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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 11:10 Uhr

Neue Ausstellung : „multiple art“-Premiere im Museum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine neue Ausstellung mit Arbeiten von 24 Künstlern aus Schleswig-Holstein wird am kommenden Sonntag eröffnet.

Eckernförde | „Bitte pfeifen Sie ihn an!“ hat Bernhard Schwichtenberg vor dem Käfig mit dem singenden Phantasievogel geschrieben. Die Museumsbesucher sollen den Piepmatz durch eigene Flötentöne dazu bringen, sein Repertoire von 20 Volksliedern preiszugeben. Das Ganze hat auch einen Namen: „Ich pfeif’ Dir was“ ist Teil der Ausstellung „doppelt und dreifach: multiple art“, die am Sonntag, 9. Oktober, um 11.30 Uhr im Museum am Rathausmarkt eröffnet wird. Mit dabei sein werden auch viele der 24 schleswig-holsteinischen Künstler, deren insgesamt 50 Werke in den beiden Ausstellungsräumen zu sehen sind. Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske hat die alten Leinenvorhänge zur Seite geschoben und die Ausstellungsräume damit zur Kieler Straße und zum Rathausmarkt hin geöffnet. Ein Nebeneffekt, der nicht nur mehr Licht in die Ausstellungen bringt, sondern gleichzeitig auch das Haus nach außen öffnet, die Aufmerksamkeit der Passanten auf die Exponate lenkt, und sie bestenfalls zu einem Museumsbesuch animiert. Sobald wie möglich soll eine Lichtschutzfolie auf die Scheiben geklebt werden, um die empfindlichen Werke vor allzu schädlicher Sonneneinstrahlung zu bewahren.

Die Ausstellung ist vielfältig und vereint Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Installation unter dem Dach der „multiple art“. Zu sehen sind „Unikate mit seriellem Charakter“, wie es der Vorsitzende des Kunstvereins „multiple art“, Professor Bernhard Schwichtenberg, umschreibt, und Kleinstauflagenwerke in einer Stückzahl von maximal 25. Das sichert eine gewisse Exklusivität, ermöglicht Kunstinteressierten aber auch den Erwerb von Kunstwerken, die in der Regel nicht so viel kosten wie Unikate.

50 Künstler hatten sich für die Ausstellung in Eckernförde beworben, 24 wurden von einer Jury ausgewählt. Darunter auch der aus Schwedeneck stammende Bernd Hamann. Seine Werke Red Flag II und III sowie das dazugehörige 3D-Küstenmodell thematisieren die Vermüllung der Meere. Hamann hat einen Küstenstreifen an der Nordsee als dreidimensionales Modell gebaut, es von oben fotografiert und Menschen in die Kulisse einmontiert, die angesichts des riesigen Müllaufkommens tatsächlich nicht mehr als Staffage sind.

Keramikerin Renate Löding aus Neumünster nennt ihre Ansammlung kokonartiger Hüllen oder Behausungen aus Keramik auf Paperporzellan „Leben“, Prof. Peter Nagel steuert unter dem Titel „Spielzeugturm 1 bis 3“ individuell kolorierte Mezzotinto-Radierungen aus dem Jahr 1977 bei und die Eckernförderin Margit Buß ist mit drei Acryllack-Arbeiten vertreten. Das Ausstellungsmotiv steuert der frühere Muthesius-Professor Ulrich Gassert mit seinen „Kartenspiel“-Digitaldrucken bei, um nur einige der 24 Künstler zu nennen.

An den Wänden, auf Sockeln oder im Raum – das Museums-Team um Leiter Dorothee Bieske hat die 110 Quadratmeter bis ins Detail ausgenutzt, ohne ein Gefühl der Enge entstehen zu lassen. Das zeigt, wie kundig in Eckernförde mit Kunst umgegangen wird. „In so kompetenten Händen ist man selten“, lobt der Kunstexperte Schwichtenberg die ihm bereits aus Flensburg bekannte Museumsleiterin Dorothee Bieske, aber auch ihr Team: „Fabelhaft aufgehängt.“

Der 1989 gegründete Kunstverein „multiple art“ aus Kiel ist erstmals mit einer Ausstellung in Eckernförde vertreten. Alle Künstler, bis auf Peter Nagel, haben ihre Werke eigens für diese Ausstellung geschaffen und hoffen auf ein großes Interesse der Kunstinteressierten. Dem Vorsitzenden Prof. Schwichtenberg liegt viel an Künstlern, die eine eigene Meinung haben und dies auch in ihren Arbeiten zum Ausdruck bringen. Wie diese aussehen und künstlerisch umgesetzt werden, dürfte ein spannendes Gesprächsthema bei der Eröffnung am kommenden Sonntag sein.

>„doppelt und dreifach: multiple art“, Ausstellung vom 9. Oktober bis 20. November, Führungen am 23.10, 30.10., 13.11. und 20.11. um 11.30 Uhr

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erstellt am 07.Okt.2016 | 06:52 Uhr

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