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Gelebte Integration : Multikulturell feiern, international essen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Freundeskreis Asyl richtet internationales Buffet am 26. März aus / Spenden zugunsten der Integration

Altenholz | „Erste Hilfe“ war gestern. Jetzt beginnt die Integration. Doch im Bewusstsein der Bevölkerung ist vor allem, dass jetzt kaum noch Flüchtlinge ankommen. Folglich gehen die Spenden zurück, auch beim Freundeskreis Asyl in Altenholz. „…weil die Leute denken, es kommt niemand mehr, dabei fängt die Arbeit jetzt erst an“, sagt Hilde Schaper, die Vorsitzende der Awo in Altenholz, die von Anfang an dabei ist.

150 Flüchtlinge sind im vorigen Jahr nach Altenholz gekommen. Insgesamt leben etwa 180 Flüchtlinge in der 10  000-Einwohner-Gemeinde. Integration kostet Geld. Um für ihre Aufgaben zu werben und Geld zu sammeln, veranstaltet der Freundeskreis Asyl am Sonntag, 26. März, von 17 bis 20 Uhr ein internationales Büfett im Eivind-Berggrav-Zentrum in der Stifter Allee 2.

Ein wichtiger Schlüssel zur Integration ist die Sprache. Sprachkurse werden von Ehrenamtlichen angeboten, die dafür kein Geld erhalten, aber das Unterrichtsmaterial muss finanziert werden. Manche Flüchtlinge können an staatlich organisierten Sprachkursen in Kiel teilnehmen. Eine Monatskarte für den Bus nach Kiel kostet 63,50 Euro, viel Geld für einen Flüchtling ohne eigenes Einkommen. Der Freundeskreis Asyl greift den Flüchtlingen unter die Arme, bezahlt die Hälfte der Fahrkarte.

Wichtig sind dem Freundeskreis Asyl auch Angebote zur Freizeitgestaltung. Denn häufig sind die Flüchtlinge traumatisiert, haben keine Arbeit und müssen die Ungewissheit über den Ausgang ihres Asylverfahrens aushalten. Da ist Abwechslung, da sind Höhepunkte im Alltag wichtig. Freizeitangebote kosten Geld. Schwimmkurse zum Beispiel, der Besuch eines Freizeitparkes oder des Weihnachtsmärchens für die Kinder, Bälle und Westen für Fußballmannschaften, das Sommerfest und Ausflüge für die Kinder in den Ferien. Nicht zu vergessen sind Vorbereitung und Teilnahme am Kiel-Lauf und am Kieler Drachenbootrennen. Die Liste ist lang.

Für das internationale Büfett im Eivind-Berggrav-Zentrum haben bereits viele ausländische und deutsche Mitbürger ihre Spenden zugesagt. Andere – darunter auch Flüchtlinge – helfen beim Auf- und Abbau.

Die 1984 gegründete „Downstairs Dixieland Company“ ( DDC) spielt auf. Die Band tritt seit Jahren regelmäßig beim Dixieland-Festival Schleswig-Holstein auf. Beim internationalen Buffet spielen die Musiker ohne Gage. Auf dem Programm steht traditioneller Old Time Jazz, in dem kollektives Improvisieren und Soli an erster Stelle stehen – wie zu den Anfangszeiten des Dixieland-Jazz in New Orleans. Gespielt wird in der Besetzung: Ulrich Ruhnke, Klarinette, Sopran-Saxophon; Dieter Geisler, Trompete, Flügelhorn; Uwe Wittorf, Posaune; Josef Rieke, Tenorbanjo und Peter Lesch, Schlagzeug.

Eingeladen sind alle, die Lust auf leckeres Essen und Jazz haben sowie die Arbeit des Freundeskreises Asyl mit den Flüchtlingen unterstützen möchten. Der Eintritt ist frei. Der Freundeskreis Asyl bittet um eine Spende für Essen und Musik, die zu 100 Prozent den Altenholzer Flüchtlingen zu Gute kommt.

Im Freundeskreis Asyl engagieren sich gut 50 Personen, 20 als Sprachlehrer und etwa 30 als Begleiter für die Flüchtlinge. Die Begleitung geht auch nach der Anerkennung als Flüchtlinge beziehungsweise Asylberechtigter weiter. Ging es am Anfang um Begleitung bei den ersten Schritten in der neuen fremden Heimat, gewinnt nach der Anerkennung die Suche nach Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsstellen zunehmend an Bedeutung.

Die Flüchtlingsbegleiter arbeiten sich schnell in die neuen Fragen ein. Beim monatlichen Treffen tauschen sie sich aus und lernen voneinander. Längst sind viele Freundschaften entstanden. Für Pastor Okke Breckling-Jensen ist die Arbeit mit den Flüchtlingen nicht nur eine wichtige Aufgabe, sondern auch „eine gegenseitige Bereicherung.“ Da schmerzt es, wenn Menschen gehen müssen, wie jene junge albanische Familie, die gut integriert ist. Die meisten Altenholzer Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan und Armenien, mit sehr unterschiedlichen Bleibeperspektiven.

Begleiter werden immer noch gesucht oder Helfer, die zwar nicht regelmäßig, aber gelegentlich mitarbeiten können, etwa bei einem Fest oder die eine oder andere Fahrt übernehmen können.

Wer nicht zum internationalen Büfett kommen kann, aber dennoch spenden möchte, kann das bei der Awo in Gettorf tun. „Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, Integration zu fördern und geben den Menschen die Möglichkeit, ihre Potenziale zu entfalten und ein eigenständiges Leben mit Perspektiven zu führen“, stellt der Freundeskreis Asyl in seinem Spendenaufruf fest.


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erstellt am 17.Mär.2017 | 06:47 Uhr

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