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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 22:50 Uhr

WAS PASSIERT MIT DEM KAISERHOF? : Mattner will weiterhin investieren

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Eigentümer des Kaiserhofs bleibt bei der Stange und will nicht verkaufen. Die Stadt verabschiedet Ende September den Bebauungsplan für den Bereich.

Eckernförde | „Wir stehen zu dem Projekt und wollen es umsetzen.“ Klare Worte von Michael Mattner, dem Geschäftsführer der Firma Störtebeker Haus GmbH, die vor fünf Jahren den Borbyer Lindenhof und den Kaiserhof am Borbyer Ufer gekauft hat. Noch immer liegen die beiden Gebäude im Dornröschenschlaf, bis sie der Investor wachküsst. Nur im Gegensatz zur holden Prinzessin im Märchen hinterlässt die Zeit ihre Spuren sehr wohl an der Fassade der kaiserlichen Hohheit.

Am 29. September soll der entsprechende Bebauungsplan in der Ratsversammlung verabschiedet werden, „am 7. Oktober soll er rechtskräftig sein“, so Mattner. „Darauf warten wir. Wir brauchen erst einmal die Planungsgrundlage.“ Sobald diese vorliege, wolle er in Zusammenarbeit mit Fachleuten ein Konzept ausarbeiten.

Ganz glücklich mit dem bisherigen Verlauf der Planungsarbeiten zeigte er sich nicht: „Während der Phase der B-Plan-Entwicklung hat die Kommune einige Dinge verändert, ohne sie mit uns abzustimmen.“, sagt Mattner. „Das ist schade, und wir bedauern das.“ Jetzt müsse abgewartet werden, was dabei herauskomme. Zwar habe er mehrmals die Verwaltung gebeten, den letzten Stand des B-Plans zu bekommen, habe jedoch zur Antwort erhalten, dass das nur mit dem fertigen Plan möglich sei. „Solche Dinge finden wir natürlich misslich. Auf welcher Grundlage soll ich denn planen, wenn ich den B-Plan gar nicht kenne? Ich arbeite mit vielen Kommunen zusammen, das habe ich selten erlebt.“ Erst also, wenn der B-Plan rechtskräftig ist, wird er sich mit dem Thema beschäftigen. „Im Moment aber ist das nicht Priorität eins.“

Bürgermeister Jörg Sibbel sieht das anders: „Wir haben Herrn Mattner intensiv an dem Planungsprozess bezüglich seines Grundstücks beteiligt, es gab mehrere Arbeitsbesprechungen, zu denen die Mitglieder des Planungs- und Gestaltungsbeirat auf Kosten der Stadt angereist kamen.“ Zudem sei das Bauleitverfahren öffentlich. „Es gibt viele Bürger, die bezogen auf ihr eigenes Grundstück Einwendungen oder Veränderungsvorschläge eingereicht haben. Die Möglichkeit hatte Herr Mattner auch.“

Im Bereich des Lindenhofs sei von vornherein eine zweigeschossige Bebauung vorgesehen gewesen. „Wir haben Herrn Mattner angeboten, einen Architekturwettbewerb auszuloben, damit eine ansprechende Architektur entsteht“, so Jörg Sibbel. „In dem Fall wären wir bereitgewesen, ihm ein drittes Geschoss zu ermöglichen, um seine Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Von diesem Angebot hat er leider keinen Gebrauch gemacht.“

Doch laut Mattner seien Rahmenbedingungen für den Wettbewerb festgelegt worden, die „ins Nichts“ führen: „Man kann ein Gebäude nicht von außen nach innen planen“, erklärt er. „Für die Kommune ist nur entscheidend, wie das Gebäude von außen aussieht. Es muss aber auch für die Bewohner und die Käufer einen Mehr- und Wohnwert erzielen.“ Nun solle die Verwaltung erst einmal ihre Arbeit machen. „Und dann schauen wir mal, was die Gemeinde beschließt und wie wir beschließen.“

Die Verwaltung hat ihn auf jeden Fall darauf hingewiesen, dass für den Kaiserhof Bestandsschutz gilt: „In dem Moment, in dem durch unzureichende Unterhaltungsleistung das Gebäude einstürzt oder nicht mehr zu halten ist, entfällt dieser Bestandsschutz“, so Jörg Sibbel. „Dann muss sich eine neue Bebauung an der Umgebung orientieren, und die ist zweigeschossig und nicht mehr viergeschossig. Eine Erhaltung des Gebäudes ist somit in seinem wirtschaftlichen Interesse.“

Gerüchten, nach denen der Investor die Lust verloren hat und einen neuen Käufer für das Gebäude sucht, erteilt Michael Mattner eine klare Absage: Nach wie vor sei er daran interessiert, für diesen Standort die beste Lösung zu finden.

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