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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 22:54 Uhr

Ein Fiebig-Porträt als Geschenk : Museum bei Fielmann wieder im Fokus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Fielmann-Stiftung schenkt dem Eckernförder Museum ein großformatiges und frisch restauriertes Frauenporträt des Eckernförder Malers Carl Rudolph Fiebig. Jürgen Ostwald sagte weitere Unterstützung zu.

Eckernförde | Das namenlose Bild ist 180 Jahre alt und zeigt eine 18 Jahre alte Josephine mit ihrem Nähkästchen. Gemalt hat es der bekannte Eckernförder Porträtmaler Carl-Rudolph Fiebig (1812-1874). Eine großformatige Auftragsarbeit für eine noch unbekannte Familie mit einer „großen, künstlerischen Qualität“, wie Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske feststellte. Seit gestern ist es im Besitz des Eckernförder Museums und bereichert die aus zehn Bilder bestehende Fiebig-Sammlung. Michael Schmiedel, Leiter der Eckernförder Fielmann-Niederlassung, überreichte ihr das frisch restaurierte Bild, das beim Kopenhagener Kunstauktionshaus Bruun Rasmussen ersteigert wurde, als Geschenk der Fielmann-Stiftung. Einige tausend Euro hat die Fielmann-Stiftung investiert und zusätzlich noch die Restaurierung des Kunstwerks durch das Kieler Restaurierungsatelier von Joachim Rosehr finanziert. „Für mich ist heute Weihnachten“, freute sich Bieske über die Schenkung aus dem Hause Fielmann, das über den Kunsthistoriker Dr. Jürgen Ostwald 80 kleinere Museen in Schleswig-Holstein und weitere 80 im gesamten Bundesgebiet durch Schenkungen und finanzielle Zuwendungen großzügig unterstützt. Ostwalds Jahresetat: rund 600  000 Euro. Auch für ihn als Kenner der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts ist das Fiebig-Porträt der jungen Schönen ein beeindruckendes Werk: „Eines der Prunkstücke der schleswig-holsteinischen Biedermeier-Malerei.“

Dem Eckernförder Museum kommt zugute, dass sich Dorothee Bieske und Jürgen Ostwald seit dem Studium kennen und schätzen. Nach Bieskes Amtsantritt im März wurden die eingeschlafenen Kontakte zwischen dem Eckernförder Haus und der Abteilung Museumsförderung wieder aufgefrischt und sollen auch in den nächsten Jahren verstärkt zum Tragen kommen. „Mindestens zwei Mal im Jahr“, möchte Ostwald dem Eckernförder Museum etwas Gutes tun, sagte er bei der Bildübergabe. So habe er mit Freude vernommen, dass sich das Museum zu öffnen begonnen habe, und so beispielsweise durch aufgezogenen Vorhänge die Ausstellungsräume zur Fußgängerzone öffnet t und bei Eröffnungen von Sonderausstellungen ab sofort kein Eintrittsgeld mehr verlangt. Museen auf diesem Weg zu einer besseren öffentlichen Wahrnehmung zu fördern, sei erklärtes Ziel der Fielmann-Stiftung, so Ostwald.

Fiebig zählt zu der kleinen Schar bedeutender Eckernförder Maler des 19. Jahrhunderts mit überregionaler Bedeutung, zu der auch Carl Bössenroth, Friedrich Thöming sowie Vater und Sohn Hans Friedrich und Johann Friedrich Theodor Baasch gehören. Fiebig absolvierte eine Malerausbildung bei Hans Friedrich Baasch in damals noch dänischen Eckernförde und ging 1832 an die renommierte Kopenhagener Kunstakademie, wo er bei den Professoren Lund und Eckersberg studierte und regelmäßiger Aussteller im Schloss Charlottenborg war. 1837 gewann er dort bei seiner ersten Beteiligung eine kleine Silbermedaille.

Auf dem ungewöhnlich großen Porträt überzeugt Fiebig mit einer anmutigen und bis ins Detail ausgefeilten Darstellung der der jungen Frau. Restaurator Rosehr hat die Strahlkraft des gut erhaltenen Gemäldes durch eine Reinigung mit Lösungsmitteln noch verstärken können und den Rahmen überarbeitet. Die Museumsbesucher können das neue Fiebig-Bild ab dem Wochenende in der kleinen Gemäldegalerie persönlich in Augenschein nehmen.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 06:49 Uhr

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