis wird bei der Preisverleihung des Festivals verkündet und die Preisträger mit dem sh:z-Publikumspreis geehrt. Zu den in der Fachwelt begehrten Preisen gehört seit 2008 der mit 5000 Euro dotierte Heinz-Sielmann-Preis.

 

 

Gedanken über einen Rückzug hatte er schon länger, beim diesjährigen Festival wurde es dann im Gespräch mit seinem Nachfolger konkret. „Wir haben alles hingekriegt“, sagte Grote, „aber jetzt ist die Zeit gekommen, um das Festival auf ein neues Level zu heben und noch mehr Leute zu erreichen. Ich werde nie bei Lanz auf dem Sofa sitzen, Dirk ja.“

Bei Green Screen stehe immer die Sache im Mittelpunkt: die Faszination der Natur und der Schutz derselben. „Alle Filme haben mit uns zu tun, unserer Erde , auf der Ungetüme auf zwei Beinen sehenden Auges alles kaputt machen“. Man müsse die Menschen, vor allem die jungen, über die Filme dazu bringen, die Natur zu achten.

Grote dankte seinem Team, mit dem er  das Naturfilmfestival aus kleinsten Anfängen bis zur glanzvollen und professionellen zehnten Ausgabe in diesem September geführt hat, und der Stadt und seinen Bürgern für die engagierte Unterstützung. Dem Festival wird er weiter verbunden bleiben.

Zur Person: Dirk Steffens

Dirk Steffens (48) hat das journalistische Handwerk von Grund auf gelernt. Nach seinem Volontariat an der Kölner Journalistenschule studierte er Politik und Geschichte. Anschließend war er Politik- und Nachrichtenredakteur beim Deutschlandfunk in Köln und bei verschiedenen öffentlich-rechtlichen und privaten Radio- und Fernsehstationen als Moderator, Autor und Dokumentarfilmer tätig. Sein Schwerpunkt waren Natur- und Wissenschaftsdokumentationen, die ihn in mehr als 120 Länder führten. Seit 2008 moderiert Dirk Steffens für das ZDF unter anderem die erfolgreichste deutsche Natur-Doku-Reihe „Terra X“. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich als WWF-Botschafter, für das Jane-Goodall-Institut und ist Honorarkonsul der Republik Paulau im Südpazifik.  Steffens ist Mitglied im Kuratorium der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, im September 2016 berief ihn Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zum UN-Dekade-Botschafter für biologische Vielfalt.  Für seine Arbeit ist Dirk Steffens mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit der Goldenen Kamera. Er lebt in Hamburg und hat mit seiner Frau in der Nähe von Eckernförde ein zweites Zuhause gefunden.

Reaktionen: „Dirk Steffens ist eine Super-Wahl“

Der Führungswechsel beim Internationalen Naturfilmfestival Green Screen hat viele überrascht. Auch den Leiter von NDR-Naturfilm, Jörn Röver, und Naturfilmer Oliver Goetzl. Beide haben die zehnjährige Entwicklung des Festivals miterlebt.

Jörn Röver lobte die Entwicklung des Festivals unter der Leitung von Gerald Grote, das von Jahr zu Jahr an Qualität und Bedeutung gewonnen habe. Dirk Steffens bezeichnete er als „hervorragenden Moderator“. Steffens sei nicht nur bundesweit sehr bekannt, sondern auch ein exzellenter Kenner des Naturfilms, sei sehr engagiert, stehe für Natur- und Artenschutz und sei „eine sehr gute Besetzung“ für die Führungsposition bei Green Screen.

Gerald Grote sei das „Gesicht des Festivals und sehr schwer zu ersetzen. Aber Dirk Steffens ist eine Super-Wahl“, sagte Naturfilmer Oliver Goetzl. „Er ist vom Fach, ist draußen, in fernen Ländern.“ Er kenne Steffens persönlich und habe ihn als sehr sympathischen Menschen erlebt. Fachlich lasse sich nur Gutes über den 48-Jährigen sagen. Die sehr positive Ausstrahlung und bundesweite Präsenz von Dirk Steffens könnten Green Screen nur gut tun. Er habe „Hochachtung“ vor der Leistung Gerald Grotes und seines Teams, er hoffe, dass er dem Festival erhalten bleibe. Grote habe das Festival durch seine humorvolle Art sehr bereichert.: „Es war immer locker und trotzdem professionell und weltoffen.“

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erstellt am 04.Nov.2016 | 19:31 Uhr

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