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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 13:34 Uhr

Millionenverlust und Parkplatzkonzept

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Knapp eine Viertelmillion Besucher kommen jedes Jahr ins Meerwasserwellenbad und die angeschlossene Sauna hot spot . Eine unglaubliche Zahl. Wer meint, bei diesen Besucherströmen müsste die Kasse doch klingeln, hat zwar recht, nur reichen die Einnahmen bei Weitem nicht aus, um die noch viel höheren Betriebs- und Personalkosten zu decken. Und so schreiben die Stadtwerke als Bad- und Saunabetreiber Jahr um Jahr tiefrote Zahlen mit einem jährlichen Defizit von rund 1,8 Millionen Euro. Das wird durch den nach wie vor funktionierenden steuerlichen Querverbund, über den die Gewinne aus dem Gas-, Wasser- und Stromverkauf mit den Verlusten aus dem Bad-, Sauna- und Hafenbetrieb verrechnet werden, um etwa 500  000 Euro abgemildert, das Minus bleibt allerdings deftig. Daran wird sich auch nichts ändern. Es sei denn, die Bade- und Saunagäste arrangieren sich mit maroden Sanitäreinrichtungen, Mut zur Lücke bei der Badeaufsicht, weniger Service, gechlortem statt salzigem Wasser und einem Wegfall der Wellen bei gleichzeitig höheren Eintrittspreisen. Und da das niemand will, werden die Stadtwerke weiterhin jedes Jahr Millionenverluste einfahren.

Die einzige Alternative, die Einrichtungen zu schließen, ist keine Option, selbst für die kühnsten Haushaltskonsolidierer nicht, weil das Ostseebad ohne dieses familienfreundliche und gesunde Freizeitangebot richtig alt aussehen würde. Vom wachsenden Heer nicht-schwimmender Kinder ganz abgesehen.

Also muss weiter subventioniert und investiert werden, ohne das die Stadt und die Stadtwerke rot werden müssen. Eine mehrfach gewünschte Baderweiterung um ein Schul- und Vereinsschwimmbecken auf dem Parkplatz an der Preußerstraße, die nach realistischer Schätzung um die 5 Millionen Euro kosten würde, dürfte unter diesen Vorzeichen allerdings ein frommer Wunsch bleiben.

Es wird schick, modern, großzügig, hell, innovativ mit E-Ladestation, Aufzug und extrabreiten Parkplätzen – das neue Parkhaus der Stadtwerke an der Noorstraße. Da gibt’s nichts zu meckern. Klar ist auch – dort gibt’s nichts umsonst. Wer parkt, zahlt. Die Stadtwerke sind keine Sozialstation, und die 3 Millionen Euro sollen irgendwann wieder in die Kasse zurückfließen.

Klar ist aber auch: die 177 kostenpflichtigen Stellplätze auf den drei Parkdecks werden nicht ausreichen, um den Verlust der etwa 220 kostenfreien Parkplätze im sogenannten Aldi-Parkdeck, das der Stadt gehört, zu ersetzen. Was allein deshalb nicht funktioniert, weil für die einen Parkgebühren zu bezahlen sind, für die anderen nicht. Das heißt: Wenn die Innenstadt weiter attraktiv bleiben und der Handel florieren soll, müssen neue, möglichst kostenfreie Parkmöglichkeiten her.

Ob man den profitierenden Handel konzeptionell und finanziell daran beteiligt, wird zu prüfen sein.

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erstellt am 05.Aug.2016 | 13:53 Uhr

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