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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 11:13 Uhr

Konzert in der St. Jürgen Kirche : Musikalische Geschichten aus Kanada und Sachsen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Folk-Baltica-Festival in Gettorf: Gerhard Schöne und Buddy McDonald zu Gast.

Gettorf | Country-Musik, Kinderlieder, Rock, Rhythm and Blues: Mit einem außergewöhnlichen Konzert zum Folk-Baltica-Festival 2016 mit den Titel „Lebenszeichen“, verzauberten der kanadische Singer, Songwriter und Storyteller Buddy MacDonald und der ostdeutsche Liedermacher Gerhard Schöne mit exquisiter Begleitung an Saxofon und Orgel am Donnerstagabend fast drei Stunden lang die etwa 100 Konzertbesucher in der Gettorfer St. Jürgen-Kirche.

Für Gettorfs Pastor Frank Boysen, Verantwortlicher für die Konzertkirche und Freund der Folk-Musik eine Herzensangelegenheit. „Die Qualität der Künstler hätte eine viel größere Zuhörerschaft verdient“, hieß er Gäste und Musiker aufs Herzlichste willkommen. Doch so habe zumindest jeder einen guten Platz gefunden. Buddy MacDonald, der auf der Cape-Breton-Insel in der kanadischen Provinz Nova Scotia, Neuschottland, aufgewachsen ist, sang, von seiner Gitarre begleitet, eigene Country-Lieder aus der Heimat. Lieder wie „No small Boats“ oder „Nobody home“ vom Wandel der Zeit, die die alten Zeiten seiner Kindheit zurückholen mit Fischerei, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Kohleminen. Lieder wie „Getting dark again“ von Freunden, die nicht mehr sind. Und Lieder wie „Down where the River flows“, „Doing nothing“ oder „Feel the air“, die daran erinnern, dann und wann innezuhalten im Leben. „You are very quiet“, rief er dem Pub-likum zu. Der Bann war gebrochen. Es wurde mitgesungen, geklatscht und gesummt.

Der ostdeutsche Liedermacher Gerhard Schöne ist ein Geschichtenerzähler. Aufgewachsen in einer evangelischen Pfarrerfamilie sind seine Texte mal kindlich-naiv, mal gesellschaftskritisch, immer einfühlsam und geprägt von seinem christlichen Glauben. Gemeinsam mit Jens Goldhardt, Kirchenmusikdirektor an der Margarethenkirche in Gotha, an der Orgel und Saxofonist Ralf Benschu, der vor allem als Mitglied der deutschen Rockmusikgruppe Keimzeit bekannt wurde, eröffnete er ganz neue Klangwelten in St. Jürgen. Eine wundersame Mischung aus schwerer und leichter Kost. Lieder von einem Filmprojektor, der spricht, von ein- und wieder ausgepackten Koffern und Tieren im Bett. Rhythm und Blues mit Orgel und Saxofon, Texte aus Albert Schweitzers Buch „Ehrfurcht vor dem Leben“ und bearbeitete Choräle von Bach, die helfen, den Weg des Friedens und der Stille zu finden. „Ich öffne die Tür weit am Abend“ singt Gerhard Schöne und flüstert: „Vielleicht sitzt ja auch unter uns unerkannt Christus dabei.“

Das Publikum ist ganz still. Dann bricht der Applaus los. Die Leute stehen auf, jubeln und fordern die Zugabe. Frank Boysen meinte sprachlos: „Was bleibt da zu sagen.“

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