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Eckernförder Zeitung

22. Februar 2017 | 18:22 Uhr

3500 Besucher beim Tag der Marine : Marine zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Marine ist und bleibt ein Anziehungspunkt. Gestern nutzten 3500 Menschen die einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen der Marine zu schauen. Ein Thema: die Bekämpfung der Ölverschmutzung.

Eckernförde | „Mama, das Boot kann sich auseinander machen!“ Der kleine Junge konnte es kaum fassen – und er hat recht: das 46 Meter lange Ölauffangschiff „Bottsand“ kann seinen Rumpf im 90 Grad-Winkel auseinanderspreizen und weiträumig Öl aufnehmen und entsorgen. Es gibt nur zwei Schiffe dieser Art, eins in Wilhelmshaven für die Nordsee und eins in Kiel für die Ostsee. Das Spezialschiff wird mit sechs Mann Besatzung gefahren, Kapitän der 1984 gebauten „Bottsand“ aus Kiel ist Norman Burger. Am Nachmittag überflog das Öl-Aufklärungsflugzeug DO 228 das Gelände, das im Verbund mit der „Bottsand“ operiert.

Die „Bottsand“ war das einzige verfügbare Marineschiff an diesem Tag. Alle andere befanden sich im Einsatz oder waren technisch nicht für einen Besucheransturm gerüstet, erläuterte Organisator Kapitänleutnant Frank Welpot. Trotzdem hatte die Marine Einiges in petto, dass die rund 3500 Besucher an diesem Tag interessierte. Die Kampfschwimmer, Minentaucher und Kampfmittelbeseitiger des EOD-Zugs sind jedes Jahr Garanten für faszinierte Blicke und viele Gespräche, schließlich werden sie für die wohl extremsten Einsätze ausgebildet - harte Jungs eben, die eine große Verantwortung tragen.

Dicht umlagert war auch das gepanzerte und mit einem Störsender ausgerüstete Sanitätsfahrzeug Eagle IV BAT. Nebenan erklärten Eva Haack und ihre Kollegen von der Wehrtechnischen Dienststelle Einsatzszenarien und Funktion des unbemannten Unterwasserfahrzeugs mit Namen „Seekatze“, das unter anderem zum Aufspüren von Minen eingesetzt wird. „Es ist kein Torpedo“, diesen Satz mussten die WTD-Mitarbeiter wegen der Ähnlichkeit zum Unterwassergeschoss sehr oft bemühen.

Wunden präparieren im Akkord war der Job von Matthias Sahm und seinen Sanitätskollegen vom Seebataillon. Nicht einmal Zeit zum Essen hatten die Soldaten, die Wurst lag unangebissen zwischen klaffenden Attrappen übelster Wunden auf dem Tisch. „Das geht seit 9.45 Uhr so durch“, sagte Matthias Sahm kurz vor 16 Uhr und wandte sich wieder den Schnittwunden zu. Die Stützpunktfeuerwehr, das THW Eckernförde, das DRK und auch viele andere Stände und Attraktionen wie die Marinehüpfburg „U-Hüpf“ trugen ihren Part zum Gelingen des Tages der Marine bei.

Waffen waren gestern übrigens tabu, eine Anordnung der Politik, so Kaleu Welpot. Bewaffnet waren nur die Feldjäger, die die Veranstaltung absicherten.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 06:14 Uhr

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