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Kochduell : „Mutti spezial“ vor „Italienischer Sauerei“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jupp Verhasselt gewinnt mit Hackbraten und Quarksoufflé hauchdünn vor Thomas Schulz mit Schweinefilet und Tomaten-Dreierlei.

Eckernförde | Der eine wollte mal Koch werden, der andere hat bei Mutti gut aufgepasst. Das macht aus Thomas Schulz (Café Heldt) und Jupp Verhasselt (Kuddel Muddel) nicht automatisch gute Köche, doch beim zweiten Kochduell von Eckernförder Zeitung und Küchenmeister Michael Stöcken in diesem Jahr haben die beiden bewiesen: Manchmal kann es doch so einfach sein.

Beim Kochduell treten wechselnde Hobbyköche in immer anderen Gastronomien gegeneinander an. Ein Duellant muss eine Vor- und eine Hauptspeise zubereiten, der andere eine Hauptspeise und ein Dessert – das alles für etwa 25 Gäste. Diese fungieren als Jury, bewerten die Mahlzeiten, ohne zu wissen, wer welche Speise gekocht hat. Die Duellanten bekommen jeweils einen Koch an ihre Seite. Stets ist Michael Stöcken dabei, sein Gegenüber ist immer der Koch der Gastronomie, in der das Duell stattfindet. Am Dienstagabend war das Mario Marzian, Inhaber des Ratskellers – bekannt für gute Küche. Er und sein Team opferten ihren einzigen freien Tag in der Woche.

Dabei konnte er ganz entspannt sein, denn Thomas Schulz hatte seine Speisen fest im Griff. Routiniert bereitete der 45-Jährige „Dreierlei Tomaten“ als Vorspeise zu und kümmerte sich ruhig um seine „Italienische Sauerei“ – Schweinsfilet a la Saltimbocca. Der neue Inhaber des Café Heldt wollte nach der Schule einst Koch werden, „aber für die Ausbildung war ich zu jung“, erzählte er. „Und weil ich auch gern backen mochte, habe ich Konditor gelernt.“ Und zwar dort, wo er seit 22 Jahren arbeitet und jetzt sein eigener Chef ist: im Café Heldt.

Jupp Verhasselt ist dagegen der Mann der Schnäpse und Biere: Der 52-Jährige betreibt zwei Kneipen und ein Bistro. Der Kneipenwirt hat beim Kochduell Hackbraten nach einem Rezept seiner Mutter zubereitet. Und während seine Hände vier Kilo Hackfleisch kneteten – unter anderem gewürzt mit einem Schuss Whisky – erzählte er von seiner Laufbahn: Der gelernte Maschinenbauer arbeitete als Fertigungsmeister bei Sauer & Sohn, bis er vor zwölf Jahren das „Kuddel Muddel“ in der Gaehtjestraße pachtete – als Nebenjob. Vor sieben Jahren kaufte er dann die Gastronomie. Heute betreibt er zusätzlich das „Eichhörnchen“ und das „Sport Bistro“ in Rieseby. Auch er wirkte ruhig und konzentriert. Für Michael Stöcken kein Wunder: „Für 20 bis 30 Leute zu kochen, ist nicht unbedingt ein Hobby.“

Doch als nach drei Stunden die Gäste kamen, erhöhte sich die Schlagzahl in der Küche deutlich. Dabei ging es äußerst fair zu: Jeder half auch dem gegnerischen Team beim Anrichten, scherzte über den Herd hinweg und lobte den Gegner. Und die Profis lobten die Amateure. Mario Marzian: „Sie arbeiten beide sehr professionell, sind ein gutes Team.“ Und auch gute Köche. Ihre Mahlzeiten kamen bei den 24 Gästen sehr gut an, das bewiesen die Bewertungsbögen. Hauchdünn gewann am Ende Jupp Verhasselt gegen Thomas Schulz und wäre damit laut Michael Stöcken ein „gefährlicher Kandidat“ für das Finale am 3. April, wenn die beiden Punktbesten gegeneinander antreten. Doch zunächst stehen noch die Kochduelle in Haby und Sieseby aus.

Thomas Schulz nahm es mit Humor. „Der Spaß steht hier an erster Stelle.“ Und den hatte er – schließlich feierte seine Frau ihren Geburtstag als Gast beim Kochduell im Ratskeller. Zum ersten Mal ließ sie sich an ihrem Geburtstag von ihrem Mann bekochen. Auch zwei Einrichtungen profitieren, denn die Hobbyköche haben Spenden für den Waldkindergarten in Rieseby und den Musikunterricht von Holger Obbelode an der Peter-Ustinov-Schule gesammelt.

Das letzte Wort hatte Jupp Verhasselt, der es mit dem Rezept seiner Mutter zum Sieg brachte: „Da wird sie sich freuen, wenn ich ihr das erzähle.“

 

Das wurde gekocht:

Thomas Schulz und Mario Marzian begannen mit der Vorspeise „Dreierlei Tomate“ aus weißem Tomatenschaumsüppchen, Tomate-Mozzarella und Bruscetta. Ihr Hauptgericht tauften sie „Italienische Sauerei“. Es bestand aus zart gebratenem Schweinefilet à la Saltimbocca mit Ratatouille und Rosmarinkartoffeln.

Das Hauptgericht von Jupp Verhasselt bestand aus Hackbraten nach einem Rezept seiner Mutter – „Mutti spezial“. Mit Michael Stöcken bereitete er frische Kroketten und Spitzkohlröschen zu. Als Nachspeise gab es Quarksoufflé mit Erdbeeren.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 06:41 Uhr

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