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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 15:38 Uhr

Gala : Musischer Abend für eine ernste Krankheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Benefiz-Gala zu Gunsten der „Kinderaugenkrebsstiftung“ im Goldenen Saal auf Schloss Ludwigsburg

Waabs | Eine sowohl fröhliche wie erfreuliche Veranstaltung sah jüngst der Goldene Saal auf Gut Ludwigsburg. Hausherr Kurt-Jürgen Carl und Dietmar Ruhfus als Repräsentant der Kinderaugenkrebsstiftung hatten zu einer Benefizgala eingeladen, zu der so viele Gäste kamen, dass kaum Platz für alle war.

Am frühen Sonntagabend traf man sich zunächst zu einem Empfang bei Prosecco, Käsehäppchen, lebhaften Gesprächen – für gut eine Stunde mit angenehmer Hintergrundsmusik begleitet von Kirchenmusiker Sebastian Sell am Flügel.

Schließlich begann das abwechslungsreiche Programm mit Musik, Gesang und Literatur, umsichtig vorbereitet und organisiert von Dietmar Ruhfus. Das alles war gedacht für den guten Zweck, denn der gesamte Erlös des Abends geht an die „Kinderaugenkrebsstiftung“, die der Bank-Filialleiter Ruhfus aus Vogelsang Grünholz einst selbst ins Leben rief.

Seit vier Jahren arbeitet er nun dafür ehrenamtlich und mit großem Ziel: In eigener Betroffenheit gründete er diese Stiftung, um Forschungsgelder einzuwerben. Sein jüngerer Bruder Thomas erkrankte einst mit 15 Monaten an einem Augentumor, verlor ein Auge und musste in den folgenden Jahren weitere körperweite Krebserkrankungen erleiden. Diese Augenkrankheit bei kleinen Kindern sei bisher relativ selten, so Ruhfus, lediglich rund 60 Kinder in Deutschland erkranken mit ihr im Jahr. Ein Drittel aller betroffenen Kinder habe aber darüber hinaus noch ein stark erhöhtes Risiko, im Anschluss Folgetumore zu bekommen. Eine seltene Krankheit, bei der noch viel wissenschaftliche Forschungsarbeit geleistet werden müsse, um sie besser in den Griff zu bekommen.

Vor diesem Hintergrund war es wunderbar zu sehen, wer sich alles in den Dienst der guten Sache stellte: Ohne Gagen sangen und spielten namhafte Künstler und verwöhnten die Gäste mit einem herzerfrischenden Programm. Kerstin Thomsen, renommierte Chansonsängerin aus Eckernförde, verzauberte, entzückte und verblüffte mit frecher, handfester Liedauswahl, sang den „Neandertaler“ herbei, warnte – selbst Blondine – alle Männer vor blonden Frauen, agierte elegant und verführerisch als „Vamp“. Hier war Kerstin Thomsen wieder ganz in ihrem Element. Sie punktete mit ihrer optisch so hinreißenden Erscheinung, und konnte schließlich auch die zarteren Töne anschlagen mit Chansons von Hildegard Knef. „Eins und eins, das macht zwei“ wie auch „Für uns soll’s rote Rosen regnen“, das wurde von den Gästen gern mitgesummt.

Ansgar Hüning, Bariton am Schleswig-Holsteinischen Landestheater, wie auch Jörg Sabrowski, ebenfalls Bariton, jedoch Kammersänger an der Kieler Oper, hatten Arien aus Oper, Operette und Musical mitgebracht. Sie strahlten mit Melodien aus „Porgy and Bess“, „My fair Lady“, „Kiss me Kate“ und „South Pacific“. Besonderen Applaus erhielten beide auch als „Vogelfänger“ mit Zwitscher-Flöte. Beiden Sängern hätte man gern noch weitere Stunden zugehört, so nuancenreich und von hoher Qualität waren ihre Beiträge.

Die drei Sänger des Abends fanden sich in bester musikalischer Gesellschaft: Peter Geilich, Pianist und Dirigent am Schleswig-Holsteinischen Landestheater, begleitete sie kongenial am Flügel. Ein weiterer Höhepunkt: Gerd Erdmann bewies als Rezitator mit seiner Textauswahl die Kraft der Sprache, wie sie Tucholsky und Kästner beherrschten. Gedanken zur landläufigen Selbsteinschätzung von Männern, augenzwinkernd zum Verhältnis Mann und Frau, schließlich zu Lebensglück und Selbstbescheidung, – das konnte den Abend erden. „Wir möchten so viel haben, sein und gelten. Dass einer alles hat, das ist selten…“

„Der Erfolg dieses Benefiz-Abends im Goldenen Saal von Ludwigsburg ruht auf vielen Schultern,“ so ein dankbarer Dietmar Ruhfus am Endes des schillernd-vielseitigen Programms, „eine Wiederholung wäre schön und ist denkbar.“

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erstellt am 11.Okt.2016 | 06:59 Uhr

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