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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 05:41 Uhr

Steine-Ditschen : Mit springenden Steinen zum Titel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Erste Steine-Ditsch-Weltmeister wurden Jörg Petersen und Jörg Faltin / Fortsetzung in 2017 mit mehr Begleitprogramm geplant

Waabs | Über 50 Teilnehmer traten am Sonntag zur ersten inoffiziellen Weltmeisterschaft im Steine-Ditschen am Waabser Strand in zusammen zwei Disziplinen an. Trotz Regenwetters war die Veranstaltung ein voller Erfolg, eine Fortsetzung in 2017 soll folgen. Vier Weltmeister in zwei Disziplinen konnten unter den Augen der 200 Zuschauer gekürt werden. Zusätzlich starteten auch 15 Kinder in den zwei Disziplinen.

Der Wettkampf der besonderen Art wurde am Strand des Ostsee-Campingplatzes der Familie Heide ausgetragen. Veranstalter waren die Ostseefjord Schlei GmbH und Familie Heide, die in Zusammenarbeit mit der Event-Agentur „Peddals and Fins“ aus Flensburg unter der Leitung von Christoph Mantz das Spektakel auf die Beine stellten. Vor Ort liefen bei Mandy Lenz von der OFS die Fäden zusammen. Die Tradition des Steinweitwurfs ist so alt, dass ihre erste Erwähnung in historischen Schriften des antiken Griechenlands zu finden ist. Kein geringerer als Homer berichtet in seinen Erzählungen von diesem Zeitvertreib, wenn er den mythischen Held Herkules Kampfschilde über das Wasser schleudern lässt. Die Menschen – auch schon im alten Griechenland – verfügen nicht über solche Götterkräfte und warfen schon vor vielen hundert Jahren neben den üblichen Steinen auch Austernschalen oder sogar Münzen über die möglichst spiegelglatte Wasseroberfläche.

Die Teilnehmer der ersten Steine-Ditsch-WM, der jüngste zählte sieben Jahre, der älteste 83 Jahre, hielten es mit ihren Wettkampfmitteln klassisch und wetteiferten mit selbstgesuchten und sorgfältig auf ihre Wettkampftauglichkeit und Aerodynamik geprüften Steinen vom Strand. Zu gewinnen gab es Steinmedaillen für alle Teilnehmer und für die Erstplatzierten Pokale aus Stein und eine Woche Campingurlaub inklusive Stellplatz auf dem Campingplatz Heide.

Am Ende des Wettkampfes konnte in der Kategorie „Tausend Sprünge“ bei den Erwachsenen (24 Starter) Jörg Faltin (im Finale sechs Ditscher) und bei den Startern bis zwölf Jahre (7 Starter) Micha Wischmann (im Finale sechs Ditscher) gewinnen. Im „Genauigkeitsditschen“ (29 Starter) siegte Jörg Petersen (im Finale drei Treffer im Netz) bei den Erwachsenen und Joost Triphaus (im Finale ein Treffer im Netz) bei den Kindern (8 Starter). Aufgrund des schlechten Wetters war der Zeitplan des Wettbewerbs etwas gestrafft worden. Für Martin Wischmann aus Henstedt-Ulzburg, ein regelmäßiger Wochenendgast auf dem Campingplatz und seine Söhne Micha (11) und Nico (13 ) kein Problem. Sie waren jedes Wochenende vor dem Wettkampf angereist und hatten vor Ort geübt und die passenden Steine gesammelt. Jeder hatte einen Eimer voll mit Wurfmaterial zum Wettkampf dabei.

Einfach mal aus der Hüfte werfen, dieses reichte bei dem Wettkampf nicht aus. Die richtige Wurfhaltung – am besten halbhockend mit dem Gewicht auf dem Standbein und die passenden Steinform – waren entscheidend für ein erfolgreiches Ditschen der Steine auf der Wasseroberfläche. „Zum Glück“, so Wischmann, „gab es keinen Wind, denn sonst ist ein guter Wurf gar nicht drin.“ Für Micha lief es gut, am Ende wurde er Weltmeister in der Juniorenklasse. Sein Vater jubelte überglücklich und stellte fest, „dass sich so das viele Üben ausgezeichnet hat.“ Er selber und der ältere Bruder Nico gingen leer aus, obwohl es im eigenen Trainingscamp bei Martin Wischmann noch mit zwölf Ditschern sehr gut lief.

Die rund 200 Zuschauer auf dem Wettkampfgelände unterstützten die Athleten trotz anhaltender Regenschauer. Der Hallensprecher der SG Handewitt, Michael „Holzi“ Holst gab sein Bestes, um die Stimmung hoch zu halten. Das diesjährige Motto „Stein“ schlug sich nicht nur im Wettkampfgeschehen nieder, sondern war, so Hauptschiedsrichter Christoph Mantz, „ganzheitlich“ angelegt. Auf dem Grill brutzelten „Granitbeißer“ (Bratwurst) und „Steinkracher“ (Currywurst). Am Kuchentresen gab es stilecht „Marmorkuchen“, und als Musik liefen unter anderem „Papa was a rolling stone“ und „Like a rolling stone“.

Nicht nur Publikum und Teilnehmer waren angetan von der Veranstaltung, so Mantz, auch die Veranstalter waren zufrieden. So ist jetzt schon sicher, dass es bei einer Ditsch-WM im kommenden Jahr nicht bleiben wird. Die Wettkämpfen sollen mit noch mehr Rahmenprogramm ergänzt werden.

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erstellt am 06.Sep.2016 | 07:00 Uhr

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