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Eckernförder Zeitung

26. März 2017 | 23:02 Uhr

Neujahrskonzert : Musikduo sorgt für Gänsehaut

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Duo „Sing your Soul“ präsentiert neues Programm beim Neujahrskonzert in der Gettorfer Konzertkirche St.-Jürgen

Gettorf | Eine Gänsehaut nach der anderen bescherte das Duo „Sing your Soul“ den mehr als 120 Zuhörern. Diese waren trotz des schmuddeligen Wetters und Eisregens am Sonnabendabend in die Gettorfer St.-Jürgen-Kirche gekommen.

Meike Salzmann, die ihrem Konzertakkordeon Töne entlockte, die man von einem Akkordeon nicht erwartet und Musikpädagoge und Klarinettist Ulrich Lehna, der neben der normalen Klarinette auch Bassklarinette und ein Sopransaxofon zum Einsatz brachte, verschmolzen als Duo zu einem beeindruckenden Klangkörper. Begleitet von der Moderation der Akkordeonspielerin, die auch Vorsitzende des Eckernförder Akkordeonorchesters ist, nahmen die beiden das ergriffen lauschende Publikum mit auf eine musikalische Reise. Diese war nicht zuletzt auch von der Konzertreise der beiden Künstler im Vorjahr durch Europa inspiriert.

Als Hommage an Johann Sebastian Bach spielte das in prächtige barocke Kostüme gewandete Duo sein von italienischen Einflüssen inspiriertes „Siciliano“. Hier kam neben dem Akkordeon das Sopransaxofon zum Einsatz, beides Instrumente, die es im Zeitalter des Komponisten noch nicht gab. Ursprünglich sei das Werk eine Flötensonate gewesen, so Ulrich Lehna. Auch das Cembalo-Konzert in g-moll (BWV 1056) intonierten die beiden. Die Vielseitigkeit des Akkordeons beeindruckte, in diesem Stück klang es wie eine Orgel.

Das Oboenkonzert in d-moll von Allessandro Marcello, dessen zweiter Satz „Adagio“ auch bekannt ist aus verschiedenen Film-Soundtracks, sowie ein Adagio von Tomaso Albinoni begleiteten das Publikum nach Italien. Leicht und leidenschaftlich füllten die Töne das Kirchenschiff. Aber auch Melodien von Rossini und Sarasate gab es zu hören. Aber wer nun dachte, es sei ein klassisches Konzert, der lag da neben, denn im zweiten Teil gab es Tango aus Argentinien und Finnland und zum Abschluss Klezmer-Melodien.

„Mit Klezmer hat unsere Zusammenarbeit vor 18 Jahren angefangen“, erklärte Salzmann, „wir wollten wieder zu unseren Wurzeln zurückkehren“. Voller Schwung und in einer beeindruckenden Geschwindigkeit flogen Salzmanns Finger über die Klaviatur des Akkordeons und Ulrich Lehna ließ seine Oboe erzählen, klagen und jubeln.

Kaum war der letzte Ton verhallt, spendete das Publikum frenetischen Beifall und entließ die Musiker erst nach zwei Zugaben aus ihrem Programm. „Das war ein formidabler Hochgenuss!“ Stellte Erika Kunz aus Lindhöft fest, „Man muss alles revidieren, was man bisher über ein Akkordeon zu wissen glaubte.“

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erstellt am 09.Jan.2017 | 06:01 Uhr

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