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Eckernförder Zeitung

28. Februar 2017 | 18:11 Uhr

Kuppelkino : Meeresfilmer: 3D-Kino eine große Chance für Eckernförde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Meeresfilmer und Green-Screen-Preisträger Daniel Opitz appelliert an die Kino-Investoren, einen 3D-Kuppelsaal zu integrieren. Seiner Meinung nach ist das die Technik der Zukunft, auf die sich die Stadt einstellen sollte.

Eckernförde | Er ist der wohl bekannteste und erfolgreichste Naturfilmer der Welt – Sir David Attenborough. Niemand Geringerem als ihm hat die Grande Dame des deutschen Naturfilms, Inge Sielmann, beim 7. Internationalen Naturfilmfestival Green Screen in Eckernförde den Heinz-Sielmann-Preis für sein bereits jetzt legendäres Lebenswerk zuerkannt. Eine mehr als gute Wahl. Einziger Wermutstropfen: Sir David konnte den Preis im Kuhhaus von Gut Altenhof nicht persönlich entgegennehmen, der 87-Jährige war wegen der Dreharbeiten zu seinem neuen Tierfilm in Australien unabkömmlich – gedreht wurde dreidimensional in 3D.

Wenn selbst der erfahrenste und berühmteste Naturfilmer der Welt sich im hohen Alter an die komplexe digitale Technik herantraut und damit den Zuschauer weltweit mit einzigartigen Bildern die Natur näher bringen möchte, muss etwas dran sein an der Faszination 3D. Attenborough weiß genau, welche Intensität die eingefangenen Bilder haben und welche Emotionen sie erzeugen, wenn die Zuschauer wegen der 360-Grad-Projektion den Eindruck haben, mitten im Geschehen zu sein, die Kangurus links und rechts an einem vorüberhüpfen, Haie und Wale in voller Schönheit und ihren gewaltigen Ausmaßen plötzlich ganz dicht unter und über einem das Meer durchschwimmen oder sich gar auf Kollisionskurs befinden.

Daniel Opitz hat dies längst erkannt. Der preisgekrönte Dokumentar- und Naturfilmer aus Kiel und Green-Screen-Preisträger („Das Geheimnis der Buckelwale“, 2009) ist einer der glühendsten Verfechter der 3D-Technologie. Und nicht nur das: Nebenbei hat er mit seiner „Ocean Mind Edutainment – Gesellschaft für Meer Bewusstsein“ auch ein ökologisch-soziales Investmentpaket für Anleger geschnürt.

Opitz arbeitet derzeit an seinem Projekt „Whales in Mind“, einer großen dreiteiligen 3D-Serie über die faszinierende Welt der intelligenten Meeressäuger. „Ich bin seit fünf Jahren dran“, sagt Opitz, der damit auf den besonderen Aufwand und die große Bedeutung des Dreiteilers für die Ganzkuppelprojektion hinweist. Er ist überzeugt, dass das 3D-Kino mit seinen faszinierenden Bildern und Klangerlebnissen sowie dem einzigartigen Gefühl, Teil des Geschehens zu sein, das Medium der Zukunft ist. Da in Eckernförde gerade die Weichen für einen Kino-Neubau am Bahnhof gestellt werden, sieht er im Ostseebad die einzigartige Chance, die Zukunftstechnologie schon in der Planungsphase mit in das Großprojekt zu integrieren. Die sechsstelligen Investitionen in die Technik („maximal 500.000 Euro“) und das Gebäude mit integrierter Kuppel würden sich seiner Überzeugung nach in jedem Fall auszahlen. Denn der Bedarf an brillanten 3D-Kinofilmen übersteigt das Angebot um ein Vielfaches. „Die guten Filme laufen fünf bis zehn Jahre“, sagt Opitz. Das Angebot ist mir rund 200 Streifen zwischen 30 und 45 Minuten in der Tat noch sehr überschaubar. Aber das, so der Naturfilmer, wird sich ändern. Nicht zuletzt setzt auch Hollywood inzwischen auf die Karte 3D.

Bislang aber sind die Sternenwelten in den Planetarien und die Naturfilme die Stars am 3D-Himmel der Mediendome. Weltweit gibt es rund 3500 digitale Spielstätten, jährlich kommen rund 100 hinzu. Eine weitere Zahl lässt aufhorchen: Weltweit strömten 2011 mehr als 113 Millionen Zuschauer in die Kuppelsäle. In Deutschland gibt es davon rund 30 Stück, einer davon ist der mit rund 40 000 Besuchern pro Jahr sehr erfolgreiche Mediendom der Fachhochschule Kiel. Dort kann man sich von einer Mars-Sonde überfahren oder sich mit Lars, dem kleinen Eisbären, einschneien lassen oder ein Pink-Floyd-Konzert in atemberaubender Sound-Qualität und Intensität erleben.

Das künftige Eckernförder Kino am Bahnhof sieht Daniel Opitz nicht etwa als Konkurrenz, sondern als ideale Ergänzung mit Alleinstellungsmerkmal für die Stadt, in der der Naturfilm dank Green Screen zu Hause ist.

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erstellt am 08.Nov.2013 | 08:13 Uhr

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