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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 21:31 Uhr

Sprottentage in Eckernförde : Musik, Show und überall die Sprotte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Sprottentage haben dem Publikum am Wochenende ein abwechslungsreiches Drei-Tage-Programm geboten. Räucherduft erfüllte den Hafen und die Altstadt.

Eckernförde | Wie kann man aus Silber Gold machen? Das wussten die Eckernförder Fischer schon vor einigen hundert Jahren, als sie mit dem reichen Fang eines kleinen Fisches aus der Gattung der Heringe ihre Stadt zu einem der wichtigsten Fischereistandorte an der westlichen Ostsee werden ließen. In den damals zahlreichen Fischereiräucherbetrieben wurde der silbrige Winzling zur goldfarbenen Sprotte geräuchert, anschließend in Holzkisten verpackt und über Kiel in alle Landesteile Deutschlands verschickt. Der Aufdruck „Kiel“ auf diesen Kisten machte das Eckernförder Fischerzeugnis mundartlich zur „Kieler Sprotte“, jedoch weiß nahezu jedermann in Eckernförde um die wahre Herkunft dieser Delikatesse. Ein Grund mehr, alljährlich daran zu erinnern und drei Tage lang im Sommer der Sprotte ein ganzes Stadtfest zu widmen.

Kurios, dass gerade ein Bäcker – Stephan Haupt von der gleichnamigen Bäckerei – auf den Gedanken kam, in Schatzsucher-Manier mit einer Rallye den Spuren der Sprotte in Eckernförde zu folgen. In Zusammenarbeit mit der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) wurden die Stationen, wo es in der Stadt überall Sprotten gibt, festgelegt. „Selbstverständlich gehören zu dieser Sprottenrallye traditionelle Standorte wie die Alte Fischräucherei, aber auch bei Café Heldt und in der Bonbonkocherei sind Sprotten zu haben, wenn auch in der zuckrigen Variante“ sagt Ulrike Dallmann von der ETMG und ergänzt: „Die Sprottenrallye wurde von den Besuchern ausgesprochen gut angenommen.“ Für fünf Sieger standen Geschenkkörbe mit den Produkten der Sponsoren bereit, die Auswertung erfolgt heute bei der ETMG.

In der Alten Fischräucherei gab es beim Schauräuchern eine Gelegenheit für die Besucher, das alte Handwerk des Räucherns kennenzulernen und vor Ort die frisch aus dem Ofen kommenden Sprotten zu probieren. Familie Daut war aus Bremerhaven angereist und nahm mit ihren begeisterten Kindern auch an der Sprottenrallye teil. „Es wäre toll, einen der fünf Geschenkkörbe zu gewinnen“, sagt Mirco Daut und ergänzt „Vielleicht sind wir ja zum Piratenspektakel schon wieder hier“.

Überhaupt stand für die jüngsten Besucher viel auf dem Programm: Auf der Hafenmeile übte sich ein Mädchen mit knallgelber Schürze und rotem Piratenkopftuch als Peggy Diggledey im Seilspringen. Susanne Hadewig von der „Neuen Spielkiste“: „Peggy Diggledey verkörpert ein Mädchen im Alter von ungefähr sechs Jahren, die an der Küste lebt und sich gerne in der freien Natur aufhält. Sie verfügt über keine übernatürlichen Kräfte, aber sie kann auf Bäume klettern und auf Fischkutter springen, sie ist begeisterungsfähig und kann andere in ihren Bann ziehen. Ein wahres Naturkind mit einem gewissen Vorbildanspruch eben.“ Die elfjährige Madita Sophie Schäfer, Enkelin der „Neuen Spielkiste“-Inhaber, war während der Sprottentage als Peggy Diggledey verkleidet auf der Hafenmeile unterwegs und animierte viele Kinder zum Mitmachen.

Mitmachen konnte jeder auch bei Hubschrauberrundflügen und den Tandem-Fallschirmsprüngen. Beides wurde gut und gerne gebucht, so dass das Geräusch der Rotoren ständig über der Stadt zu hören war.

Für das leibliche Wohl war an der Hafenmeile ebenfalls bestens gesorgt, jeder konnte ausgiebig zwischen Fisch, Fleisch und Süßem wählen. Wer seinen Appetit mit Sprotten stillen wollte, kam bei Lorenz Marquardt gerade recht. Aus seinem extra aufgestellten Räucherofen auf der Hafenmeile duftete es schon von weitem und der Zuspruch war dementsprechend groß. Stine und Fiete, die beiden Eckernförder Originale, waren den ganzen Tag zudem in der Stadt unterwegs und führten an ihrem Sprottenwagen vor, wie eine Sprotte richtig zu genießen ist: „Kopp af, Steert af, Graat rut un rin in de Snuut“ erklärte Stine alias Christel Fries jedem das Prozedere.

Sprotten ganz anderer Art fand der Besucher auch am Stand von Patrick Schloßer, der in seiner Werkstatt antaris-metallkunst.de auf Gut Marienthal bei Eckernförde in traditioneller Schmiedekunst sein handwerkliches Geschick kreativ umsetzt. „Mit meiner „Evolution der Sprotte“ zeige ich, wie sich ein Rohling innerhalb von anderthalb Stunden zur Sprotte verwandelt“ umschreibt Schloßer seine kleine Sprottenausstellung.

Überhaupt hatten sich alle Aussteller in diesem Jahr deutlich zur Sprotte bekannt und ihre Verkaufsstände mit blauen Sprottentage-Wimpeln geschmückt. Das Wetter spielte ebenfalls mit und niemand konnte sich über mangelndes Publikum beschweren, auch nicht die Bands bei ihren Auftritten auf der Jungen Bühne am Innenhafen oder der Hafenspitze-Bühne. Hier begeisterte beispielsweise am Sonnabendabend die Westernhagen-Coverband „Pfefferminz“ live die Jugend Ü40 mit bekannten und unbekannten Songs des deutschen Rock-Musikers.


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erstellt am 11.Jul.2016 | 06:15 Uhr

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