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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 05:41 Uhr

Grote geht : Mehr Schubkraft für Green Screen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der ZDF-Moderator Dirk Steffens löst Gerald Grote als Festivalleiter ab. Das Naturfilmfestival soll bundesweit noch bekannter werden.

Er ist das Gesicht von Green Screen und der kreative Geist: Gerald Grote. Der 61-jährige Filmemacher hat das Internationale Naturfilmfestival Green Screen in Eckernförde zusammen mit seinem Schulfreund Michael Packschies aus der Taufe gehoben und es in seiner kreativ-inspirierenden Art mit Unterstützung eines einzigartigen Unterstützer- und Helferteams zum größten Naturfilmfestival Europas entwickelt. Zur Überraschung vieler hat Gerald Grote gestern nach zehn Jahren die Festivalleitung abgegeben, um den Weg zu einem weiteren, bundesweiten Entwicklungsschub freizumachen. Er hätte es nicht getan, wäre sein Nachfolger nicht der wohl profilierteste und bekannteste deutsche Naturfilmkenner: Dirk Steffens. Mit dem 48-jährigen Wissenschaftsjournalisten und Moderator der ZDF-Doku-Reihe „Terra X“ präsentiert Green Screen einen neuen Festivalleiter, der als Naturfilmer nicht nur die Branche bestens kennt, sondern auch über glänzende mediale Kontakte verfügt und eine bundesweite Strahlkraft besitzt. Mit ihm an der Spitze möchte das in der internationalen Naturfilmszene hoch angesehene Festival seinen bundesweiten Bekanntheitsgrad deutlich verbessern, um im Sinne der Sache noch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und den Natur- und Artenschutz zu fördern. „Vielleicht kommen ja auch eventuell größere Förderer“, merkte Grote an.

Gedanken über einen Rückzug hatte er schon länger, beim diesjährigen Festival wurde es dann im Gespräch mit seinem Nachfolger konkret. „Wir haben alles hingekriegt“, sagte Grote, „aber jetzt ist die Zeit gekommen, um das Festival auf ein neues Level zu heben und noch mehr Leute zu erreichen. Ich werde nie bei Lanz auf dem Sofa sitzen, Dirk ja.“ Bei Green Screen stehe immer die Sache im Mittelpunkt: die Faszination der Natur und der Schutz derselben. „Alle Filme haben mit uns zu tun, unserer Erde, auf der Ungetüme auf zwei Beinen sehenden Auges alles kaputt machen.“ Man müsse die Menschen, vor allem die jungen, über die Filme dazu bringen, die Natur zu achten. Grote dankte seinem Team, mit dem er das Naturfilmfestival aus kleinsten Anfängen bis zur glanzvollen und professionellen 10. Ausgabe in diesem September geführt hat, und der Stadt und seinen Bürgern für die engagierte Unterstützung. Dem Festival wird er weiter verbunden bleiben. Beruflich wird er als Filmemacher arbeiten und neue Ideen und Projekte und vielleicht in einer anderen Stadt auch ein neues Krimi-Festival entwickeln.

Seine umfangreiche und noch längst nicht abgearbeitete „Green-Screen-Ideenschachtel“ übergab er gestern im Rahmen der Pressekonferenz im Studio Filmtheater am Dreiecksplatz in Kiel an seinen Nachfolger. Dirk Steffens nahm dankbar an. „Ich hoffe, dem Festival, das ich in blendender Verfassung übernehme, zusätzliche Ideen und Anregungen geben zu können, um es in ganz Deutschland und international noch bekannter zu machen und weitere Partner und Unterstützer zu gewinnen“, sagte er. Die Festivalleitung zu übernehmen, sei „‚etwas ganz Besonderes für ihn“ und rangiere im persönlichen Ranking ganz oben auf seiner Liste der ehrenamtlichen Tätigkeiten. Er sei „von Herzen Naturfilmer“ und schätze besonders Filme mit interessanten Geschichten, gesellschaftlicher Aussage und journalistischer Qualität. In Tier- und Naturfilmen gehe es immer auch um „unsere Lebensgrundlagen“ sowie um Natur- und Artenschutz. Green Screen begleitet er persönlich seit zwei Jahren, die Akteure – seine Berufskollegen – kennt er aber seit vielen Jahren. Das Festival habe ihm vom ersten Moment an gefallen: „Sehr lokal, sehr charmant, sehr beseelt, große Ausstrahlung“, so Steffens. Die Mischung aus lokaler Verankerung und Begeisterung, der hohen Qualität der Filme und dem internationalen Renommée des Festivals sei einzigartig.

„Ich glaube, das Wunder wird weitergehen“, ist Gerald Grote überzeugt. Dirk Steffens ist angetreten, es noch größer zu machen.

Zur Person: Dirk Steffens

Dirk Steffens (48) hat das journalistische Handwerk von Grund auf gelernt. Nach seinem Volontariat an der Kölner Journalistenschule studierte er Politik und Geschichte. Anschließend war er Politik- und Nachrichtenredakteur beim Deutschlandfunk in Köln und bei verschiedenen öffentlich-rechtlichen und privaten Radio- und Fernsehstationen als Moderator, Autor und Dokumentarfilmer tätig. Sein Schwerpunkt waren Natur- und Wissenschaftsdokumentationen, die ihn in mehr als 120 Länder führten. Seit 2008 moderiert Dirk Steffens für das ZDF unter anderem die erfolgreichste deutsche Natur-Doku-Reihe „Terra X“. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich als WWF-Botschafter, für das Jane-Goodall-Institut und ist Honorarkonsul der Republik Paulau im Südpazifik. Steffens ist Mitglied im Kuratorium der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, im September 2016 berief ihn Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zum UN-Dekade-Botschafter für biologische Vielfalt. Für seine Arbeit ist Dirk Steffens mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit der Goldenen Kamera. Er lebt in Hamburg und hat mit seiner Frau in der Nähe von Eckernförde ein zweites Zuhause gefunden.

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erstellt am 05.Nov.2016 | 06:32 Uhr

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