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Eckernförder Zeitung

26. Februar 2017 | 20:17 Uhr

Platt in der Fischräucherei : Mode und Männerbild op Platt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Volles Haus in der Alten Fischräucherei: Christel Fries und Gunda Gey bieten unterhaltsames Programm für Liebhaber der Plattdeutschen Sprache.

Eckernförde | Immer wieder ist es das Leben, das die besten Geschichten schreibt. Davon konnten sich auch die Besucher des plattdeutschen Abends mit dem Titel „Haute Couture ut Eckernför“ überzeugen. Das wortgewandte Duo Christel Fries und Gunda Gey präsentierte mehr als zwei Stunden lang abwechslungsreiche Texte über die Freuden und Tücken des Alltags in Norddeutschland.

Ein besonderer Höhepunkt, der von den Gästen im ausverkauften Saal der alten Fischräucherei mit tosendem Applaus und Gelächter belohnt wurde, war eine Modenschau am Ende des Abends, in deren Verlauf Christel Fries und die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Alten Fischräucherei schillernde Charaktere der Popkultur verkörperten. So wurden funkelnde Diskokugeln zu „Dancing Queen“ und dicke Goldkettchen zu „Daddy Cool“ geschwungen, während Gunda Gey aus Rieseby auf Plattdeutsch die vermeintlichen Vorzüge der modischen Kreationen anpries. Für besondere Erheiterung sorgte ein farbenfrohes Hippiekostüm mit integriertem Kissen für die Sitzblockade. „Unser Ziel ist es, die plattdeutsche Sprache am Leben zu erhalten“, erklärte Christel Fries. Sie und Gunda Gey haben ihre bereits bestehende Bekanntschaft in der plattdeutschen Schreibwerkstatt des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, die die beiden Frauen besuchen, vertieft. Auf der Bühne sind sie ein eingespieltes Team – am Freitagabend traten sie bereits zum sechsten Mal gemeinsam auf. „Wir wollen den Besuchern ein facettenreiches und unterhaltsames Programm bieten, das unsere Freude an der Sprache transportiert“, so Christel Fries über das Konzept. Die alte Fischräucherei mit ihrer einzigartigen Atmosphäre biete dafür den perfekten Rahmen. Die Inspiration für ihre Texte nehme sie direkt aus dem Alltag, verriet Gunda Gey. „Es ist mir sehr wichtig, dass sich die Zuhörer mit der Situationskomik identifizieren können“, sagte sie.

Thematisch konnten sich die Gäste über große Vielfalt freuen – so wurde beispielsweise über skurrile Trendsportarten mit Kaninchen, die Gewichtszunahme des Gatten, die Gefahren des Wocheneinkaufs und das Männerbild in Zeiten der Emanzipation berichtet. Aber auch Texte mit lokalem Bezug , in denen es um die Schönheit des Nordens ging, wurden mit viel Applaus honoriert. Wie lange sie an dem Programm gearbeitet haben, könne sie gar nicht so genau sagen, sagte Christel Fries. „Das ist bei uns vielmehr ein ständiger Schaffensprozess. Wir schreiben, wenn wir spontan gute Ideen haben“, erklärten die beiden Damen, die sich bereits auf den nächsten plattdeutschen Abend freuen.

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